Spezialfall virtualisierte Infrastrukturen
Die meisten VDI-Anbieter (Virtual Desktop Infrastructure) offerieren eine Basis-Druckunterstützung, die für Nutzer ausreicht, die innerhalb eines lokalen Netzwerks drucken, das ausschließlich aus Windows-Desktops besteht. So vereinfacht Citrix mit seinem UPD III die Druckertreiberverwaltung, und auch die Daten werden komprimiert. Jedoch ist die Lösung nur in Verbindung mit einem Desktop PC oder einem Thin Client mit Embedded XP einsetzbar. VMware war ebenfalls aktiv in Sachen Druckunterstützung und hat in VMware View und andere Produkte die ThinPrint-Basistechnologien integriert. Diese OEM-Version sorgt für Komprimierung der Druckdaten um bis zu 98 Prozent und ermöglicht den Einsatz des virtuellen Druckertreibers ThinPrint Output Gateway, was unter dem Motto "Driver Free Printing" steht.
Wer anspruchsvollere Aufgaben verfolgt, wie die Anbindung von Außenstellen oder den Einsatz von Thin Clients oder Laptop-Nutzern, die an unterschiedlichen Orten arbeiten, kann auf die weiterführende ThinPrint-Lösung "Print Engine for VMware View" upgraden. Sie bietet für VMware- oder andere VDI-Umgebungen etwa mit XenDesktop nicht nur die erwähnten Kerntechnologien, sondern sorgt auch für ein Zusammenspiel mit Thin Clients, ist mit zentralen Druckservern einsetzbar und ermöglicht das direkte Drucken zu Netzwerkdruckern. Besonders praktisch ist hier die Einsatzmöglichkeit des V-Layers, bei dem die Original-Treiber der Hersteller zentral auf dem Druckserver bereitgestellt werden. Auf den virtuellen Desktops dagegen kommt nur der virtuelle Druckertreiber zum Einsatz. Diese Technologie sorgt nicht nur für Desktop-Feeling, sondern für eine erhebliche Erleichterung der System-Administration.
Warum Druckjobs groß sind
Die Größe eines Druckjobs ist abhängig von der Datenmenge, die ins Drucksystem läuft, und dem Druckertreiber, der diese Datenmenge in für Drucker verständliche Befehle umwandelt. Beide Größen hängen von vielfältigen Faktoren und Mechanismen ab und sind im Allgemeinen nicht voneinander ableitbar. Um Spool- und Druckdatenmengen analysieren zu können, ist es wichtig, die korrekten Informationen für Daten, die in das Drucksystem gelangen und wieder herauskommen, abzulesen. Für ersteres sollte bei angehaltener Druckerqueue die SPL-Datei des Druckauftrags betrachtet werden, die sich im Spool-Ordner des Rechners befindet. Hier wird bereits deutlich, dass die Größe der Spool-Datei im Allgemeinen nicht direkt mit der Größe des zu druckenden Dokuments zusammenhängt. Das ist begründet in den unterschiedlichen Datenformaten, die zum Einsatz kommen, um ein Dokument anwendungsspezifisch zu speichern oder universell für alle Drucker als Enhanced Metafile Format (EMF) an das Drucksystem zu übergeben.
Ein Ziel des EMF-Formats ist die schnelle Übergabe von Druckdaten an das Drucksystem. Aufwändige Optimierungs- und Kompressionsmethoden sind deshalb nicht vorgesehen. Dateiformate sind deshalb normalerweise kleiner als die Spool-Dateien, die aus ihnen hervorgehen. Zwei gute Indikatoren für signifikante Größenzuwächse sind eingebettete Bilder und die Fähigkeiten einer Anwendung, die Bilder für das Drucksystem vorzubereiten. Während viele Anwendungen das JPEG-Bildformat verwenden, erfolgt die Übergabe von Bildern an das Drucksystem als Bitmaps, was zu einer 10- bis 100-fachen Datenmenge führt. Anwendungen, die die Auflösung der Bilder nicht an die Auflösung des Druckers anpassen, die Multi-Layer-Bilder nicht auf eine Ebene reduzieren oder verkleinerte Bilder in der Originalauflösung übertragen, erzeugen zusätzlichen Datenballast in der Spool-Datei.
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