Fachartikel

Anwenderbericht: Voice over IP-WLAN- Telefonie bei avocis

Für Kommunikationsdienstleister ist der reibungslose Kontakt zum Kunden ein essenzielles Qualitätsmerkmal – so auch für die avocis Gruppe. Das Unternehmen setzt dazu auf digitale statt auf klassische Telefonie, sprich Voice over IP-WLAN-Telefonie. Um die Vorteile dieser Technologie nicht mit einer geringen Übertragungsqualität und Unterbrechungen zu bezahlen, entschieden sich die Verantwortlichen für die Umstrukturierung ihres Netzwerks in ein virtuelles WLAN. Lesen Sie im Anwenderbericht, ob und wie dies geklappt hat.
Bei VoIP-over-WLAN war die Qualität des Funknetzes für die avocis Gruppe besonders wichtig
Als angesehener Kommunikationsdienstleister deckt avocis das gesamte Spektrum an Inbound-, Outbound- und Backoffice-Services ab. An 14 Standorten in Deutschland und in der Schweiz setzt das Unternehmen komplexe Projekte für ihre Kunden um, branchenspezifisch und multilingual. In Ergänzung zu den Kernkompetenzen im Bereich Callcenter bietet avocis darüber hinaus ganzheitliche Kommunikationslösungen – unter anderem mit einer hauseigenen Werbe- und IT-Agentur, Beratungsleistungen und Marktforschungsstudien. Hier garantiert das Unternehmen seinen Kunden eine 24/7-Bereitschaft.

Um in engem Kontakt zu den Kunden zu bleiben, nutzen die sogenannten Contact Center Agenten die Kommunikation über Voice over IP(VoIP)-WLAN-Telefonie. Die entsprechenden Supervisors sind innerhalb des Contact Centers mit ihren WLAN-Telefonen in Bewegung. Die dazu nötige Mobilität wird aufgrund der WLAN-Technologie sichergestellt. Das Telefonieren via IP stellt sich für die Mitarbeiter genauso dar wie in der klassischen Telefonie. Bei VoIP werden jedoch keine dedizierten Leitungen durchgeschaltet, vielmehr geschieht die Sprachübertragung digitalisiert. Die Informationen werden in kleinen Daten-Paketen transportiert. Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren dieser Technologie ist ein hochperformantes WLAN.

Qualitätsprobleme beim VoIP
Das bis dato eingesetzte, nicht Controller-basierende WLAN bei avocis stieß jedoch an seine Leistungsgrenzen. Gespräche konnten nicht ohne signifikante Unterbrechungen und generelle Qualitätseinbußen transferiert werden. Der Grund war die nicht mehr den Anforderungen entsprechende Performance der Access Points untereinander. Das IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen adato GmbH riet zur Neugestaltung der Infrastruktur. Kooperiert wurde zudem mit dem IT-Dienstleister Siracom, mit denen adato bereits bei der Implementierung des WLAN-Telefoniesystems zusammenarbeitete. Genauer wurde die Implementierung eines virtuellen WLANs empfohlen, um ein unterbrechungsfreies Roaming ohne Kanalstörungen sicherzustellen. Voraussetzung dafür sei ein Netzwerk mit Power-over-Ethernet(POE)-Switch.

Die neue WLAN-Infrastruktur sollte an fünf Standorten zu jeweils bis zu fünf Etagen eingeführt werden. Pro Standort wurde ein Investitionsvolumen zwischen 15.000 Euro und 27.000 Euro festgelegt. Als Empfehlung nannten adato und Siracom konkret Lösungen des WLAN-Spezialisten Meru Networks, dessen Controller der Serie MC3050 sowie die entsprechenden Access Points AP 301 in einem längeren Testbetrieb geprüft wurden. Die Tests liefen zufriedenstellend und nach den Vorbereitungen (Installation des POE-Switches, Lieferung der konfigurierten Controller) erfolgte das Switchover innerhalb eines Tages im laufenden Betrieb.

Virtuelles WLAN für mehr VoIP-Qualität
Viele WLAN-Anbieter behaupten, bei ihnen sei die Tonqualität von VoIP am höchsten. Anbieter werben gerne mit höchsten Datenraten, kürzesten Roaming-Zeiten oder besten MOS-Werten. Doch bei den meisten erreicht diese Qualität bei objektiver Messung nicht das Niveau von Festnetztelefonie. Generell sind die Anforderungen der Telefonie für etliche funkgesteuerte Netzwerke besonders schwierig zu meistern, da sie nur wenig Toleranz für Verzögerungen aufweisen. Clients sind ständig in Bewegung und möglicherweise nur für wenige Sekunden mit einem Access Point verbunden. Doch selbst wenige Millisekunden Verzögerung können sich bemerkbar machen.

In einem Microcell-Netzwerk suchen sich die Clients selbst den Access Point aus, mit dem sie in Verbindung treten. Sie müssen ständig alle Kanäle absuchen und dann mehr oder weniger "raten", wo sie Verbindung aufnehmen. Mit virtualisierten Wireless LANs ist dies nicht mehr nötig. Der Client schließt sich stets an seinen dedizierten Virtual Port an; er kann barrierefrei kommunizieren und muss nicht mit anderen Clients um Zugriffsmöglichkeiten konkurrieren.




                                                Seite 1 von 2                     Nächste Seite>>


18.07.2012/Harald Röder, System Engineer DACH bei Meru Networks/ln

Nachrichten

Abhörsicheres Android-Smartphone [15.05.2013]

Mit 'HIGHSEC Phone' kommt von Giesecke & Devrient ein Werkzeug zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Sprachdaten zwischen mit der Lösung ausgestatteten Telefonen. Das Smartphone arbeitet dann mit einer besonders abgesicherten Android-Version. [mehr]

Aufgebohrte Kommunikationszentrale [8.05.2013]

Der 'IXI-PCS Professional Call Server' ist ab sofort in der neuen Version 1.30 verfügbar. Hersteller serVonic hat die Software für CTI, Präsenz und Instant Messaging mit einem Faxversand direkt aus der Suchfunktion und weiteren Funktionen ausgestattet. Das Werkzeug ist darüber hinaus für Microsoft Lync Server 2013, weitere Betriebssysteme und TK-Anlagen freigegeben. [mehr]

Tipps & Tools

Pfingsten ganz ohne Ochsentour [19.05.2013]

In Bayern und Österreich gilt als Pfingstochse derjenige, der am Pfingstsonntag am längsten schläft. In manchen Orten wird dieser Langschläfer sogar auf einer Schubkarre durchs Dorf gefahren, um aller Welt zu zeigen, wer einfach nicht aus den Federn gekommen ist. Da Sie diese Zeilen lesen, gehen wir davon aus, dass Sie es aus dem Bett geschafft haben, über die Feiertage aber eventuell arbeiten müssen. Egal wie, IT-Administrator wünscht Ihnen in jedem Fall schöne Feiertage und dass Sie diese ohne Rechenzentrums-Ochsentour und möglichst stressfrei verbringen können. [mehr]

Download-Manager in Firefox reaktivieren [16.05.2013]

Wie Windows 8 derzeit unter Beweis stellt, sind manche Neuerungen in weit verbreiteter Software sind nicht immer im Sinne des Anwenders ausgefallen. Auch die neue Firefox-Version 20 hat damit zu kämpfen, dass der bekannte Download-Manager mit Balken als Status-Anzeige plötzlich verschwunden ist. Durch die Integration der Funktion in die Bedienleiste öffnet der Browser jetzt kein eigenes Fenster mehr für den Download. Diesen Umstand können Sie mit einem kleinen Eingriff jedoch rückgängig machen. [mehr]

Buchbesprechung

Understanding IPv6, 3. Auflage

von Joseph Davies

Anzeigen