Fachartikel

Anwenderbericht: Thin Client Computing beim Weltbild Verlag

Bis zu 150.000 Sendungen pro Tag verlangen in der Versandabteilung der Verlagsgruppe Weltbild nach einer zuverlässigen IT. Um eine hohe Verfügbarkeit zu garantieren und das Management der Clients zu vereinheitlichen, begann das schwäbische Unternehmen schon vor Jahren, normale PCs sukzessive durch Thin Clients zu ersetzen. Lesen Sie in unserem Anwenderbericht, wie der Verlag damit einerseits individuelle Anforderungen erfüllt und gleichzeitig die Weichen Richtung Desktop-Virtualisierung stellt.
Die Verlagsgruppe Weltbild ersetzt in ihrer Versandabteilung bis 2011 alle regulären PCs durch Thin Clients
Mit 7.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro zählt die Verlagsgruppe Weltbild zu den größten Internet-, Buch- und Medienhandelsunternehmen in Europa. Bücher, Musik, DVDs, E-Books, Software und Games, Spielwaren und Geschenkartikel – um alle Bestellungen zügig auszuliefern, werden die Mitarbeiter im Augsburger Weltbild-Versandzentrum von modernster Informationstechnologie unterstützt. Um die IT-Verfügbarkeit rund um die Uhr sicherzustellen, ersetzt das Unternehmen die bisherigen lokalen PCs sukzessive durch Thin Clients.

Hohe Verfügbarkeit ist ein Muss
Das im schwäbischen Augsburg ansässige Unternehmen besitzt eine langjährige Erfahrung mit Thin Clients: Schon seit 1999 kommen die schmalen Endgeräte im Backoffice und in der Logistik zum Einsatz, beispielsweise in dem 74.000 Europalletten-Plätze umfassenden Hochregallager. Seit 2006 wird in der Versandabteilung migriert."Weltbild verschickt zu Spitzenzeiten über 150.000 Sendungen pro Tag", berichtet Dietmar Gaschler, in der IT verantwortlich für den Bereich Versand. "In solchen Dimensionen können Ausfälle einzelner Rechner schnell zu einem empfindlichen wirtschaftlichen Schaden führen. Deshalb entschieden wir uns für eine zuverlässige IT-Infrastruktur auf der Basis von Server-Based Computing mit Thin Clients."

Standards und schnelle Reaktionszeiten
Während die Logistikabteilung in den Anfangszeiten des Thin Client Computings noch integrierte Einheiten inklusive TFT-Bildschirm und WLAN-Interface verwendete, schafft der IT-Einkauf inzwischen nur noch standardisierte Einzelkomponenten an, die sich im Falle einer Störung schneller und kostengünstiger auswechseln lassen. Diese Strategie verfolgt Gaschler auch für die Versandabteilung. Die Datenkommunikation erfolgt über ein neues Netzwerk nach Industrial Ethernet-Standard. Die neu eingeführten, laufwerklosen Thin Clients vom deutschen Marktführer IGEL Technology greifen für die jetzt im Augsburger Rechenzentrum zentralisiert vorliegenden Daten und Anwendungen zu. Auf diese Weise können sie Materialflussdaten und Versanddokumente ortsunabhängig in Echtzeit bereitstellen. Drucker und Etikettieranlagen, bis dato seriell an den PCs angeschlossen, wurden im Zuge der Standardisierung netzwerkfähig gemacht.


Bild 1: IT-Leiter Dietmar Gaschler weist den Thin Client über einen speziell konzipierten Buzzer an, im Rechenzentrum Versandetiketten zu generieren und über das Netzwerk auszugeben

Eine wesentliche technische Voraussetzung für die Migration auf Server-Based Computing und Thin Clients bildete die Modernisierung der Siemens Simatic S5 Anlagensteuerung auf die netzwerkfähige Produktgeneration S7. Den bestehenden Datenbestand hat die IT-Abteilung auf ein DB2-System konsolidiert und ebenfalls im Rechenzentrum gebündelt.

Kostenfreies Thin Client-Management
Für die Modernisierung der Versand-IT wurden insgesamt 23 neue Terminalserver auf Basis von Citrix Presentation Server im zentralen Rechenzentrum installiert. Ein Teil der gesamten Citrix-Farm des Unternehmens ist mittels VMware ESX Server virtualisiert. Gaschler betreut in seinem Verantwortungsbereich derzeit 138 Thin Clients. Unternehmensweit sind 500 Thin Clients UD3-420-LX Geräte des deutschen Herstellers im Einsatz. Die jüngste Modellgeneration entstammt der Serie UD3 LX. Als ausschlaggebendes Argument für die Entscheidung für IGEL nennt Gaschler die komfortable und lizenzkostenfreie Managementlösung: "Mithilfe der im Lieferumfang enthaltenen Universal Management Suite lassen sich die Geräte ganz einfach gruppieren und profilbasiert verwalten. Das spart uns viel Zeit und Geld."


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21.07.2010/ln/Hans-Peter Bayerl

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