Fachartikel

Gut und günstig: Büroserver im Eigenbau (III)

Im zweiten Teil unserer Online-Serie haben wir Ihnen den Arbeitsspeicher, das Gehäuse und die Festplatten mit dem jeweiligen RAID-Verbund unserer Wahl genauer vorgestellt. In der letzten Folge versorgen wir Sie mit praktischen Tipps für die Montage des Rechners und informieren Sie über die Ergebnisse unserer umfangreichen Technik- und Performance-Tests.
Im dritten Teil des Server-Workshops geht es ans Zusammensetzen der Komponenten
Im Gegensatz zu einem Komplettpaket von der Stange muss unser Eigenbau-Server selbst zusammengesetzt werden, was allerdings auch Ungeübten in rund zwei Stunden gelingen sollte. Wir folgen dabei der gedruckten englischen Anleitung des Herstellers des Mainboards und des Gehäuses. Hilfreich sind hier gerade die Bildstrecken für die Abfolge der Schritte. An Werkzeug sollten je ein Kreuz- und ein Schlitzschraubenzieher bereit liegen und eine Dreiklammer-Pinzette für das Greifen der Schrauben zum Andrehen.

Für das Verbinden der Front-Anschlüsse mit dem Mainboard ist eine Pinzette hilfreich. Ebenso empfiehlt es sich, Kabelbinder für die vielen Kabel bereit zu halten. Bevor es losgeht, sollten Sie nicht vergessen, sich selbst zu erden. Hierzu fassen Sie entweder einen Wasserhahn an, um statische Aufladung abzuleiten, oder Sie benutzen ein Erdungsarmband. Vergessen Sie diesen Schritt nicht, denn statische Aufladung gefährdet bei allen Arbeiten Computer-Hardware die sensiblen Elektronik-Bauteile.

Schritt für Schritt entsteht der Server
Bevor wir mit der Bestückung beginnen, prüfen wir alle bestellten Teile auf Vollständigkeit. Dazu müssen wir bereits jetzt das Gehäuse öffnen, da sich das Zubehör und die Schrauben im Tower befinden. Da bisher nur ein Gehäuselüfter und das Netzteil im Tower vorhanden sind, sollten Sie die zusätzlichen zwei 90 mm Lüfter als Erstes einbauen. Die Lüfter werden mit je vier Schrauben so an der Front fixiert, dass die kalte Luft von außen in den Server transportiert wird. Hierbei zeigt ein Pfeil auf dem Lüfter die Luftstromrichtung an. Der bereits installierte 120mm Lüfter an der Rückwand führt die Luft ab. Hierbei gibt es drei manuelle Einstellungen zur Wahl der Geschwindigkeit. Wir belassen ihn auf der mittleren Stufe.
 
Slideshow 1: Die Bilder zeigen die einzelnen Komponenten sowie die verschiedenen Stadien beim Zusammensetzen des Servers

Als nächstes wechseln wir die ATX-I/O-Blende. Da sie nicht zum Board passt, verwenden wir die Blende des Motherboard-Herstellers. Beim Einsetzen sollten Sie darauf achten, sich an den scharfen Kanten des Gehäuses und der Blende nicht zu schneiden, ebenso sollten Sie etwas Handliches wie das Griffstück des Schraubendrehers zur Hilfe nehmen, da die Blende sonst nur schwer einzusetzen ist.

Wir wenden uns wieder der Front zu. Wir befestigen das Festplatten-Backplane in den oberen zwei 5¼-Zoll-Laufwerkschächten und direkt darunter mit den mitgelieferten Schnelleinbauschienen das DVD-Kombi-Laufwerk. Fest montiert bestücken wir die drei 3½-Zoll-Festplatteneinschübe der Backplane mit unseren Seagate Cheetah 15K.6 SAS Festplatten. Das Gehäuse ist soweit bereit für das Motherboard.

Beim Prozessor-Einbau Wärmeleitpaste nicht vergessen
Nun bestücken wir das Motherboard mit den zwei CPUs und den dazugehörigen Lüftern. Der Vorteil der von uns gewählten Sockel ist, dass der CPU-Lüfter auf das Board geschraubt wird, anstatt über einem Bügel befestigt zu werden. Dabei ist im Regelfall recht viel Druck nötig, damit der Bügel einschnappt, so dass es im schlimmsten Fall zu einer Beschädigung des Boards oder des Prozessors kommen kann. Zu beachten ist, dass bei unseren Lüftern die Wärmeleitpaste fehlt. So müssen wir diese selbst auftragen. Die Paste wird direkt auf die Oberseite der CPU aufgestrichen und sorgt für eine optimale Verbindung zwischen Prozessor und Lüfter. Die Menge sollten Sie so wählen, dass die Oberfläche vollständig, aber nur dünn bedeckt ist. Auf keinen Fall sollte die Kühlpaste nach dem Anbringen des Lüfters an den Seiten herausquellen. Nach dem Zusammenbau empfiehlt es sich, den Lüfter mit der zugehörigen Stromversorgung "CPUFAN1" und "CPUFAN2" auf dem Mainboard zu verbinden.

Im nächsten Schritt nehmen wir uns den Arbeitsspeicher vor. Hierbei sollten Sie beachten, dass beide CPUs auf den Arbeitsspeicher zugreifen sollen. Bei unserer Konfiguration bedeutet das jeweils vier Riegel. Eine Grafik in der Anleitung des Motherboards zeigt die Anordnung. Zuerst müssen Sie die Haltebügel an den Modulen nach außen drücken, um den Steckplatz zu entriegeln. Nun können Sie den Riegel einsetzen, allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Kerbe des Speichers genau an der Stelle der Unterbrechung im Steckplatz sitzt. Nur dann lässt sich der Riegel herunterdrücken. Dabei müssen gleichzeitig die Bügel in die seitlichen Aussparungen am Arbeitsspeicher einrasten.

Das Mainboard zieht ins Gehäuse ein
Die Hochzeit steht an: Die Verbindung von Motherboard und Gehäuse. Hierzu legen Sie das Gehäuse auf die Seite, um das Board leichter hineinlegen zu können. Zuerst einmal schrauben wir die Abstandshalter ein, dabei sollte auf die Löcher im Board geachtet werden. Im Zubehör befinden sich eine kurze und eine lange Variante der Abstandshalter. Die kurzen gehören zum Extra-Serverrahmen. Da wir diesen nicht verwenden, kommen nur die langen zum Einsatz. Auf die Abstandshalter legen Sie nun die Hauptplatine, natürlich so, dass die Anschlüsse für die Peripherie auf die Rückseite des Gehäuses zeigen. Abschließend können Sie die Platine mit Hilfe der mitgelieferten Schrauben mit den Abstandshaltern verbinden. Ziehen Sie die Schrauben dabei nicht zu fest an, sonst könnte das Mainboard beschädigt werden. Beim Einbau des Motherboards müssen Sie darauf achten, die Klammern an der I/O-Blende leicht nach oben zu biegen, damit alle Anschlüsse gut von außen zugänglich sind.

Auch wenn das Ziel bald erreicht ist: Beim Verbinden der Komponenten ist noch einmal volle Konzentration gefordert. Welcher Stecker an welche Stelle gehört, zeigt sich eigentlich von allein, denn er passt nur an seinen vorgesehenen Platz. Ansonsten hilft das Mainboard-Handbuch weiter. Beim Stromanschluss des Mainboards schließen wir zuerst das 8-polige und dann das 24-polige EPS12V Kabel an und zuletzt das 4-polige Stromkabel, die alle leicht zu erkennen sind. So versorgen Sie die Grundfunktionen der Platine mit Energie. Fehlen eigentlich nur noch die Strom- und SAS-Kabel für die Festplatte sowie das optische Laufwerk.

Kniffeliger wird es jetzt, schließlich wollen noch die Power- und HDD-Leds zum Leuchten gebracht werden. Außerdem benötigt der kleine Lautsprecher, der den Status des PCs verrät, Energie zum Piepen. Ferner sollten Sie nicht den Power- und den Reset-Knopf vergessen. Zu guter Letzt wollen auch noch die vorderen USB-Anschlüsse und die zwei zusätzlichen Lüfter mit dem Board verbunden werden. Wieder kommt es auf eine eindeutige Beschriftung der Kabel und einen guten Draht zum Handbuch an, dann aber ist die Arbeit in wenigen Minuten erledigt.

Nun heißt es, das Gehäuse wieder zusammenzuschrauben und die Ein- und Ausgabegeräte anzuschließen. Noch schnell das Netzteil mit der Steckdose verbunden, dann ein kurzes Stoßgebet und dann können Sie das erste Mal den Power-Button drücken. Nach der Konfiguration von BIOS und RAID steht dann der fertig installierte Büro-Server vor Ihnen.


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18.09.2009/mh

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