Fachartikel

Anwenderbericht: Dedicated Cloud Computing bei Villeroy & Boch

Die Digitalisierung ist der Schlüsselfaktor in der Geschäftswelt. Auch traditionsreiche Marken wie Villeroy & Boch müssen auf diese Entwicklung reagieren: Das stetige Wachstum des Online-Geschäfts in Kombination mit Lastspitzen zu bestimmten Zeiten stellt besondere Anforderungen an Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit der eingesetzten Server-Landschaft. Mit der bisherigen IT-Infrastruktur konnte Villeroy & Boch diese Erwartungen nur bedingt erfüllen. Der Anwenderbericht zeigt, wie sich mit einer Dedicated Cloud die passende Lösung ergab.
Weiße Weste: Auch bei der Migration zahlreicher Server in die Cloud setzte Villeroy & Boch auch klare Strukturen.
Villeroy & Boch aus dem saarländischen Mettlach wurde 1748 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten Marken weltweit. Der Keramikproduzent verkauft seine Produkte in 125 Länder – und immer häufiger auch online. Besonders auf dem amerikanischen Markt ist der Online-Shop zum wichtigsten Vertriebskanal im B2C-Geschäft geworden. Tagen wie der Black Friday oder der Cybermonday generieren hohe Umsätze: In dieser Zeit werden aus etwa 200 Bestellungen täglich dann über 2000. Damit steigen Besucherzahlen und Klicks.

Online-Geschäft mit wechselnden Lastspitzen
Die bisherige Lösung hostete neben dem offiziellen Internetauftritt auch den Online-Shop sowie das Profi-Portal für Händler plus dazugehöriger Systeme auf etwa 20 Servern. Seit 2010 wurde diese Infrastruktur als Managed Service von einem externen Dienstleister betrieben, allerdings ließen sich so die Anforderungen an das wachsende Online-Geschäft nur unzureichend erfüllen und die von Villeroy & Boch eingesetzte Infrastruktur kam regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen. Der daraus resultierende Mehrbedarf ließ sich nicht zeitnah decken: Die Bereitstellung zusätzlicher Server-Kapazitäten dauerte oft mehrere Tage. Damit blieb dem zehnköpfigen IT-Team um Dr. Pascal Rheinert, Head of CIT – Internet and E-Business bei Villeroy & Boch, deutlich weniger Zeit für die Serverkonfiguration und die Arbeit an den Schnittstellen.

Eine neue Lösung war nötig und so migrierte der Keramikproduzent innerhalb weniger Monate in die Private Cloud des europäischen Anbieters OVH. Diese Lösung bietet auf Basis von VMware-Technologien die Vorteile eines Rechenzentrums, dedizierter Ressourcen und Cloud. Die Entscheidung fiel auf den Anbieter, weil der Provider aus Sicht von Villeroy & Boch professionelle Werkzeuge in Verbindung mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und bei seinen Cloud-Produkten nach ISO/IEC 27001, SOC 1 und 2 und vCloud Data Center zertifiziert ist. Nicht zuletzt war auch die geringe geografische Entfernung zwischen der deutschen OVH Niederlassung in Saarbrücken und der Villeroy & Boch Zentrale in Mettlach von Vorteil.
Schrittweise Migration der Serverlandschaft
Die Migration der kompletten Serverlandschaft in einen neuen IP-Range-Bereich brachte zahlreiche Herausforderungen mit sich: Durch den Wechsel des Betriebssystems (plus Update sowie Rund-um-die-Uhr-Überwachung) musste jeder einzelne Server neu aufgebaut werden – dies beinhaltete unter anderem den Umbau aller Apache-Hosts, MySQL-und Magento-Konfigurationen. Um das Fehlerrisiko zu minimieren, vollzog sich die Aktualisierung schrittweise in fünf Phasen. Diese sukzessive Vorgehensweise ermöglichte es, bei der Umstellung von den Erfahrungen in jeder einzelnen Phase zu profitieren.

Weiter bestand die Anforderung, dass die neue Cloud-Lösung parallel zur bestehenden laufen und angepasst werden kann. Hierfür wurden temporäre Domains eingesetzt, mit denen sich die Funktionsweise der neuen Infrastruktur testen ließ. Villeroy & Boch legte bei dem Migrationsprojekt großen Wert darauf, dass die Verantwortung für die gesamte IT-Infrastruktur inklusive der Applikationen in einer Hand lag. Bei der alten Lösung waren für Hardware beziehungsweise Host, Firewall, DNS, Mail-Relay und Applikationen verschiedene Dienstleister zuständig – eine transparente, nachvollziehbare Zuständigkeit war mit dieser Konstellation nur schwer zu erreichen.

Außerdem konnte Villeroy & Boch die Einstellungen der neuen Cloud-Lösung flexibel an die eigenen Anforderungen anpassen, da der Keramikproduzent auf allen drei Ebenen (VM/Cluster/virtuelles Datacenter) die Rechte zur Administration erhielt. Um den Aufwand an Konfiguration und Verwaltung bei zusätzlichen Serverkapazitäten gering zu halten, erfolgte die Server-Automatisierung mit dem freien Systemkonfigurationswerkzeug Puppet. Auf diese Weise war eine transparente Serverkonfiguration sichergestellt und die Erstellung neuer Server (etwa Typo3-Applikations-Server) geschieht auf Knopfdruck.

Fazit
Derzeit hat Villeroy & Boch mehr als 50 Server im Rechenzentrum von OVH. Villeroy & Boch ist mit der Lösung des Dienstleister in Bezug auf Installation, Wartung und Sicherheit gut für zukünftige Aufgaben gerüstet: Für die Private Cloud stellt der Provider ein eigenes separates Backbone von zwei Mal 640 GBit/s mit unbegrenztem Traffic bis 1,5 GBit/s zur Verfügung. Dank der flexiblen Server-Kapazität kann Villeroy & Boch schnell auf Zugriffs-und Lastspitzen reagieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Keramikproduzent auf standardisierte Prozesse und Systeme zurückgreifen kann – trotz länderspezifischer Ausprägungen.
1.03.2017/ln/Jens Zeyer, Marketing & PR Executive Marketing & Sales bei OVH

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