Diffie-Hellman-Verfahren


Das Diffie-Hellman-Verfahren ist das älteste asymmetrische Verschlüsselungsverfahren. Es ist nach seinen Erfindern benannt, beruht auf dem bis heute ungelösten mathematischen Problem des diskreten Logarithmus (DLP) und ist in PKCS 3 standardisiert.

Die Besonderheit des DH-Verfahrens ist das so genannte Shared Secret (gemeinsames Geheimnis). Wenn Daten zwischen zwei Kommunikationspartnern übertragen werden sollen, dann wird ein Wert gebildet, der sich aus dem privaten Schlüssel des Absenders und dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers bildet. Der Empfänger kann diesen Wert aus seinem privaten Schlüssel und dem öffentlichen Schlüssel des Senders ermitteln. Da immer ein privater Schlüssel benötigt wird, ist der Wert ein gemeinsames Geheimnis der beiden Partner, das sonst niemand kennt. Daher ist man in der Lage, dieses Shared Secret als Schlüssel in einem schnellen symmetrischen Verschlüsselungsverfahren zu verwenden, mit dem die eigentliche Verschlüsselung erfolgt.

Praktisch eingesetzt wird das DH-Verfahren u.a. in SKIP.

Die Übertragung des Verfahrens auf Elliptische-Kurven-Kryptographie wird ECDH genannt.

Im Jahr 2015 hat ein Logjam genannter Angriff von sich reden gemacht. Praktische Implementierungen werden dabei als Man-in-the-Middle-Attack angegriffen, indem sowohl dem Client als auch dem Server vorgegaukelt wird, dass nur die Export-Version mit bis zu 512-Bit-langen Schlüsseln zur Verfügung steht. Bei 512-Bit existieren aber zu wenige Schlüssel, so dass 92% aller Verbindungen nur zwei Schlüsselpaare verwenden, die vorberechnet werden können. Man geht davon aus, dass auch 1024-Bit-lange Schlüssel von Regierungsinstitutionen bereits geknackt werden können. Die Sicherheit ist also nur gewährleistet, wenn mindestens 2018-Bit-lange Schlüssel verwendet werden und der Wechsel auf kürzere Schlüssel ausgeschlossen wird.

0-9|A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|alle

Suche im Lexikon nach im

 

Fachartikel

Im Test: Icinga 2 [29.05.2017]

Administratoren wollen und müssen ihre Systemumgebungen stets im Blick behalten. Nur wer die Leistungsdaten seiner Anlage stets protokolliert, kann Engpässe rechtzeitig erkennen und richtig interpretieren. Fällt etwas aus, muss das IT-Team schnell informiert sein. Als Alternative zum etablierten Nagios tritt hier die Neuentwicklung Icinga 2 in den Ring. [mehr]

Grundlagen

Speicherreplikation in Windows Server [12.01.2017]

Eine der wichtigsten neuen Funktionen in Windows Server 2016 ist die Speicherreplikation, von Microsoft als Storage Replica bezeichnet. Mit dieser Technologie lassen sich ganze Festplatten blockbasiert zwischen Servern replizieren, auch zwischen verschiedenen Rechenzentren sowie der Cloud und einem Rechenzentrum. Wir erklären, was Storage Replica zu bieten hat und wie sie funktioniert. [mehr]