Fachartikel

Plattformansatz für sichere Mobile-App-Bereitstellung

Mobile Applikationen sind heute bei der Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern unverzichtbar. Die Entwicklung und Integration der Anwendungen in die Backend-Systeme ist allerdings oft mit großem Aufwand verbunden. Als wenig effizient haben sich traditionelle siloartige Lösungsansätze erwiesen. Der Fachartikel zeigt, dass Unternehmen im Hinblick auf eine generelle IT-Zentralisierung und Standardisierung auf Plattformlösungen zurückgreifen sollten, die inzwischen mit hohem Funktionsumfang auf dem Markt verfügbar sind.
Ein zentrales Management von mobilen Apps begünstigt eine sichere und effiziente Mobile-Nutzung.
Mobile Apps haben das Potenzial, viele Unternehmens-Workflows effizienter zu gestalten und neue Geschäftsprozesse zu ermöglichen. Allerdings erweist sich die Erstellung mobiler Apps und die sichere Integration in die existierende IT-Infrastruktur in der Regel als erhebliche Herausforderung, da die meisten unternehmenskritischen ERP-, CRM-, BPM- oder Datenbank-Systeme in der Vergangenheit als monolithische Applikationen entwickelt wurden – Mobile Computing war zu dieser Zeit noch kein Thema.

Eine Erweiterung solcher Anwendungen zur Nutzung durch mobile Endgeräte erfordert deshalb eine kosten- und zeitaufwändige Überarbeitung, umfangreiche Tests und eine Neuimplementierung des Programmcodes zur Einbindung der mobilen App. Deutlich minimiert werden kann der Aufwand nur durch die Nutzung einer Plattformlösung.

Vor allem große Unternehmen befassen sich schon seit etlichen Jahren mit Mobile Computing und nutzen den mobilen Vertriebskanal. Vielfach haben sie mit unterschiedlichen Technologien und Ansätzen ein umfangreiches Spektrum von Applikationen geschaffen. Grund hierfür ist auch, dass sie meistens kein eigenes Mobile-Entwicklungsteam aufgebaut, sondern auf externe Dienstleister zurückgegriffen haben.

Bei deren Entwicklungen standen in vielen Fällen aber weder IT-Standards noch Verfahren im Vordergrund, mit denen die Applikationen wirklich sicher im Unternehmen verankert werden können. Die fehlende Standardisierung der bei der App-Entwicklung eingesetzten Technologien hat dazu geführt, dass die Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien äußerst schwierig ist. Und aus IT-Architektur-Sicht muss klar gesagt werden: Eine solche Vorgehensweise ist nicht mehr zeitgemäß.
Ein Umdenken setzt ein
Es zeichnet sich aber eine Trendwende ab – und zwar hin zu einer Zentralisierung und Standardisierung und Nutzung von Mobile Application Platforms. Eine ähnliche Entwicklung ist beispielsweise auch aus der Java-Welt bekannt. Früher konnte hier hinsichtlich der Softwareentwicklung mit einer gewissen Berechtigung von einem Wildwuchs gesprochen werden. Geändert hat sich dieser Zustand erst mit dem Aufkommen von Java-EE-Application-Servern, mit denen ein Rahmenwerk für die standardisierte Entwicklung von Webanwendungen zur Verfügung stand.

Bei fast allen Mobile-Entwicklungen sind mehrere Herausforderungen zu berücksichtigen. Im Wesentlichen sind dabei zu nennen:

  • Backend-Integration
  • Heterogenität von Geräten und Betriebssystemen
  • Fragmentierung der Frontend-Technologien
  • Sicherheit
  • Time-to-Market
  • kontinuierliche Entwicklung und Bereitstellung
Leistungsspektrum einer Mobile-Application-Plattform
Um die wichtigsten Anforderungen im Hinblick auf eine reibungslose Einbindung mobiler Applikationen in die Unternehmensinfrastruktur zu erfüllen, sollte eine zukunftsweisende Mobile-Application-Plattform im Wesentlichen über vier grundlegende Funktionen verfügen: Unterstützung verbreiteter Plattformen und Tools, effiziente Integration in unterschiedliche Backend-Systeme, integrierte Sicherheit und durchgängiges Lifecycle Management.

1. Unterstützung gängiger Geräte und Tools
Durch die Heterogenität mobiler Geräte und genutzter Tools beziehungsweise Frameworks muss die Mobile-Application-Plattform ein breites Anwendungsspektrum bieten, das für Unternehmen sowohl lokal als auch in der Cloud nutzbar sein sollte. Zunächst muss die Plattform Entwicklern die Möglichkeit bieten, die Frontend-Technologie ihrer Wahl zu verwenden. Im Hinblick auf JavaScript wären hier etwa Angular, Backbone, Ionic, Ember oder React zu nennen. Darüber hinaus sollte die Lösung zum Beispiel native SDKs für iOS, Android und Windows 10 Mobile sowie hybrides Apache Cordova, HTML5, Titanium Appcelerator und Microsoft Xamarin unterstützen. Auch ein Support für integrierte Entwicklungsumgebungen (IDEs) wie Red Hat JBoss Developer Studio, WebStorm, Sublime Text, Komodo oder Microsoft Visual Studio sollte gegeben sein.

Wichtig ist zudem, dass vorhandene mobile Anwendungen einfach und schnell importiert und zentral verwaltet werden können – unabhängig davon, ob es native, HTML5- oder hybride Applikationen sind. Auch Builds für mehrere Geräte sollten Unterstützung finden, zum Beispiel für native und hybride Anwendungen im iOS-, Android- oder Windows-10-Mobile-Umfeld. Dadurch entfällt auch die Notwendigkeit zum Aufbau gerätespezifischer Hardware- und Software-Umgebungen für die Entwicklung neuer Anwendungen.

Nicht zuletzt ist es von Vorteil, wenn die Plattform auch Möglichkeiten für eine codelose Entwicklung bietet, zum Beispiel mit Drag-and-Drop-Entwicklungs-Tools sowie Vorlagen zum schnellen Erstellen von Prototypen und mobilen Apps.

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9.08.2017/ln/Sebastian Faulhaber, Senior Solution Architect Middleware bei Red Hat

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