Fachartikel

Einfacher Einstieg in Cloud-Anwendungen

Der Bitkom Cloud Monitor 2017 zeigt, dass weit mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen bereits die Cloud verwenden – sei es als gemietete Infrastruktur, als Dokumentenablage oder als Plattform für Entwickler. Doch es gibt andererseits Tendenzen, die darauf hinweisen, dass viele nach dem Einstieg in die Cloud wieder auf On-Premise-Systeme zurückkehren. Damit der Weg in die Cloud zielführend und beständig wird, sind Unternehmen daher gut beraten, sich vorab über einige Erwartungen klar zu sein, die sie an Cloud-Anwendungen, aber auch an sich selbst haben.
Der Weg in die Cloud kann dabei helfen, neue Prozesse umzusetzen – von einer steilen Lernkurve ist jedoch auszugehen.
Die Cloud verspricht nicht nur Skalierbarkeit, sondern auch Kostenersparnis. So zahlt ein Unternehmen nur die Ressourcen, die es auch nutzt. Wer also Anwendungen etwa am Wochenende nicht in Betrieb hat, zahlt dafür auch Sonntags keine Server. Diese Vorteile dürften den meisten Unternehmen bereits bekannt sein – doch die Cloud kann wesentlich mehr. Dank ihrem kontinuierlichen Entwicklungsmodell etwa bietet sie sehr kurze Release-Zyklen, sodass sich Patches schneller ausrollen lassen und Unternehmen stets auf dem neusten Stand der Software arbeiten.

Ein weiterer spürbarer Vorteil lässt sich unter dem Stichwort Integration zusammenfassen – denn wer verschiedene Dienste in einer Plattform vereint, kann von Infrastruktur-, Wartungs- und Entwicklungs-Services erheblich einfacher profitieren. Die Cloud leistet somit Hilfe zur Selbsthilfe: Mit Cloud-Diensten lassen sich Geschäftsfunktionen automatisieren und somit beschleunigen.

Die Cloud muss mehr als eine webbasierte GUI sein
Ein Unternehmen braucht jedoch mehr als nur eine webbasierte Benutzeroberfläche, um Daten zu sammeln, zu speichern und darauf zuzugreifen. Die Erwartungshaltung an die richtigen Cloud-Dienste sollte sein, dass diese auch Geschäftsprozesse sinnvoll unterstützen – etwa über Workflows und Best Practices. In der Regel verfügt ein Unternehmen über Hunderte von Anwendungen, die auf einer Plattform laufen, und in die das unternehmerische Best-Practices-Know-how von Anfang eingeflossen ist.

Davon sollte ein Unternehmen auch in der Cloud weiterhin profitieren. Allerdings kann es sein, dass eine Cloud-Anwendung anders arbeitet als die vorhandenen Geschäftsprozesse. In diesem Fall sollten Unternehmen auch zur Selbstreflexion in der Lage sein. Vielleicht ist es von Zeit zu Zeit sinnvoll, die eigenen Prozesse anzupassen, statt dysfunktionale Modelle beizubehalten, nur weil es schon immer so gemacht wurde. Die Cloud bietet somit die Gelegenheit zur internen Optimierung.
Die richtige Anwendung
Wenn sich ein Unternehmen dazu durchgerungen hat, seine Prozesse tatsächlich zu ändern und nicht nur kurzfristig anzupassen, sollte es sich wirklich sicher sein, mit welcher Cloud-Anwendung es zu tun hat. Cloud-Anwendungs-Plattformen sind zahlreich und bedienen nahezu alle Bereiche im Unternehmen, von Finanzen und HR bis Marketing und Vertrieb. Doch nicht jede Anwendung ist eine echte Cloud-Anwendung. Es existieren zahlreiche Angebote, die On-Premise-Anwendungen lediglich in der Cloud hosten, jedoch nicht über die gleichen schnellen Aktualisierungszyklen und Flexibilität verfügen. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen und gegebenenfalls Spezialisten hinzuzuziehen, bevor es an die Transformation der Prozesse geht.

Anpassung mit Augenmaß
Die Zeiten, in denen neue Versionen Ausfallzeiten verursachten und vorhandene individuelle Anpassungen zerschossen, sind längst vorbei. Anwendungsplattformen sind heute flexibel und kundenspezifisch. Workflow-Tools gehören ebenso zur Standardausrüstung wie benutzerdefinierte Datensätze und Datenfelder sowie anpassbare Benutzeroberflächen. Darüber hinaus lassen sich mit den umfangreichen Datenmodellen einer komplexen Cloud-Suite Anwendungen ohne Wechsel der Plattform konfigurieren und anpassen. Doch aufgepasst – nur weil Konfigurationen locken, sollte nicht immer alles angepasst werden. Vielmehr sollten 20 Prozent Anpassung für 80 Prozent des Business Values ausreichen und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens unterstützen.

Vertrauen ist gut...
Sicherheit ist Trumpf. Das gilt für deutsche Unternehmen schon immer, und angesichts der jüngsten spektakulären Angriffe und neuer Datenschutzvorschriften sind Sicherheit und Zugriffkontrolle längst Pflicht. Gerade beim Thema Cloud treffen zwei Welten aufeinander – denn Deutsche tun sich schwer, diesem nebulösen Konzept zu vertrauen. Die Skepsis ist im Prinzip auch ein guter Motor, um für wirklich effektive Sicherheitskontrollen zu sorgen. Etwa kann ein Unternehmen heute selbstverständlich von seinem Dienstleister erwarten, selbst die Kontrolle über Zugriffsrechte und Zugänge zu behalten, ebenso wie über die Inhalte seiner Datenbanken.

Diese Ansprüche sollten Unternehmen beim Weg in die Cloud formulieren und sich danach orientieren, welche Anbieter ihre hohen Ansprüche erfüllen. Denn diese haben längst erkannt, was deutschen Anbietern wichtig ist – das zeigen nicht nur "Cloud Made in Germany" und deutsche Rechenzentren, sondern auch Anbieter aus Übersee, die sich zertifizieren lassen und weitgehend granulare Kontrollen anbieten.

Steile Lernkurve in die Cloud
Die Implementierung von Cloud-Anwendungen ist oft nicht ganz einfach. Große Vielfalt, extensive Konfigurierbarkeit und rollenbasierte Sicherheit und Sichtbarkeit machen die Aufgabe nicht gerade leichter. Wer in die Cloud will, muss daher mit einer steilen Lernkurve rechnen – das betrifft die Führungsebene genauso wie die IT. Investitionen in Schulung und Beratung durch erfahrene Implementierungspartner dürften hier für eine erfolgreiche Einführung sehr wertvoll sein. Zweifellos wird es in den nächsten Jahren bei den Implementierungspartnern – sowohl Spezialisten für Boutique-Anwendungen als auch globale Anbieter – viele neue Angebote geben, die Unternehmen auf dem Weg in die Welt der Cloud-Anwendungen unterstützen.

Automatisierte Integrationen, die den manuellen Aufwand für Betrieb und Wartung von Anwendungen reduzieren, spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle, um die Effizienz von Unternehmen und ihren IT-Teams zu verbessern. Umfangreiche Integrationen mit anderen Systemen tragen außerdem dazu bei, Transaktionen im Unternehmen zu beschleunigen sowie Kosten und Reibung zu reduzieren. Darüber hinaus können automatisierte Integrationen die Gesamtbetriebskosten erheblich reduzieren, da die manuelle Verarbeitung wegfällt.

Fazit
Ein Unternehmen, das alle diese Punkte gründlich durchdacht hat, kann beruhigt damit starten, seine Geschäftsprozesse in die Cloud zu verlagern und die damit verbundenen Vorteile zu nutzen. Die Welt der Cloud-Anwendungen mag von außen kompliziert erscheinen, aber die Unterstützungsangebote sind so vielfältig, dass kein Unternehmen alleine den Herausforderungen entgegentreten muss.
13.09.2017/ln/Brett Stineman, Director of Product Marketing bei Dell Boomi

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