Vor allem Mittelständler, die als Zulieferer für große Konzerne arbeiten, befinden sich in einem auch für die IT perfiden Abhängigkeitsverhältnis: Um Großunternehmen beliefern zu dürfen, müssen sie strenge Qualitäts- und Lieferauflagen erfüllen. Doch selbst wenn die IT nicht durch die Auflagen eines Konzerns getrieben wird – die IT-Verfügbarkeit bestimmt heute indirekt die Lieferfähigkeit. Immer öfter erwägen daher auch kleinere und mittelständische Unternehmen die Investition in Monitoring-Technologien. In der Vergangenheit machten hohe Einstiegsinvestitionen solche Überlegungen schnell wieder zunichte – aber neue Technologien sowie der Erfolg der Open Source-Plattform Nagios haben ein neues Bewusstsein für die Vorteile von Monitoring geschaffen.
Open Source verschlingt oft Arbeitskraft
Der Einsatz von Monitoring-Technologie im Mittelstand wird vor allem von zwei wesentlichen Faktoren beeinflusst: durch begrenzte IT-Budgets und personelle Ressourcen. Lösungen, die dem Mittelstand gerecht werden wollen, müssen also diese beiden maßgeblichen Faktoren angemessen berücksichtigen. Viele mittelständische Unternehmen haben heute bereits Monitoring-Lösungen im Einsatz – oft auf Open Source-Basis. So anziehend dieser Ansatz in vielerlei Hinsicht auch ist, beim Monitoring macht er oft erhebliche Probleme, die nur durch die scheinbar geringen Kosten nicht ausgeglichen werden können. Nagios zum Beispiel ist vergleichsweise wartungsintensiv – wenn mehr als ein paar Basisparameter überwacht werden sollen, wird schnell die komplette Arbeitskraft eines Mitarbeiters in Anspruch genommen. Die Kosten, die durch eine solche Lösung entstehen, sind daher also nicht wirklich gering – sondern nur in den Personalkosten versteckt.
Kommerzielle Lösungen belasten das Budget
Auch kommerzielle Monitoring-Lösungen von großen Anbietern stellen den Mittelstand vor Probleme. Auf der einen Seite bringen sie meist sehr hohe Startinvestitionen mit sich, berücksichtigen gleichzeitig aber nur Standardszenarios - individuelle Anpassungen können nur mit großem Aufwand und zusätzlichen Investitionen vorgenommen werden. Zusätzlich ist die Administration dieser Lösungen meist vergleichsweise aufwändig und beansprucht die Ressourcen der IT-Abteilung erheblich. Eine weitere Herausforderung sind die häufig gewachsenen, heterogenen IT-Landschaften im Mittelstand.

Bild 1: Eine Monitoring-Lösung sollte auf jeden Fall
die Überwachung verteilter Standorte erlauben
Lösungen verschiedener Hersteller Seite an Seite mit einer vor Jahren erworbenen Individuallösung erschweren die Auswahl einer passenden Lösung. Das umfassende Monitoring dieser Landschaften erfordert hohen Anpassungsaufwand. Die knappen personellen Ressourcen führen zudem dazu, dass viele IT-Teams im Mittelstand sich aus internen und externen Personen zusammensetzen, da das interne Team nicht groß genug ist, um alle Aufgaben zu übernehmen. Für das Monitoring bedeutet das: Je nach Problem muss die Monitoring-Lösung die richtigen Leute benachrichtigen – auch über Unternehmensgrenzen hinweg.
Eine zusätzliche Herausforderung für die knappen Ressourcen in mittelständischen Unternehmen ist die dezentrale Organisation von IT-Systemen in Unternehmen mit mehreren Standorten. Neben einem zentralen Rechenzentrum müssen so oft mehrere Niederlassungen mit in das Monitoring integriert werden, um einen umfassenden Überblick über die IT-Ressourcen im Unternehmen zu gewährleisten.
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