Fachartikel

Management virtualisierter Infrastrukturen

Ziel der Desktop-Virtualisierung ist es, dem Nutzer einen Arbeitsplatz bereitzustellen, der nicht an physische Hardware gebunden ist. Produktivitätssteigerung und Kosteneinsparungen sind Vorteile dieses Ansatzes. Das Management virtualisierter Umgebungen stellt jedoch erhebliche Anforderungen an den Administrator. In diesem Artikel gehen wir auf Herausforderungen und Umsetzung einer Strategie zur Desktop-Virtualisierung ein.
Ein Ziel der Desktop-Virtualisierung ist der reibungslose Remote-Zugriff auf den eigenen Arbeitsplatz
Um die Herausforderungen und die erforderlichen Schritte zur Umsetzung einer befriedigenden Desktop-Virtualisierung besser zu veranschaulichen, ist eine konkrete Definition des Konzeptes von Nöten. Allgemein kommen folgende drei Ansätze zum Einsatz - diese können natürlich auch ineinander greifen:

  • Applikationsvirtualisierung: Dieser Begriff wird häufig auch als App-Streaming bezeichnet und beschreibt die Virtualisierung von Applikationen, die durch das Streamen der Anwendungen über einen Server, anstatt der traditionellen Installation auf den Arbeitsplatzrechner, erzielt wird. Der Begriff ist jedoch recht schwammig, da es mittlerweile eine Vielzahl von Lösungen gibt, die dies mit unterschiedlichen Methoden gewährleisten.
  • Virtualisierung des Betriebssystems: Meist wird dieser Begriff mit Produkten wie VMWares ESX Server, Citrix XenServer or Microsofts Virtual Server in Verbindung gebracht. In diesem Konzept läuft das gesamte Betriebssystem innerhalb einer Software-basierten, virtuellen Hardware. Dadurch ist es möglich, mehre Rechner gleichzeitig auf einer Server-Hardware laufen zu lassen. Dies erlaubt den Einsatz sowohl Arbeitsplatz- als auch Server-basierter Lösungen.
  • Desktopvirtualisierung (Terminal-Environments): Microsofts Terminal Server und der Citrix Presentation Server liefern ein ähnliches Benutzererlebnis wie die Server-basierte Betriebssystem-Virtualisierung. Der Anwender wählt sich auf einem Server ein, um seinen Desktop zu erreichen. Anwendungen können entweder vorinstalliert sein oder lassen sich streamen.
Vorteile der Desktop-Virtualisierung
Die Desktop-Virtualisierung birgt eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen, wie etwa Einsparungen bei Anschaffungs- und Betriebskosten und sicheren On-Demand-Access. Voraussetzung ist jedoch, dass der User Zugang zum Unternehmensserver hat. Fernarbeiter benötigen auch offline Zugriff auf ihre Applikationen, was bei einem komplett virtualisierten Unternehmensnetzwerk nicht möglich ist.

Die wahrscheinlichste Lösung ist daher ein Hybridmodell, bestehend aus einem physischen und einem virtuellem Desktop. Der User kann so beispielsweise im Büro auf den physischen  und von zu Hause auf den virtuellen Desktop zugreifen. Dies bedeutet für die IT-Administration, dass nahtloses IT-Management gewährleistet sein muss. Damit die Vorteile der Virtualisierung nicht durch administrative Nachteile überschattet  werden, bedarf es Lösungen für das Desktop Management, die es IT-Administratoren erlauben, diese beiden Welten zu überbrücken.

Ziele der Desktop-Virtualisierung
Zu den wichtigsten Zielen der Desktopvirtualisierung zählen:

  • Zeitlich und räumlich unabhängiger Zugriff: Den drei oben erwähnten Ansätzen liegt ein Hauptgedanke zugrunde, nämlich dem Anwender einen unmittelbaren Zugriff  auf seine gewohnte Arbeitsumgebung zu ermöglichen. Statt lange Installationswartezeiten in Kauf zu nehmen, gewährt App-Streaming einen direkten Zugriff auf Anwendungen. Die Virtualisierung des Betriebssystems und Terminal-Environments ermöglichen den Zugang zu einem kompletten Desktop.
  • Sichere, konsistente und funktionelle Arbeitsumgebung: Einen Desktop bereitzustellen, der diese Kriterien erfüllt, bedeutet eine Reduzierung von Help-Desk-Anfragen sowie flexibleres und produktiveres Arbeiten für den User. Die Virtualisierung kann diese Aspekte in variierendem Umfang erfüllen.
  • Geringere Gesamtbetriebskosten: Bei Terminal-Environments bedarf es lediglich eines einzigen Server-OS, statt mehrerer Betriebssysteme für die unterschiedlichen Arbeitsplatzcomputer. Bei der Virtualisierung des Betriebssystems mögen zusätzliche Kosten entstehen, allerdings kann das Konzept auch die benötigte Menge an Hardware reduzieren.

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11.08.2010/ln/Nick Cavalancia, ScriptLogic VP of Windows Management

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