Fachartikel

Im Test: Novell File Management Suite

Ein Großteil des aktuellen Speicherbedarfs entsteht durch eine unstrukturierte und unkontrollierte Datenablage der Anwender – unter anderem in ihren persönlichen Verzeichnissen. Abhilfe verspricht die File Management Suite von Novell durch eine benutzerbezogene Datenverwaltung. Das Werkzeug soll Berechtigungs-, User- und Dateispeicher-Management-Aktivitäten automatisieren. IT-Administrator hat sich den Lösungsansatz zur Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe einmal genauer angesehen.
Novells "File Management Suite" sortiert den Datenbestand und verteilt ihn auf unterschiedliche Speicherebenen
Das unkontrollierte Datenwachstum durch eine ungebremste Sammelleidenschaft vieler Anwender ist häufig ein ernsthaftes und kostenintensives Problem. Zum einen belegen die Daten vergleichsweise teuren Plattenplatz auf den Servern und zum anderen belasten sie das tägliche Backup. Durch eine unkontrollierte Mischung wichtiger und weniger wichtiger oder gar unwichtiger Daten fällt eine Trennung beispielsweise für eine gezielte Datensicherung ungeheuer schwer. Novell hat sich dieser komplexen Problematik angenommen und stellt dem Administrator mit der aus drei Komponenten bestehenden File Management Suite ein Werkzeug zur einfacheren Verwaltung sowie Optimierung der Datenorganisation zur Verfügung.

Fazit
Insgesamt hinterlässt die aus drei Modulen bestehende File Management Suite in dem vorliegenden Versionsstand einen etwas durchwachsenen Eindruck. Novell File Reporter gefällt durch eine gute Bedienbarkeit und sinnvolle Filter- sowie Analysekriterien. Sehr interessant sind unserer Meinung nach vor allem die Möglichkeiten, aggregierte Reporte zu erzeugen und mehrfach vorhandene Dateien aufzufinden.

Auch das Modul Dynamic File Services erwies sich als robust und erscheint uns vor allem bei großen Datenmengen als sinnvoll, um den Bestand nach Relevanz oder anderen Kriterien auf unterschiedliche Plattenpools zu speichern. Kosten dürften sich vor allem dann reduzieren lassen, wenn mit deutlich unterschiedlich teurem Speicher gearbeitet wird. Beim Kernmodul Novell Storage Manager ist der Funktionsumfang in der von uns getesteten Variante für Active Directory aus unserer Sicht noch etwas mager. Allein mit einer Verwaltung der Home-Verzeichnisse verfügt das Modul nur über einen vergleichsweise begrenzten Einsatzbereich. Vor allem steht der Administrator vor der Herausforderung, sich für die Verwaltung der übrigen Speicherbereiche, die in vielen Unternehmen meist noch weitaus umfangreicher sind, ein anderes Werkzeug anschaffen zu müssen.

Außerdem vermissen wir ein integriertes Quota-Management, welches normalerweise die beste Handhabe ist, um Home- Verzeichnisse zu begrenzen, ohne die Anwender übermäßig zu kontrollieren. Das für den Sommer angekündigte "Pinehurst"- Release soll diese Funktionen als Neuerungen mitbringen. Wer nicht auf Novells eDirectory, sondern auf Microsofts AD setzt, sollte unserer Meinung nach bei generellem Interesse die Suite erst inklusive dieser kommenden Erweiterungen unter die Lupe nehmen.

Den kompletten Test der Software finden Sie in Ausgabe 07/2010 ab Seite 18.
5.07.2010/ln/Jürgen Heyer

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