Buchbesprechung: Clusterbau


 
Autor:Michael Schwartzkopff
Verlag:O'Reilly
Preis:39.9 Euro
ISBN:3897219190

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Zunächst scheint es sich um eine Neuauflage zu handeln, denn schon 2008 kam der Titel "Clusterbau mit Linux- HA" heraus. Doch zu den Möglichkeiten, die Linux-HA, mittlerweile auch als "pacemaker" bekannt, bietet, haben sich weitere Komponenten gesellt, mit denen die Verfügbarkeit von IT-Systemen erhöht werden kann. Manches ist gleich geblieben, doch viele Abschnitte sind durchaus neu hinzugekommen oder erweitert worden. Für Einsteiger in das Thema ist die Hochverfügbarkeitstheorie im ersten Abschnitt erhellend. Was im Tagesgeschäft gern durcheinander geworfen wird, nämlich Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit, erklärt der Autor hier sauber und mit ein paar theoretischen Grundlagen unterfüttert.

In diesem Einstiegsbereich erfährt der Leser auch die Historie von pacemaker und OpenAIS. Weil sich recht viel in den Distributionen geändert hat und zum Teil deutlich mehr nachinstalliert werden muss, ist der Teil mit den distributionsspezifischen Anleitungen umfangreicher geworden. Gegen Ende richtet der Autor zusammen mit dem Leser noch einen rudimentären Mini- Cluster ein, damit die Hands-On-Fraktion auch etwas zu tun hat. Das bleibt auch für die nächste Zeit das einzige Praktische, denn die Konfiguration der Ressourcen per XML ist eine recht trockene Angelegenheit. Schwartzkopff macht aus dem hohen Theorieanteil keinen Hehl, schon im Vorwort legt er den potenziellen Lesern umfangreiche Linux und Netzwerkkenntnisse ans Herz. Gut, dass nun eine übersichtliche GUI, deren Anwendung der Autor auch empfiehlt, den eigentlichen Umgang mit der Software erleichtert.

Auch das Kapitel über Planung, Aufbau und Betrieb erleichtert durch seinen relativ hohen Praxisbezug das Verständnis. Mehr Praxis wäre auch bei den Beispielen schön gewesen. Der Autor hat nach wie vor nur etwa 30 Seiten dafür vorgesehen und beschreibt vier Einsatzszenarien. Dabei ist die Qualität der Beschreibung sehr unterschiedlich. Eine hochverfügbare virtuelle Maschine mit iSCSI als Massenspeicher wird sehr detailliert erläutert, eine hochverfügbare Firewall – eigentlich das komplexere Projekt – ungleich kürzer.

Fazit: Ein Buch für Anwender, die genau wissen, dass sie mit pacemaker einen Cluster bauen und betreiben wollen. Es sind sehr solide Linux- und Netzwerkkenntnisse für die Anwendung der beschriebenen Einsatzmöglichkeiten notwendig. Fachlich ist das Buch makellos. (Elmar Török)