Buchbesprechung: OpenVPN


 
Autor:Dirk Becker
Verlag:Galileo Computing
Preis:34.9 Euro
ISBN:3836211971

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Das OpenVPN-Projekt ist seit Langem etabliert, stabil und für viele Plattformen verfügbar. Nur über eine zu einfache Konfiguration und Verwaltung hat sich vermutlich noch niemand beschwert, OpenVPN erfordert eine intensive Beschäftigung mit der Software und den Konzepten dahinter. Das Buch "OpenVPN" von Dirk Becker will dabei helfen. Auf 200 Seiten geht es um den Praxiseinsatz der VPN-Lösung. Ein relativ schmales Buch hat den Vorteil, dass es nicht von Anfang an durch schiere Größe abschreckt, und so stürzt sich der verschlüsselungswillige Leser vorbehaltlos in die Lektüre.

Der Autor macht seine Sache schon auf den ersten Seiten sehr gut und erklärt kurz, woher OpenVPN kommt und was es an Vorgängerversionen und Alternativen gibt. Dann stellt er sein simuliertes Testnetzwerk vor, in dem die späteren Praxisbeispiele ablaufen werden. Der Ton ist kurz und prägnant, Erfahrung im Umgang mit Linux ist Pflicht, Netzwerkkenntnisse sowieso. Umso mehr überrascht es, gleich danach ein Kapitel mit dem Adam und Eva der Netzwerktechnologie zu finden, einschließlich OSI-Modell und, man glaubt es kaum, Bildern von BNC-Steckern und T-Stücken. Das sind zwar nur etwa 40 Seiten, die allerdings hätte sich der Verlag wirklich sparen können.

Danach besinnt sich Becker auf seine Qualitäten und beschreibt die Installation von OpenVPN und OpenSSL unter Linux und Windows. Zertifikate werden kurz erläutert und erzeugt, statische Schlüssel ebenfalls. Auch grafische Benutzeroberflächen stellt der Autor vor, allerdings sind die meisten nur zur Administration und nicht zur Konfiguration zu gebrauchen. Ohnehin rät Becker, in der Lernphase mit Konsole und Konfig-Dateien zu arbeiten. Solcherart vorbereitet, konfiguriert der Leser bald seine ersten VPN-Verbindungen zwischen Clients, Gateways und Netzen.

Dieser Teil von "OpenVPN" nimmt den größten Platz ein und ist so praxisgerecht, wie man ihn sich nur wünschen kann. Blutige Anfänger ausgenommen dürfte jeder Admin damit klarkommen und nach kurzer Zeit den grundlegenden Umgang mit OpenVPN beherrschen. Danach gibt es noch ein Kapitel über Plug-ins zur Authentisierung und einige Tipps, unter anderem zum Umgang mit Zertifikaten und den Einsatz der Lösung mit normalen Benutzerrechten.

Fazit: Kurz, knapp und präzise gibt der Autor eine Anleitung für den Umgang mit OpenVPN. Einige Stellen könnten etwas ausführlicher sein, aber insgesamt passen der Detaillevel und die Tiefe der Erklärungen. (Elmar Török)