Fachartikel

Gut und günstig: Büroserver im Eigenbau (I)

Gerade für kleine Unternehmen muss es nicht immer ein Server von der Stange sein. Der Eigenbau der Netzwerkzentrale stellt eine flexible und – in Zeiten sinkender Hardwarepreise – kostengünstige Alternative dar. Wir zeigen Ihnen in der folgenden Online-Serie, welche Hardware für Ihre Anforderungen die richtige ist und auf was Sie bei der Auswahl der einzelnen Komponenten unbedingt achten sollten.
Büroserver à la carte: Die Auswahl der geeigneten Komponenten muss kein Buch mit sieben Siegeln sein
PC-Hersteller bieten Büro-Server für KMUs in den verschiedensten Varianten an. Dabei muss der Kunde oft tief in die Tasche greifen und beim Thema Erweiterbarkeit, Performance und Energieeffizienz erfüllen nicht alle Angebote die Erwartungen. Auch greift der Support oft erst nach 24 Stunden, was nicht immer die beste Lösung ist. Aus diesem Grund stellen wir in dieser Artikelserie die verschiedenen Komponenten vor und zeigen Ihnen, wie Sie selbst einen Hostrechner für Serveraufgaben zusammenstellen und montieren. Unsere wesentlichen Kriterien dabei sind niedrige Kosten bei der Anschaffung und während des Betriebs. Da dieser Server rund um die Uhr in Betrieb ist, legen wir viel Wert auf Stabilität. Wir beantworten dabei Fragen zum Stromverbrauch, der Lautstärke und natürlich auch der Rechenleistung des Servers. Ziel ist es, einen Server für unter 2.000 Euro netto zu bauen, der die Leistungsfähigkeit eines vergleichbaren Servers von IBM, Dell oder HP von um die 2.900 Euro aufweist.

Die von uns gebaute Maschine soll in Büros zum Einsatz kommen, in denen bis zu 30 Mitarbeiter täglich auf den Server zugreifen und dort Daten ablegen. Die Herausforderung an den Server dabei: Jeder Mitarbeiter soll schnell auf die Daten zugreifen können und Anwendungen müssen flüssig laufen. Die anfallenden Datenmengen eines Unternehmens sind dabei natürlich stark abhängig von der Nutzung digitaler Inhalte. Hierbei können schnell einige hundert GByte Festplattenkapazität erreicht werden. Unser Server verfügt über 438 GByte, die bei einem geplanten Raid 1E-Verbund effektiv 219 GByte ergeben. Hier sollten Sie je nach Mitarbeiterzahl und Datenmengen eventuell höhere Kapazitäten einplanen.

Der Server soll über genügend Rechenleistung verfügen, um zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, ohne hierbei den einzelnen Mitarbeiter bei seiner Arbeit zu beeinträchtigen. Dabei ist denkbar, den Hostrechner zusätzlich als Mail- beziehungsweise Datenbankserver sowie für Terminaldiensten oder Virtualisierung zu nutzen. Das Mainboard ist "VMware Ready Certified" (schaffte also die Prüfkriterien des Hardwarezertifizierungs-Programms von VMware) und somit geeignet für die Verwendung der Serversoftware VMware ESX Server 3.5.

Hier  zunächst die einzelnen Hauptkomponenten im Überblick:

Komponente Modell
Hauptplatine:
Prozessor:
Speicher:
Festplatten:
Tyan Thunder n3600M (S2932-E) SAS
2 x AMD Opteron 2376 Quad-Core
32GB Kingston ValueRAM 667MHz DDR2 ECC Reg CL5 Dual Rank
3 x 147GByte Seagate Cheetah 15K.6 SAS

Der Prozessor: AMD Opteron 2376 Quad-Core
Die erste Entscheidung bei der Planung eines Computers ist die hinsichtlich des Prozessors. Hier stehen Sie vor der Qual der Wahl: Intel oder AMD. Wir wählten einen AMD-Prozessor. Neben der Leistungsfähigkeit und dem Preis steht der Energieverbrauch eines dauerhaft laufenden Servers im Vordergrund. Im Jahr kommen hier schnell ein paar hundert Euro zusammen. Wir entschieden uns für zwei Server-Prozessoren des Typs AMD Opteron 2376 Quad-Core zum Stückpreis von 140 Euro, die auch bei rechenintensiven Anwendungen nicht in die Knie gehen. Die Vier-Kern-CPUs arbeiten mit einem Prozessortakt von 2,3 GHz.


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27.05.2009/mh

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