Fachartikel

IAIT-Test: FrontRange DSM 7

FrontRange bietet mit dem "Desktop und Servermanagement 7" eine umfassende Management Suite für Unternehmensnetzwerke. Das Tool beherrscht nicht nur Inventarisierung und Softwareverteilung (inklusive OS-Deployment) und verfügt über eine sehr leistungsfähige Skriptsprache, sondern übernimmt auch das Patch-Management, die Verwaltung von Citrix-Terminalservern und die Arbeit mit virtuellen Umgebungen. IAIT hat sich angesehen, was das Produkt in der Praxis leistet.
Das Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT) beschäftigt sich in diesem Test mit FrontRange DSM 7
Das "Desktop und Servermanagement 7" (DSM 7) von FrontRange (die Nachfolgelösung von Enteo 6.2) arbeitet mit einer modularen Architektur. Serverseitig benötigt das Werkzeug einen Dateiserver als zentrales Depot, einen Datenbankserver, der die Management-Datenbank zur Verfügung stellt und schließlich den zentralen Management Point mit dem Business Logic Server. Soll DSM 7 auch Inventarisierungsfunktionen unterstützen, so müssen die zuständigen Mitarbeiter zusätzlich noch eine Kopie von FrontRange Discovery (ehemals Centennial Discovery) im Netz installieren. In unserer Testumgebung installierten wir alle drei Serverrollen und die Discovery-Software auf einem System unter Windows Server 2008 mit Service Pack 2 in der 64-Bit-Version. Unser Server arbeitete mit zwei Intel-Xeon-Prozessoren mit 1,6 GHz Taktfrequenz, vier GByte RAM und 80 GByte Festplattenplatz. In großen Umgebungen empfiehlt der Hersteller, die Serverrollen auf mehreren Rechnersystemen einzuspielen, um die Last bestmöglich zu verteilen. Die verwalteten Clients erhalten dann im Betrieb jeweils einen Agenten, der mit dem DSM-7-Server kommuniziert, ihm Daten - wie beispielsweise den Systemstatus – übermittelt und Jobs ausführt, die der Server dem jeweiligen System zugeteilt hat, wie etwa die Installation von Updates.

In unserem Test haben wir zuerst den DSM-7-Server aufgesetzt und dann Agenten auf die Betriebssysteme Windows XP mit Service Pack 3, Windows Server 2003 R2 mit Service Pack 2, Windows Server 2008 mit Service Pack 2, Windows 7 mit Service Pack 1 und Windows Server 2008 R2 mit Service Pack 1 verteilt. Darüber hinaus integrierten wir noch ein Windows-Server-2008-R2-System auf dem Citrix XenApp 6 installiert war, in unsere Testumgebung.  DSM 7 unterstützt übrigens auch Linux-Systeme.

Im Betrieb führten wir zunächst eine Inventarisierung aller vorhandenen Systeme durch, verteilten diverse Softwarepakete auf den Clients im Netz, spielten mit Hilfe der DSM-7-OS-Deployment-Funktion auf einem neuen Rechner Windows 7 ein und generierten zum Schluss Pakete mit veröffentlichten Anwendungen für den Citrix-Server. Darüber hinaus gingen wir auch noch auf den Funktionsumfang der Software als Ganzes ein.

Installation
Da die Installation des Systems in der Dokumentation gut beschrieben wird, gehen wir hier nur auf die wesentlichen Punkte ein. Für unsere Testumgebung verwendeten wir als Datenbank den Microsoft SQL Server 2008 R2 Express, der auch auf dem DSM-7-Installationsmedium mitgeliefert wird – wenn auch nur für Testzwecke. In Produktivumgebungen dürfte es sinnvoller sein, die Vollversion des SQL-Servers zu verwenden.


Bild 1: Der DSM-Konfigurationsassistent stellt sicher,
dass alle zum Betrieb der Software erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind


Im Test spielten wir zuerst FrontRange Discovery ein, um in den Genuss der nahtlosen Integration dieses Inventarisierungswerkzeugs in die Managementlösung zu kommen. Diese Integration versetzt Administratoren beispielsweise in die Lage, Discovery-Abfragen – wie etwa die Suche nach allen Windows-7-Rechnern im Netz – als Installationsziele für Softwaredeployments zu nutzen und so Pakete an alle Computer mit einem bestimmten Betriebssystem zu verteilen. Nach dem Discovery-Setup installierten wir dann DSM 7. Sobald die dazugehörige Installationsroutine abgeschlossen ist, startet automatisch ein Konfigurationswizard, der den IT-Verantwortlichen beim Einrichten von DSM 7 hilft. Der ganze Vorgang wird ebenfalls ausführlich im Getting-Started-Guide der Software beschrieben, so dass wir uns an dieser Stelle nicht weiter damit befassen.

Das Verwaltungswerkzeug
Nachdem DSM 7 eingespielt war, setzten wir und zunächst mit dem Funktionsumfang der Software auseinander. Nach dem Aufruf der Verwaltungskonsole landet der Administrator in einem übersichtlichen Werkzeug, das vom Aufbau her der Microsoft Management Console 3.0 nachempfunden wurde, so dass Administratoren mit Windows-Erfahrung sicherlich bei der Arbeit mit der Lösung keine Schwierigkeiten bekommen werden. Oben befindet sich eine Menüzeile, über die die Benutzer die Ansicht anpassen und den aktiven Kontext auswählen können (hier gibt es vier Optionen: "Infrastruktur", "Computer und Benutzer", "Software" sowie "Virtuelle Umgebungen").


Bild 2: Die FrontRange DSM Konsole kommt aufgeräumt und übersichtlich daher

Infrastruktur
Wenden wir uns jetzt den eben genannten Kontextansichten zu. Der erste nennt sich wie gesagt Infrastruktur und umfasst alle Punkte, die zum Administrieren der DSM-Installation erforderlich sind. Wie in der Microsoft Management Console 3.0 steht auch hier links eine Baumstruktur zur Verfügung, über die die Mitarbeiter einzelne Komponenten der Infrastruktur selektieren können. In der Mitte findet sich der eigentliche Arbeitsbereich und rechts steht eine Leiste mit Befehlen und Hilfestellungen bereit.

Bei der Infrastrukturansicht besteht die Baumstruktur links aus der vorhandenen Site mit Firma, Region, Stadt, Abteilung oder ähnlichen zuvor konfigurierten Einträgen. An dieser Stelle lassen sich dem System auch Regionen, weitere Sites, Management Points, Repositories und ähnliches hinzufügen. Darüber hinaus ist es möglich, die Konfiguration zu bearbeiten, beispielsweise die Proxy-Einstellungen oder das zentrale Master Passwort für DSM Remote. Die Infrastrukturansicht repräsentiert die physikalische Netzwerkstruktur im Unternehmen und hilft IT-Fachkräften so beim schnellen Auffinden der für sie relevanten Punkte. Im Test gab es bei der Arbeit mit dem Bereich "Infrastruktur" keine Probleme.

Computer und Benutzer
Interessanter ist der Kontext, der sich mit Computern und Benutzern auseinandersetzt. Hier verwalten die Administratoren die Client-Systeme und die Benutzerkonten. Auf der linken Seite findet sich wieder eine Baumstruktur, die verschiedene Ordner umfasst und die Organisationsstruktur des Unternehmens abbildet (im Gegensatz zu Infrastruktur, welche – wie eben erwähnt - die physikalische Netzwerkstruktur wiedergibt). Neu in die Umgebung aufgenommene Computer und Benutzerkonten landen zunächst einmal im Ordner "New Users and Computers" und lassen sich von dort aus dann in andere Folder unter "Managed Users and Computers", wie etwa "LAN", "DMZ" oder ähnliches verschieben – die Konfiguration der Ordnerstruktur bleibt dabei den IT-Mitarbeitern überlassen. Im Test teilten wir DSM 7 zu diesem Zeitpunkt die Rechnernamen unserer Windows Clients mit. Daraufhin konnten wir mit der rechten Maustaste auf ihre Einträge klicken und den Befehl "Manage Computers" ausführen woraufhin die Managementsuite die Agentensoftware auf die betroffenen Systeme verteilte und sie in die Verwaltungsumgebung aufnahm. In unserer Umgebung ergaben sich dabei keine Probleme. In großen Umgebungen wird es sinnvoller sein, entweder den Client per Login-Skript zu verteilen, oder die komplette Active-Directory-Infrastrukturen zu importieren – dieser Vorgang lief im Test ebenfalls ohne Schwierigkeiten ab – und die Agentensoftware dann auf alle neu eingelesenen Systeme einzuspielen.

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2.09.2011/Dr. Götz Güttich, Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT)

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