Fachartikel

Rollenverwaltung unter Exchange 2013 mit der PowerShell (1)

Neben den Database Availability Groups war Role Based Access Control – kurz RBAC – eine der größten Anpassungen in Exchange 2010. Die Tragweite ist auch in Exchange 2013 zu spüren, denn das Konzept bietet deutlich mehr Flexibilität bei der Rechtevergabe als die vorherigen Access Control Lists. Dieser Workshop geht auf die wichtigsten Punkte zur Konfiguration über die PowerShell ein. In Teil 1 erklären wir die verschiedenen RBAC-Methoden und geben eine Übersicht zu Rollen und Gruppen.
Damit Benutzern und Administratoren sämtliche nötigen Rechte zur Wahrnehmung ihrer täglichen Aufgaben zur Verfügung standen, arbeitete Exchange 2007 noch mit einfachen Access Control Lists (ACL). Bei strukturierten und starren Systemen ist dies ein effektiver Weg, um Rechte zu vergeben. Exchange jedoch ist ein sehr dynamisches System, das mit tausenden Objekten arbeitet und ein granulares Berechtigungskonzept benötigt. Role Based Access Control (RBAC) mit ihrem Rollenkonzept ist das Ergebnis und bietet die nötige Flexibilität. In Exchange 2013 steuert RBAC sowohl, welche Verwaltungsaufgaben durchgeführt werden können, als auch den Umfang, in dem Benutzer jetzt ihre eigenen Postfach- und Verteilergruppen verwalten können.


Bild 1: Die Zusammenhänge der verschiedenen RBAC-Komponenten (wer darf was wo).
RBAC-Methoden
Bei RBAC gibt es zwei Varianten der Zuordnung von Berechtigungen zu Benutzern. Die jeweils gewählte Methode hängt vom Benutzertyp ab. Für Administratoren kommen Verwaltungsrollengruppen zur Anwendung, während bei Benutzern die Richtlinien für die Zuweisung von Verwaltungsrollen greifen. Jede Methode ordnet dabei den Benutzern die Berechtigungen zu, die sie für ihre Tätigkeit benötigen. Das Rollenkonzept besteht dabei aus den folgenden Komponenten:

  • Verwaltungsrollengruppe: Eine spezielle universelle Sicherheitsgruppe, in der Sie Mitglieder einer Rollengruppe zusammenfassen. Dieser Gruppe werden Verwaltungsrollen zugewiesen und Mitglieder werden über die Gruppe hinzugefügt oder entfernt. Verwaltungsrolle: Eine Verwaltungsrolle ist ein Container für die Zusammenstellung von Verwaltungsrolleneinträgen.
  • Anhand von Verwaltungsrollen werden die spezifischen Tasks definiert und zusammengefasst, die die Mitglieder einer Rollengruppe ausführen können.
  • Verwaltungsrolleneintrag: Ein Verwaltungsrolleneintrag ist ein Eintrag zu einem Cmdlet oder einem Skript zur Wahrnehmung spezifischer Tasks in einer Rolle.
  • Verwaltungsrollenzuweisung: Verknüpft eine Verwaltungsrolle mit einer Verwaltungsrollengruppe. Durch das Zuweisen einer Rolle zu einer Rollengruppe erhalten Mitglieder der Rollengruppe die Möglichkeit, die in der Rolle definierten Cmdlets auszuführen. Rollenzuweisungen können Verwaltungsrollenbereiche verwenden, um den Wirkungsbereiche einer Zuweisung einzugrenzen.
  • Verwaltungsrollenbereich: Der Einfluss- oder Wirkungsbereich einer Rollenzuweisung. Wird eine Rolle mit einem Bereich einer Rollengruppe zugewiesen, grenzt der Verwaltungsbereich genau ein, welche Objekte diese Zuweisung verwalten darf. Die Zuweisung und ihr Bereich werden auf die Mitglieder der Rollengruppe übertragen und schränken diese Mitglieder ein. Ein Bereich kann aus einer Liste von Servern oder Datenbanken, Organisationseinheiten oder Filtern für Server-, Datenbank- oder Empfängerobjekte bestehen.
  • Richtlinie für die Verwaltungsrollenzuweisung: Der Rollenzuweisungsrichtlinie werden Verwaltungsrollen zugewiesen. Benutzer bekommen die Rollenzuweisungsrichtlinie dann bei der Erstellung ihrer Postfächer zugewiesen. Auf diesem Weg ist definiert, welche Rechte zur Verwaltung ein Benutzer in seinem Postfach oder in Verteilergruppen hat.
Seite 1: RBAC-Methoden
Seite 2: Übersicht über Rollen und Gruppen


Seite 1 von 2 Nächste Seite >>
9.01.2017/dr/ln/Christian Schulenburg

Nachrichten

HPE baut hyperkonvergentes Portfolio aus [22.03.2017]

HPE hat auf der CeBIT 'HPE SimpliVity 380' angekündigt, die erste hyperkonvergente Infrastruktur mit SimpliVity OmniStack auf HPE-Servern. Am 17. Februar hatte HPE die Akquisition von SimpliVity abgeschlossen. Die Neuvorstellung vereint jegliche benötigte Infrastruktur und Daten-Services auf dem laut HPE weltweit meistverkauften Server, dem HPE ProLiant DL380. [mehr]

Lang hingucken [13.03.2017]

ViewSonic stellt mit dem 'VA2719SH' einen neuen, großformatigen Monitor für den Einsatz im Büro vor. Das neue Modell misst 27 Zoll und bietet Full-HD-Auflösung (1920 x 1080). Das IPS-Panel im Format 16:9 leistet eine Helligkeit von 300 cd/qm und einen Kontrast von 1.000:1. [mehr]

Tipps & Tools

Alternative zum Windows-Startmenü [24.03.2017]

Für Power-User von Windows und IT-Profis ist eine leistungsfähige Menüauswahl sehr wichtig. Ein Blick auf das kostenfreie Tool 'Startmenü X' kann deshalb nicht schaden – das Programm ersetzt das Windows-Startmenü durch eine umfangreicher ausgestattete Alternative. Mit der Startmenü-Erweiterung lässt sich zunächst die Größe der Einträge ändern sowie das Startmenü an einem beliebigen Ort platzieren. Weiterhin können Sie über Register den Zugriff auf Programme, Quick-Start-Shortcuts oder Autorun-Applikationen gewähren. [mehr]

Netzwerknamen unter Windows 10 ändern [23.03.2017]

Wer in der Systemsteuerung von Windows bei dem oder den LAN-Adaptern einmal die Einstellungen überprüft, dem wird schon aufgefallen sein, dass die vom System vorgegebenen Netzwerknamen unter Windows mit 'Netzwerk' oder 'Netzwerk1' nicht gerade besonders aussagekräftig sind. In den älteren Windows-Versionen ließ sich das mit wenigen Mausklicks ändern. Unter Windows 10 hingegen müssen Sie mit ein paar kleinen Eingriffen über die Registry nachhelfen. [mehr]

Buchbesprechung

Datenschutz-Grundverordnung

von Niko Härting

Anzeigen