Für die Performance von Applikationen ist im Regelfall nicht nur die Prozessorleistung verantwortlich. Mitentscheidend ist die I/O-Leistung, wenn es um den Transfer der Daten von und zu Netzwerken oder Storage-Systemen geht. Bei Datenbank-Anwendungen begrenzt dagegen oft die Performance des Arbeitsspeichers selbst die Systemleistung. Bei DDR2-SDRAM taktet der I/O-Puffer mit der zweifachen Frequenz der Speicherchips. Hier liefert das RAM, genau wie bei dem älteren DDR1-Standard, jeweils bei steigender und fallender Flanke des Taktsignals gültige Daten. DDR-SDRAM liest mit einem Read-Kommando (mindestens) zwei aufeinanderfolgende Adressen, beim DDR2-SDRAM sind es schon vier.
Wir bestückten acht der 16 Speicherbänke der Server-Hauptplatine mit DDR2-667-SDRAM – und zwar mit 4-GByte-Modulen von Kingston, den ValueRAM DDR2 667MHz ECC Reg CL5 Dual Rank. Das PC2-5300-Modul hat einen realen Takt von 166 MHz, der I/O-Takt kommt dabei auf 333 MHz. Effektiv verfügt der Speicher über 667 MHz. Für eine schnellere Datenverarbeitung laufen die acht Speichermodule paarweise im Zwei-Kanal-Modus, was zu einer Übertragungsrate im Dualchannel auf 10,6 GBit/s führt. Der Speicher verfügt über einen Error-Correcting-Code (ECC), ein Fehlerkorrektur-Algorithmus, der im Gegensatz zur Paritätsprüfung in der Lage ist, einen 1-Bit-Fehler zu korrigieren und einen 2-Bit-Fehler zu erkennen. Das ECC-Verfahren benötigt auf 32 Bit sieben Check-Bits und auf 64 Bit acht Check-Bits. Das ECC-Verfahren erhöht die Datenintegrität und sollte in Serversystemen nicht fehlen.

Acht SDRAM-Speicherriegel mit insgesamt 32 GByte fanden in unserem Büroserver
ihr neues Zuhause
Die Kompatibilität und die Stabilität war uns bei diesem Systembaustein das Wichtigste, dennoch achteten wir auf die laufenden Kosten, denn neben den Prozessoren kann sich auch der Arbeitsspeicher zum Energiefresser entwickeln. Acht Riegel von Fully-Buffered-DIMMs, kurz FB-DIMMs, verbrauchen unter Last mehr Strom als ein Prozessor. Deswegen verzichtet AMD auf FB-DIMMS. Auch unsere 45-nm-Opterons nutzen DDR2-basierte Speicherriegel, die mit bis zu 800 MHz Taktfrequenz erhältlich sind. Dieser RAM-Typ ist kostengünstiger und sparsamer. Für die Suche bietet Kingston hier einen Service an: Die Speichermodule der Firma werden auf vielen im Handel erhältlichen Platinen – wie auch unserem Modell Thunder n3600M – auf Kompatibilität und Stabilität getestet. Auf der Webseite lassen sich über einen Konfigurator die passenden Module anzeigen. Für unseren Server wählten wir die Module KVR667D2D4P5K2/8G aus. Die Arbeitsspeicher von Kingston sind zwar etwas teurer, überzeugen jedoch durch Stabilität. Bei den mittlerweile geringen Kosten für Arbeitsspeicher entschieden wir uns insgesamt für angemessene 32 GByte. Denn die Höhe des Arbeitsspeichers ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie viele virtuelle Server der Anwender auf einem System aufsetzen kann.
Die Festplatten: Drei Seagate Cheetah 15K.6 SAS mit je 147 GByte
Im Unternehmensbereich ist es empfehlenswert, sich aus Gründen der Zuverlässigkeit und Performance für SCSI zu entscheiden. SAS, das für Serial Attached SCSI steht, ist eine serielle Version des parallelen SCSI-Bus. Sowohl SATA als auch SAS basieren dabei auf einer 8-Bit/10-Bit-Codierung (übertragene 10 Bit für 8 Bit Nutzdaten). Die Taktrate von 3 GHz – das gleicht 2,4 GBit/s – ergibt eine Brutto-Bandbreite von 300 MByte/s für das Interface. Für unseren Server fiel die Wahl auf das Modell Seagate Cheetah 15K.6 ST3146356SS mit 147 GB. Das 3,5-Zoll-Laufwerk rotiert mit 15.000 Umdrehungen pro Minute, der Datenpuffer beträgt 16 MByte. Die Seagate Cheetah 15K.6 besitzt zwei Datenscheiben mit jeweils drei Schreib-Lese-Köpfen. Die durchschnittliche Zugriffszeit der Cheetah 15K.6 liegt laut Hersteller bei 2 Millisekunden und ermöglicht den Transfer von bis zu 171 MByte pro Sekunde. Die Platten arbeiteten mit der Perpendicular-Recording-Technik, die eine wesentlich höhere Datendichte erzielt. Außerdem verfügen die Festplatten über eine so genannte Seagate PowerTrim-Technologie. Diese soll den Energieverbrauch im Ruhezustand um mehr als 60 Prozent gegenüber den Vorgängermodellen reduzieren. Die Zuverlässigkeit respektive MTBF (Mean Time Between Failures) der SAS-Laufwerke gibt Seagate mit 1,6 Millionen Betriebsstunden an. Die Annualized Failure Rate (AFR), also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Laufwerk innerhalb eines Jahres ausfällt, liegt so bei 0,55 Prozent.
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