Fachartikel

Praktische Tools für Domänencontroller (2)

Windows-Server und insbesondere Domänencontroller und somit das Active Directory stellen zahlreiche Dienste und Informationen bereit, die der Administrator stets im Blick haben sollte. Doch die Unterstützung, die er dabei beispielweise vom Active Directory erhält, sorgt nicht immer für Gewissheit darüber, dass tatsächlich alles nach Plan läuft. Dieser Artikel will dies mit Werkzeugen zur Dokumentation des Active Directory, dessen Visualisierung und auch der Funktionskontrolle von Domänencontrollern ändern. Aber auch bei der Leistungsoptimierung der Server selbst kommen clevere Werkzeuge zum Einsatz. Im zweiten Teil kümmern wir uns um die Bereitstellung und Optimierung von Microsoft-Serverdiensten. Außerdem messen und beheben wir Leistungsprobleme.
Auch bei der Arbeit mit Domänencontrollern kommt es auf die Wahl des richtigen Werkzeugs an.
Bereitstellung und Optimierung von Microsoft-Serverdiensten
Das "Microsoft Assessment and Planning Toolkit" (MAP) [7] ist eine agentenlose Inventarisierung und kann Bewertungen und Berichte für Migrationen erstellen. Sie können mit den Tools aus dem MAP-Toolkit Migrationen zu Windows 10, Windows 8.1, Windows 7, Office 2013, Office 2010, Office 365, Windows Server 2016, Windows Server 2012 und Server 2012 R2 planen. Aber auch Serverdienste wie SQL Server 2014, Hyper-V, Microsoft private Cloud Fast Track und Windows Azure sind Bestandteil. Microsoft bietet zu deren Verwendung auf der Downloadseite umfassende Anleitungen, inklusive einem Getting Started Guide [8] und Beispielberichten [9]. Auch im TechNet bietet Microsoft eine umfangreiche Hilfe zum Toolkit an [10].


Bild 3: Mit MAP planen Sie die Migration und den Einsatz neuer Anwendungen im Netzwerk.

Nach dem ersten Start des Tools erstellen Sie zunächst eine neue Datenbank, in der MAP seine Inventarisierungsdaten speichert. Dazu nutzt MAP die kostenlose Datenbank "SQL Server 2012 LocalDB". Nachdem das Werkzeug gestartet ist, steuern Sie die Datenbank über "File / Manage Databases", wo Sie alle Datenbanken sehen, die an MAP angebunden sind. Außerdem können Sie hier Datenbanken importieren und exportieren, was für die Auswertung der Daten über andere Werkzeuge durchaus sinnvoll sein kann.

Über die verschiedenen Registerkarten im Fenster schalten Sie zwischen Cloud, Desktop, Server, Desktop Virtualization, Server Virtualization, Database, Usage Tracking und Environment um. Sie können auch auf der linken Seite zwischen den Optionen switchen.
In der Mitte der Konsole sehen Sie die Schritte, die Sie nacheinander durchführen müssen, um eine Datengrundlage zu erhalten, mit der Sie später eine Migration durchführen können. Die neue Version hat Microsoft erweitert und bietet Unterstützung in folgenden Bereichen:

  • Planung der Bereitstellung von Windows Server 2012/2012 R2 und Windows 7/8.1.
  • Unterstützung der Desktop-Virtualisierung, inklusive Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Session-basierte Virtualisierung mit Remote Desktop Services.
  • Bereitstellung von Daten zur Cloudbasierten Nutzung von SQL Server 2012/14 und SQL Azure.
  • Virtualisierung von Linux Servern mit Hyper-V.
  • Mögliche Einsparungen durch eine Migration von VMware zu Hyper-V.
  • Mögliche Szenarien zur Migration oder Einbindung von Office 365 und Microsoft Azure ins Netzwerk.
  • Microsoft Private Cloud Fast Track.
  • Integration von Office 2010/2013.
Arbeiten Sie die verschiedenen Schritte durch und lassen Sie die Server und Computer im Netzwerk scannen. Nach der Analyse bietet MAP eine Datengrundlage. Klicken Sie zunächst auf "Collect Inventory Data". Es startet ein Assistent, der Sie bei der Inventarisierung unterstützt. Im Assistenten können Sie noch die Container, Domänen und Organisationseinheiten festlegen, die MAP durchsuchen soll. Zur Überprüfung der Rechner stehen WMI, Active Directory und PowerShell zur Verfügung.


Bild 4: Die einzelnen Bereiche der MAP-Messung lassen sich im Hauptfenster detaillierter analysieren.

Öffnen Sie nach dem Scanvorgang den Bericht, sehen Sie die inventarisierten Daten. Im rechten Bereich haben Sie jetzt die Möglichkeit über den Link "Generate Report" einen Bericht auf Basis einer Excel-Tabelle zu erstellen. Sie sollten für eine zuverlässige Analyse auch die Leistungsdaten der Server sammeln. Dazu klicken Sie auf "Customize Assessment Properties". Hier können Sie festlegen, welche Hardware-Voraussetzungen die Server erfüllen müssen.

Haben Sie "Server Virtualization" als Migrationsprojekt ausgewählt, stehen noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Sie können zum Beispiel über einen benutzerdefinierten Zeitraum alle Server mit einer WMI-Abfrage messen lassen und auch diese Daten in die Migrationsplanung integrieren. Diesen Vorgang starten Sie mit "Collect Performance Data". Auch hier hilft ein Assistent bei der Konfiguration der Messung.

Leistungsprobleme in Windows Servern messen und beheben
Für die Leistungsanalyse und -Verbesserungen auf Servern stellt Microsoft das "Windows Performance Toolkit" zur Verfügung. Dieses kostenlose Tool ist Bestandteil des "Windows Assessment and Deployment Toolkits for Windows 8.1" [11]. Sie messen mit diesem Toolkit Leistungsprobleme auf Arbeitsstationen, aber vor allem auf Servern.

Eine erste Leistungsmessung beginnen Sie mit dem "Windows Performance Recorder" in der grafischen Oberfläche. Öffnen Sie das Tool und klicken Sie auf "Start", um die Messung zu beginnen. Führen Sie typische Aufgaben mit dem Server durch. Über "More Options" spezifizieren Sie über diverse Einstellungen die Messung.

Klicken Sie auf den Punkt "Save", erstellt der Windows Performance Recorder eine ETL-Datei mit den Daten der Messung. Diese lesen Sie im Windows Performance Analyzer ein, um sie auszuwerten. Öffnen Sie dazu das Tool und klicken Sie auf "File / Open", wählen die erstellte ETL-Datei aus und lassen diese in das Tool importieren.

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Seite 2: Leistungsprobleme in Windows Servern messen und beheben


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10.04.2017/jp/ln/Thomas Joos

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