Fachartikel

IAIT-Test: LOGINventory 5

Mit LOGINventoy 5 bietet Schmidt's LOGIN eine neue Version seiner Inventarisierungs- und Lizenzmanagement-Suite an. Die Software zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie ohne Agenten auf den zu analysierenden Clients auskommt, bietet aber noch eine Vielzahl weiterer nützlicher Funktionen wie beispielsweise eine vollständige Integration in die Windows-Administrationsumgebung. IAIT hat als unabhängiges Testlabor die fünfte Ausgabe des Tools genau unter die Lupe genommen.
Das Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT) hat überprüft, ob LOGINventory 5 hält, was der Hersteller verspricht
LOGINventory führt über das Netz Hard- und Software-Inventarisierungen von Windows-Systemen und SNMP-fähigen Netzwerkkomponenten durch. Alle gefundenen Informationen landen in einer zentralen Datenbank und stehen dort für spätere Abfragen zur Verfügung. Für die Datensammlung im Netz müssen die Administratoren lediglich die zu durchsuchenden Adressbereiche angeben, es sind keine Softwareinstallationen auf den zu analysierenden Computern erforderlich. Zum Erfassen der Daten verwendet LOGINventory auf Windows-Systemen die Remote-Registry, den File-Service und optional WMI (Windows Management Instrumentation), ist also nicht auf WMI angewiesen. WMI kommt wegen seiner schlechten Performance sowieso nur dann zum Einsatz, wenn sonst nichts geht.

Darüber hinaus beherrscht die Netzwerkinventarisierungs-Suite SNMP, um Informationen anderer Netzwerkkomponenten, wie von Druckern, Routern, Switches oder von Linux-, Unix- und MacOS-Systemen mit in die Datenbank aufzunehmen. Dabei greift die Lösung auf Definitionen aus folgenden MIBs zu: Host-Resources, Bridge, Entity, Printer, RFC1213, IP und IF. Um das System effizient einsetzen zu können, reicht es also aus, sicherzustellen, dass die benötigten Dienste auf den Windows-Rechnern aktiv und zugänglich sind und dass die Nicht-Windows-Komponenten mit einem korrekt konfigurierten SNMP-Agenten arbeiten.

Technische Hintergründe
LOGINventory besteht aus mehreren Komponenten. Neben der LOGINventory-Management-Konsole, über die die Administratoren die Daten analysieren können, sind das das Tool LOGINquiry, das die Informationen im Netzwerk sammelt, das Werkzeug LOGINsert, das die von LOGINquiry gewonnenen Erkenntnisse in die Datenbank einträgt, eine Konfigurationssoftware und die Datenbank selbst. Neben der Microsoft-Jet-Datenbank unterstützt die Software auch externe Datenbanken, so dass die zuständigen IT-Mitarbeiter dazu in der Lage sind, die Inventarisierungsdaten auf dem gleichen Datenbanksystem unterzubringen, wie ihre anderen Informationen. Zu den kompatiblen externen Datenbanken gehören unter anderem der Microsoft SQL Server 2005 und 2008 sowie Oracle und MySQL. Auf Clientseite arbeitet das System mit allen SNMP-fähigen Komponenten zusammen und unterstützt zudem die Windows-Versionen 95, 98, 98SE, ME, NT4.0, 2000, XP, 2003, Vista, 2008, 7 und 2008 R2.


Bild 1: LOGINventory 5 führt zuverlässig Buch über die Windows-Rechner im Netzwerk

Das Abfrage-Tool LOGINquiry ist dazu in der Lage, die Daten mehrerer Rechner parallel zu sammeln, so dass ein Analyselauf im Netz nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Der Hersteller gibt an, dass die Lösung zum Analysieren eines Nodes zwischen fünf und 25 Sekunden benötigt, da die Analysen parallel zueinander ablaufen, ergibt sich in der Summe aber eine deutlich geringere Zahl. Im Testlabor kamen wir unter dem Strich auf eine gute Sekunde pro inventarisiertem Rechner. Bei Bedarf führt das System die Inventarisierung auch mit Hilfe eines Logon-Scripts auf den Clients durch, diese Komponente nennt sich LOGINfo.

Der Test
In unserem Test nutzen wir LOGINventory 5, um von einem zentralen Server aus regelmäßig die im Netz vorhandenen Systeme aus zu inventarisieren. Dabei setzen wir als Server (auf dem LOGINventory mit seiner Datenbank lief) Windows Server 2008 R2 ein. Bei den Komponenten im Netz handelte es sich um SNMP-fähige Router von Funkwerk und Intra2net, Switches von Cisco/Linksys, Netzwerkdrucker von Dell sowie Computersysteme unter Centos-Linux 5.4, Solaris 10, MacOS X 10.4, Ubuntu-Linux 8.04, Windows XP, Windows Server 2003 R2, Windows 7 und Windows Server 2008 R2. Da wir die SNMP-Systeme in unserem Netz schon seit langer Zeit unseren Bedürfnissen entsprechend konfiguriert hatten, mussten wir für den Test auf Clientseite kaum Konfigurationsänderungen vornehmen. Nach dem ersten Scan stellten wir lediglich fest, dass LOGINventory auf zwei Windows XP-Professional-Systemen mit Service Pack 3 die WMI-Daten nicht abfragen konnte.

Da dieser Schritt optional ist, spielte das zwar keine große Rolle, der Vollständigkeit halber gewährten wir LOGINventory auf diesen Rechnern für den Test aber Zugriff auf den WMI-Dienst, und zwar durch das Öffnen der Windows-Firewall für den Remote-Admin-Service mit Hilfe des Befehls "netsh firewall set service RemoteAdmin enable". Danach sammelte das System in unserem Netz alle Daten wie gewünscht und wir hatten keine weiteren Konfigurationsschritte durchzuführen. Das agentenlose Design sorgt übrigens nicht nur für einen geringen Konfigurationsaufwand, sondern bringt auch noch einen anderen Vorteil: LOGINventory bleibt für die Computerbenutzer im Betrieb völlig unsichtbar. Da die Inventarisierungs-Suite, wie bereits erwähnt, auch externe Datenbanken unterstützt, gehörte es neben dem Inventarisieren und Analysieren der Daten auch noch zu unserem Testprogramm, das System in Verbindung mit dem SQL-Server 2008 Service Pack 1 – dieses System lief auf einem Rechner unter Windows Server 2008 R2 – und MySQL 5.1.36 auf einem Opensuse-11.2-Rechner zu nutzen.


Bild 2: Das LOGINventory-Dashboard bietet den Anwendern einen ersten
Überblick über die inventarisierten Systeme


Installation
Bevor wir uns dem Funktionsumfang der Software zuwenden, gehen wir jetzt an dieser Stelle zunächst einmal auf die Installation des Systems ein. LOGINventory 5 benötigt zum Betrieb mindestens einen PC mit einem Prozessor mit einem GHz Taktfrequenz, einem GByte RAM und zehn GByte Festplattenplatz. Das Inventarisierungswerkzeug läuft unter Windows XP mit Service Pack 2 oder 3, Windows Vista mit Service Pack 1 oder 2, Windows 7, Windows Server 2003 mit Service Pack 2, Windows Server 2008 mit und ohne Service Pack 2 und Windows Server 2008 R2. Auf dem betroffenen System sollten zudem mindestens die Microsoft Management Console 3.0, die Microsoft Data Access Components 2.5 und das Dotnet-Framework 2.0 vorhanden sein. Weitere Mindestanforderungen sind der Internet Explorer 7 und Adobe Reader 7. Darüber hinaus spielt die Setup-Routine auf den LOGINventory-Rechnern die Visual-C++-2008-Runtime-Library ein, falls diese noch nicht vorhanden sein sollte.

Nach dem Start des Setup-Wizards entschieden wir uns für die vollständige Installation (alternativ ist es auch möglich, nur die Management-Konsole, die Inventory-Komponenten, LOGINsert oder diverse Werkzeuge zu installieren) und ließen das Setup anschließend durchlaufen. Nach dem ersten Start der Software merkt das System, dass keine Datenbank existiert und bietet den Anwendern zunächst an, das Netz zu scannen. Dabei wurde das aktuelle Subnetz bereits als Default-Einstellung vordefiniert. Startet der IT-Verantwortliche jetzt den Scan-Vorgang, so trägt LOGINventory die gefundenen Informationen in eine lokale Jet-Datenbank ein. Soll ein anderes Datenbanksystem das Ziel sein, so müssen die zuständigen Mitarbeiter zuerst das Konfigurationswerkzeug aufrufen und dort die gewünschte Datenbank angeben. Alternativ lässt sich das Konfigurationstool auch nutzen, um das Verzeichnis, in dem die Daten gesammelt werden, zu definieren und um Zeitpläne für das automatische Laufenlassen der Tools LOGINquiry und LOGINsert zu erstellen. Solche Zeitpläne lassen sich einsetzen, um die Datenbank immer auf dem aktuellen Stand zu halten, ohne dabei auf das Loginskript angewiesen zu sein. Im Test ergaben sich dabei keine Probleme.


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24.02.2010/Dr. Götz Güttich, Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT)

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