Liebe Leser,
es ist 9 Uhr an diesem 5. Februar 2014, als Systemadmin Matthias H. sich im Rechenzentrum eincheckt und seine 8-Stunden-Schicht antritt. Monoton summen Heerscharen von Servern im Duett mit der Lüftung. Matthias H.sitzt gebeugt über eine kleine Instrumententafel, die ihm den Zustand des kompletten RZs anzeigt. Alle Lampen sind heute grün. Die Lampen sind immer grün, seit vor drei Jahren die selbstheilenden Betriebssyteme eingespielt wurden. Alle 15 Minuten muss Matthias H. den "Life-Button" drücken um dem RZ zu signalisieren, dass er noch wohlauf ist. Den Höhepunkt einer ereignislosen Schicht bildet das kurze Aufflackern zahlreicher LEDs, die ein automatisches Switchover von 75 Servern ankündigen. Um 17 Uhr endet die Schicht.
Nun, liebe Leser, ganz so monoton wie bei unserem kleinen Blick in die Zukunft dürfte Ihr Arbeitsplatz auch in fünf Jahren nicht aussehen. Doch "IT-Fabrik", "RZAutomatisierung" oder "Orchestration" sind nach Meinung führender Analysten der Schritt in Richtung Industrialisierung der IT. Dass aber solche RZs, die bei Bedarf automatisch Ressourcen – Storage, Rechenleistung oder neue Applikationen – bereitstellen oder selbstständig auf Sicherheitsereignisse reagieren, sogar in weniger als fünf Jahren Realität sein könnten, zeigt Ihnen unsere Februar-Ausgabe.
Insbesondere unser Test des "Bladelogic Operations Manager" ab Seite 12 führt eindrucksvoll vor Augen, was RZ-Werkzeuge der neuesten Generation leisten. Der Hersteller verspricht, dass sich der Zeitaufwand für die von seiner Lösung übernommenen Aufgaben im RZ um satte 97 Prozent reduziert. Die Frage, ob dieser Wert nun 97, 98 oder nur 96 Prozent beträgt, lässt auch unser Test unbeantwortet. Dass sich jedoch ein beeindruckender Grad an IT-Industrialisierung schon heute erreichen lässt, führt Ihnen nicht nur dieser Beitrag, sondern auch ein Blick auf Citrix' neue Lösung "Workflow Studio" ab Seite 42 vor Augen, mit der sich komplette Abläufe in der IT automatisieren lassen.
Doch keine Angst: Langweilig wird Ihnen bestimmt auch in der Zukunft nicht! Denn es rücken andere Skills in den Mittelpunkt Ihrer Tätigkeit, wie etwa der Artikel zum Monitoring (Seite 52) aufzeigt: Auch in Zukunft müssen Administratoren beispielsweise festlegen, welche Indikatoren der jeweiligen Ressourcen überwacht werden sollen und daraus eine Planung für die Zukunft ableiten. Dies kann Ihnen kein Werkzeug abnehmen. Viel Vergnügen beim Lesen, Ihr
John Pardey
Chefredakteur IT-Administrator