Totgesagte leben länger
Für die Netzversorgung von großen USV-Systemen bietet sich ein dreiphasiger Anschluss förmlich an: Zum einen teilt sich die aufgenommene Leistung auf drei Kabel auf, was die einzelnen Querschnitte vermindert. Dadurch lassen sich Kabel flexibler verlegen. Zum anderen werden die einzusetzenden Absicherungen entsprechend kleiner dimensioniert und dadurch insgesamt kostengünstiger. Zu guter Letzt stehen auch am Ausgang der USV drei Phasen zur Verfügung, die entweder als einzelne Phasen ins sichere Netz eingebunden werden oder aber für dreiphasige Verbraucher zur Verfügung stehen.
Auf den ersten Blick ließe sich daher annehmen, dass einphasige USV-Systeme heutzutage entweder überflüssig sind oder sollten aus Kostengründen nicht mehr eingesetzt werden. Allerdings gibt es zahlreiche Einsatzbereiche, in denen einphasige USV-Systeme gegenüber den dreiphasigen Anlagen die Nase vorn haben. Ihre Vorteile liegen dabei eigentlich auf der Hand: Sie sind flexibel einsetzbar, schnell an andere Einsatzstellen zu transportieren, lassen sich ohne großen Aufwand anschließen und in praktisch alle Umgebungen integrieren. Ob es sich um den Netzwerkswitch in einem weiteren Stockwerk, das Videoüberwachungssystem beim Pförtner oder den Kassencomputer im Einkaufsmarkt handelt, oftmals sind kleinere einphasige Systeme flexibler und einfacher in das bestehende Stromnetz zu integrieren.
Zugleich bringt die dezentrale Anordnung weitere Vorteile: Im Falle einer Katastrophe- wie etwa einem Großbrand bricht schnell die gesamte Stromversorgung zusammen. Fällt früher oder später die zentrale Groß-USV ebenfalls aus, stehen dann keinerlei Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung. Hier ist die Feuerwehr dankbar für zusätzlich dezentral über einzelne kleine USV-Systeme abgesicherte Rolltore, Schiebetüren oder dergleichen, die bei dieser dezentralen Anschlussart über einphasige Geräte oft noch länger funktionsfähig bleiben.
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