Damit beim Abziehen und Bespielen ein OMA-Archiv-Image zum Einsatz kommt, müssen Sie lediglich einen passenden Image-Typ auf dem OMA-Server festlegen. Dabei müssen Sie natürlich denjenigen Typ auswählen, der Ihrer manuellen Installation entspricht. In unserem Fall verwenden wir für das home-Dateisystem einen Image-Typ, der den dafür vorgesehenen Plattenbereich nur mit einem UFS-Dateisystem formatiert. Für das root-Dateisystem greifen wir auf einen Image-Typ zurück, der beim Abholen der Dateien mit Hilfe des Programms "fdisk" die Lage und Größe der Solaris-PC-Partition ausliest und mit Hilfe des Programms "format" die Unterteilung dieser Partition in Slices ermittelt.
Beim Bespielen sorgt der gewählte Typ vor dem Übertragen der Dateien für die Erstellung der Solaris-PC-Partition, den Aufbau der Slices und das Anlegen eines UFS-Dateisystems. Nach dem Transfer der Dateien werden automatisch der Bootloader grub auf die Platte geschrieben und die notwendigen Hardwareeinstellungen gesetzt. Die angepassten Dateien /etc/vfstab und /etc/X11/xorg.conf werden bei Bedarf ebenfalls übermittelt. Einfacher kann die Verwendung einer einzigen Solaris Installation für alle PCs nicht sein. Die noch vor dem Booten übertragenen Individualdateien und Softwarepakte sorgen dafür, dass sich der Rechner schlüsselfertig am Netz meldet. Auch für Solaris gilt der Grundsatz, dass Softwarepakte schon vor dem ersten Booten verteilt werden, aber erst bei dem ersten Booten installiert werden.
Im Film IV-2 wird die 1,5 GByte umfassende Archiv-Datei verschlüsselt über das Netz geschoben, durch den Client dekomprimiert und der Inhalt von 173.819 Dateien wird auf die Festplatte geschrieben. Zum Einsatz kommt eine Solaris-Vollversion. Die reine Übertragungszeit des Image beträgt zwei Minuten. Damit ist Solaris auch schon verteilt. In der Praxis dauert bei großen Servern das Booten manchmal länger als das Verteilen. Die Bespielung in Film 2 startet automatisch, weil vorab auf dem OMA-Server die entsprechende Festlegung getroffen wurde.
Solaris auf ZFS-Dateisysteme verteilen
Die Vorgehensweise bei der Verteilung auf ein ZFS-Dateisystem sieht ganz anders aus. Der Bespiel-Name verweist auf mehrere Namen, die zusammen dafür sorgen, dass alle notwendigen Aktionen zur Ausführung kommen. Pro Festplatte muss es einen Bespiel-Namen geben, der die Solaris-PC-Partition anlegt und die ganze Partition als Slice "s0" einrichtet. Normalerweise ist das immer die ganze Festplatte, sofern Sie nicht noch andere Systeme neben Solaris auf dem Rechner haben wollen. Im zweiten Schritt kommt ein Bespiel-Name zum Einsatz, der für das Anlegen des ZFS-Pools und einiger leerer Data-Sets sorgt. Danach kommt es zur Übertragung aller Archiv-Images. Pro Archiv-Image wird das passende ZFS-Dateisystem angelegt. Wenn "root" und "var" getrennte Dateisysteme sind, müssen Sie dafür auch zwei Archiv-Images verwenden.
Hinzu kommt noch ein Archiv-Image zum Einfangen des Verzeichnisses "/rpool/boot." Dieser Ordner befindet sich außerhalb des root- und var-Dateisystems. Zuerst wird das boot-Verzeichnis übertragen, danach wird das var-Dateisystem aufgefüllt und zum Schluss ist das root-Dateisystem an der Reihe. Nach dem Übertragen des root-Dateisystems wird wieder der Bootloader grub auf die Platte geschrieben. Das Verteilen der Hardwareeinstellungen, der generierten Individualdateien und der Softwarepakte erfolgt analog zu der Verteilung als UFS-Dateisystem bereits vor dem Booten.
In Film IV-3 wird die 2,2 MByte umfassende Archiv-Image-Datei für das var-Dateisystem in einer Sekunde verschlüsselt über das Netz geschoben, durch den Client dekomprimiert und der Inhalt von 4.267 Dateien gelangt auf die Festplatte. Installiert wird eine Solaris-Core-Version. Die Archiv-Datei für das root-Dateisystem umfasst 232 MByte und 25.841 Dateien. Die Übertragung dauert nur 36 Sekunden. Im Gegensatz zu Film 2 lösen wir hier die Bespielung über ein Login auf dem Client aus.
Online Backup und Recovery
Wer eine Deployment-Disziplin nur bei der Erstbespielung aufrecht erhalten kann, hat die Möglichkeit, OMA-Archiv-Images pro Solaris Rechner einzufangen. Dazu können Sie einen Rechner entweder wieder innerhalb der OMA-Management-Client-Console hochfahren oder das OMA-Archiv-Image bei laufendem Solaris online abziehen. Dafür müssen Sie nur einen Online-Filter auswählen, der die Dateien auslässt, die sich Solaris beim Booten selber zugelegt hat (zum Beispiel "/var/run"). Zur Kontrolle können Sie die Dateilisten von Offline- und Online-Abzug jederzeit gegeneinander vergleichen. Das Verzeichnis "/var/run" darf beispielswiese immer nur als leeres Verzeichnis im Abzug enthalten sein. Grundlage für den Online-Zugriff ist ein Softwarepaket, das bei der Bespielung verteilt wurde und die Datei authorized_keys enthält. Ein anderes Paket ändert die Voreinstellung von Solaris in Bezug auf den SSH-Zugriff für die Kennung root. Damit ist dann alles dafür ausgelegt, um sicher und ausschließlich über die dafür berechtigten OMA-Server Softwarepakete, Patches und alles Andere nachzuverteilen oder im laufenden Betrieb zu entfernen.
Fazit
Selbst wenn nur die vom root-Dateisystem geholten Dateien übrig sind, ist mit einem Blick in die Datei /etc/vfstab klar, was durch die OMA-Imagetypen an Vorarbeiten zu leisten ist, damit das Zurückspielen aller Dateien funktioniert und alles wieder perfekt bootet. Die Technik, eine Musterinstallation für alle Computer zu verwenden, macht es einem zudem einfach, mit Hardware-Lieferanten zu leben, die nicht dazu in der Lage sind, identische Geräte zu liefern. Im letzten Teil unseres Video-Workshops erfahren Sie, wie Sie mit OMA Abbilder von Mac OS X im Netzwerk verteilen.
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