Editorial: Nichts dreht mehr

Editorial

Ich wiederhole mich ja nur ungern, muss an dieser Stelle aber auf mein Editorial vom November vergangenen Jahres verweisen. Damals ging es darum, dass der klassischen Festplatte wohl schon bald das Stündlein schlagen wird. Wenig verwunderlich haben auch die vergangenen sechs Monate diesen Trend nicht umgekehrt. Das spiegelt sich im Preis wider: Vor ein, zwei Jahren war ein unternehmenstaugliches All-Flash-Array noch im hohen fünfstelligen, eher sechsstelligen Bereich angesiedelt. Heute bemüht sich jeder All-Flash-Hersteller, der etwas auf sich hält, zumindest ein Einstiegsgerät für 50.000 Euro anzubieten. Wer es als kleiner Mittelständler etwas gemächlicher angehen will, greift zum durch SSD-Einschübe aufgepeppten Hybrid-NAS, etwa dem im News-Bereich skizzierten TS-1685 von QNAP. Hier sind Sie ab 2400 Euro dabei.
Nach oben hin gilt wie fast immer im Storage-Bereich: The sky is the limit! Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe hat etwa Pure Storage mit dem "FlashArray//X" ein neues Speichersystem vorgestellt, das vollständig auf die Schnittstelle NVMe setzt und die DirectFlash-Module unmittelbar anspricht. Das führt zu Bestwerten bei den IOPS, extrem geringen Latenzzeiten und vor allem zu einer bemerkenswerten Packungsdichte: Auf drei Höheneinheiten lassen sich – bei entsprechend dickem Geldbeutel – bis zu 1 PByte (!) Daten unterbringen. Dem Ableben der magnetischen Festplatte wird also aller Voraussicht nach bald das Ende des SATA- und SAS-Stacks folgen – Supermicro beispielsweise kündigte schon vor einem Jahr an, bald nur noch auf NVMe setzen zu wollen.

Doch NVMe ist beim Thema Flash nicht das Ende der Fahnenstange. Wie unser Beitrag ab Seite 86 zeigt, steht mit NVDIMM als Speichertechnologie ein neuer Ansatz in den Startlöchern, um das flüchtige DRAM mit Flash-Speicherzellen zu ergänzen und damit einen zusätzlichen, nicht-flüchtigen Storage-Tier – ganz nahe an der CPU – hinzuzufügen. NVDIMM kommt übrigens auch bei den neuesten All-Flash-Arrays von Tegile zum Einsatz. Im Testbereich haben wir uns ab Seite 12 vor allem deren Betriebssystem angesehen, das mit smarten Voreinstellungen und Multiprotokollfähigkeit punkten will. Ebenfalls nah am täglichen Admin-Geschäft bewegen sich die Artikel auf den Seiten 64 und 70. Hier geht es darum, wie Sie Windows 10 für SSDs optimieren und wie Sie mit Storage Spaces Direct die Speichermedien HDD, SSD und NVMe-SSD sinnvoll gemeinsam nutzen.

Einen geflashten Frühsommer wünscht

Lars Nitsch
Redakteur
Mai 2017 / Lars Nitsch
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Mai 2017 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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