PPTP


Point to Point Tunneling Protocol

Protokoll zur Herstellung von virtuellen privaten Multiprotokollnetzwerken (VPN). Es erlaubt Remote-Usern den verschlüsselten Zugriff auf Daten im Firmennetz über das Internet.

So können sich z.B. Außendienstmittarbeiter per Laptop, Modem oder ISDN-Adapter, PPP und PPTP bei einem ISP einwählen und via Internet sichere Verbindungen zum Firmennetz herstellen. PPTP erlaubt so preiswerte, private Verbindungen zu Firmennetzen über das öffentliche Internet. Kosten können besonders dann gespart werden, wenn statt einer Fernverbindung zum Firmennetz ein örtlicher ISP angewählt werden kann.

Damit kann PPTP auch zum Outsourcing von Dial-up-Lösungen dienen. Der lokale Anruf wird in ein Hardware-Gerät (FEP) weitergeschaltet, das sich in der gleichen Stadt wie der Anrufer befindet. Der FEP kann dann die Datenpakete in eine andere Stadt über WAN (z.B. Frame Relay) zum Server des Firmennetzes weiterleiten. Dies tut der FEP indem er die vom Nutzer kommenden PPP-Pakete durch das WAN tunnelt. Weil PPTP eine Vielzahl von Protokollen (IP, IPX, NetBEUI) unterstützt, kann damit auf die große Vielfalt existierender LAN-Infrastruktur zugegriffen werden. Dabei sind keine Änderungen in der Adress-Struktur der Netzwerke notwendig.

PPTP wurde von der Firma Microsoft entwickelt und ist erstmalig in Windows NTAS 4.0 enthalten.

Zur Authentifizierung von Nutzern benutzt PPTP existierende Authentifizierungsprotokolle im Windows NT RAS - PAP und CHAP. MS-CHAP unterstützt den MD4-Hash-Algorithmus oder das DES-Verfahren, das auch im LAN-Manager verwendet wird. Zusätzliche Authentifizierung kann im POP des ISP implementiert werden.

Auch zur Verschlüsselung nutzt PPTP die Möglichkeiten von PPP. Wenn ein User über CHAP beim entsprechenden Netzwerk-Server authentifiziert wurde, so erhält er einen Session-Key, mit dem die Daten verschlüsselt werden. Die Microsoft-Implementation von CCP (Compression Control Protocol) besitzt ein Bit, das die Verwendung von Verschlüsselung signalisiert. RAS-Clients können Verbindungsanforderungen nur mit eingeschalteter Verschlüsselung vornehmen.

PPTP und MS-CHAP sind spätestens seit 2012 nicht mehr sicher und sollten nicht mehr verwendet werden. MS-CHAP setzt auf drei DES-Operationen. Deren nur 56-Bit-langer Schlüssel lässt sich heute durch das Durchprobieren aller Möglichkeiten für 200 Dollar im Internet knacken, egal wie gut das Passwort gewählt worden ist. Microsoft empfielt daher PPTP und MS-CHAP nicht mehr einzusetzen. Statt dessen sollte man entweder die CHAP-Authentifizierung mittels PEAP in einen verschlüsselten Tunnel packen oder auf sichere VPN-Verfahren wie L2TP/IPSec, IPSec mit IKEv2, SSTP oder OpenVPN wechseln.

0-9|A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|alle

Suche im Lexikon nach im

 

Fachartikel

Anwenderbericht: Storage-Management im Kreativsektor [18.10.2017]

Hogarth Worldwide ist eine auf Marketingimplementierung spezialisierte Agentur mit Niederlassungen an über 20 Standorten. Allein in den Londoner Büros wird Videomaterial in einer Größe von rund 1,5 PByte gespeichert. Dieses Volumen soll durch höhere Auflösungen und Frame-Raten in Zukunft noch weiter ansteigen. Unser Anwenderbericht zeigt, wie sich die deutlich gestiegene Komplexität beim Storage-Management nicht zuletzt durch die getrennte Skalierung von Performance und Kapazität meistern ließ. [mehr]

Grundlagen

Browser-Isolation mit Adaptive-Clientless-Rendering [27.06.2017]

Web-Browser gehören heute zu den wichtigsten Anwendungen in Unternehmen - damit allerdings auch zu den bedeutendsten Schwachstellen für Angriffe. Das simple Laden einer bösartigen Web-Site reicht aus, um das Endgerät des Nutzers zu kompromittieren und kann zur Installation von Malware, Datendiebstahl oder der Penetration von Firmennetzen führen. Neue Isolationstechniken versprechen Abhilfe. Dieser Grundlagen-Artikel erläutert, wie die Browser-Isolation mit Adaptive-Clientless-Rendering funktioniert. [mehr]