Verweigerungshaltung

Editorial

Liebe Leser,

es lassen sich viele Gründe dafür finden, dass die vier großen Musikverlage ihre Musik wieder "frei" – ohne Digital Rights Management (DRM) – vertreiben: So bezeichnete etwa Richard Stallman, Präsident der Free Software Foundation, DRM als "die Funktionalität, das Funktionieren zu verweigern" und formulierte so die Vorbehalte, die viele Verbraucher teilten. Neben der sehr mäßigen Kundenakzeptanz basiert der Rückzug vom DRM ebenso auf steigenden Kosten der Komponenten oder auch ungeklärten Fragen des Datenschutzes.

Ein Blick auf die Eckpunkte dieser Technik zeigt uns als zugrunde liegende Techniken die Verschlüsselung, digitale Wasserzeichen und eine Rechtedefinition. Diese drei Techniken wiederum erlauben vier Funktionalitäten: Zugangskontrolle, Nutzungssteuerung, Rechtesteuerung, Nutzungsabrechnung. Ja, holla die Waldfee, ruft der IT-Verantwortliche, altbekannte Grundpfeiler der IT-Sicherheit! Wenn wir uns jetzt noch vor Augen führen, wie wichtig der Schutz einzelner Dokumente gegen unbefugtes Einsehen, Kopieren oder Löschen heutzutage ist, wird ein Schuh draus: DRM wandert in die Unternehmen!

Zwar scheint es dazu notwendig, das "D" durch ein "E" zu ersetzen und das Kind nun Enterprise Rights Management zu rufen, doch unter der Haube tuckert der DRM-Motor. Welch mächtiges Werkzeug IT-Verantwortlichen hier zur Verfügung steht, zeigt unser Beitrag ab Seite 60. Denn mit ERM verflüchtigen sich die Sorgen um USB-Sticks der Mitarbeiter oder die Bereitstellung eines DVD-Brenners. So wird das Verschieben der neuesten Konstruktionspläne auf einen USB-Stick endlich zu einer Funktionalität, die das Funktionieren verweigert.

Somit haben Administratoren neue Werkzeuge an der Hand, um die unerwünschte Bewegung von Daten über die Unternehmensgrenzen hinaus zu unterbinden. Doch auch das Gegenteil kann sich durchaus als Herausforderung darstellen: Große Datenmengen, deren Ankunft beim Empfänger außerhalb des Unternehmens zeitkritisch ist und deren Transport dennoch sicher vonstattengehen muss. Mit einiger Mühe lässt sich so ein Transport absichern, doch der "unterbrechungsfreie" Transfer stellt auch heutzutage noch ein Problem dar. Wir testen ab Seite 14 ein Werkzeug, das verspricht, die Dateien sicher zu ihrem Zielort zu transportieren.

Viel Vergnügen beim Lesen, Ihr

John Pardey
Chefredakteur IT-Administrator

Juli 2009 / John Pardey
[Rubrik: Rubriken | Beitragsart: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Juli 2009 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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