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Nun kommen sie langsam auf den Markt, die Xen-Bücher. Höchste Zeit, der Hypervisor gilt als ausgereift und stabil, dem Unternehmenseinsatz steht eigentlich nichts im Weg. Außer vielleicht eine solide Anleitung für den Administrator, der sich lieber mit einem Buch in den Händen als mit ausschweifender Internet-Recherche ans Werk machen will.
O'Reillys Kochbücher handeln normalerweise auf wenigen Seiten spezifische Problemstellungen ab, die sich aus der praktischen Anwendung ergeben. Hans-Joachim Pichl zweckentfremdet das Konzept hier kurzerhand. Soll Xen aus den Sourcen kompiliert und installiert werden, erklärt er das einfach zum Problem und präsentiert die Lösung als Fließtext dahinter. Das Ergebnis ist zwar mehr Buch als Kochbuch, aber am Inhalt gibt es nichts auszusetzen.
Erfreulicherweise hält er den Theorieteil mit Historie und Grundlagen sehr kurz. Danach geht es sofort mit der Installation von Host und Gästen los. Kein Zweifel, das ist ein Praxisbuch par excellence. Der technische Level ist hinsichtlich Linux einigermaßen anspruchsvoll, am Anfang reichen geringe Kenntnisse aus, später, bei Kapiteln wie Hochverfügbarkeit, sollte man schon sehr sicher im Linux-Sattel sitzen.
Die Mühe, die sich Picht mit der Vorarbeit gemacht hat, kann man nur loben. So sind die Kochrezepte fast durchgehend für vier Distributionen – Ubuntu, Debian, OpenSuse und Fedora – beschrieben, natürlich immer samt Erklärung der Differenzen. Auch der Umfang ist richtig gewählt. Gerade wer mehr mit Xen machen will als mal ein Windows unter Fedora zu starten, für den sind Themen wie Backup, automatisierte Installation und Migration wichtig. Denen widmet der Autor jeweils ein eigenes Kapitel. Wenn ein Bereich mehr Aufmerksamkeit vertragen könnte, dann sind es die grafischen Oberflächen zur Xen-Verwaltung.
Fazit: Praxisgerecht und umfassend, mehr kann man von einem Buch für Administratoren nicht erwarten – ein Standardwerk für angehende Xen-Admins. (Elmar Török)
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