
Die Größe eines Druckautrags ändert sich je nach Druckphase und verarbeitendem Programm
Wie auf dem Bild zu erkennen ist, beträgt die Größe eines beispielhaften PDF-Dokuments 4.313 KByte. Daraus erzeugt Acrobat Reader 9 eine 127.154 KByte große Spool-Datei, die das Drucksystem dann zu einer Druckdatenmenge von 9.221 KB umwandelt. Das sind dann die vom Drucker letztendlich verwendeten Druckdaten. Nach der Addition des Protokolloverheads ergibt sich die faktische Belastung eines Netzwerkes durch einen Druckauftrag.
Tipps und Tricks für das Drucken in virtuellen Desktop-Umgebungen
Tipp Nummer 1: Auflösung reduzieren
Die einfachste Methode, die Menge der zu übertragenden Druckdaten drastisch zu reduzieren, ist eine dem Bedarf angepasste Wahl der Voreinstellungen der verwendeten Druckertreiber. Die meisten Drucker bieten Druckauflösungen von 150, 300, 600 und 1200 dpi (dots per inch). In der Mehrzahl der Fälle reicht eine Standardeinstellung auf 300 oder 600 dpi völlig aus. Mehr als 600 dpi sind nur bei Spezialausdrucken wie etwa Fotoprints sinnvoll. Ist ein Drucker zwar farbfähig, werden aber meistens nur einfache Texte darauf ausgedruckt, kann die Voreinstellung auf Graustufen statt auf Farbe hier zusätzlich eine Verbesserung bringen.
Tipp Nummer 2: Druckertreiber wechseln
Wie bereits erwähnt, kommt der Wahl des Druckertreibers eine zentrale Bedeutung zu. Leider ist der Originaltreiber eines Druckers oft nicht effektiv in Bezug auf die zu übertragende Datenmenge. Halten Sie deshalb Ausschau nach einem (generischen) Treiber, der nicht nur die gewünschten Funktionen eines Druckers unterstützt, sondern auch kleinere Datenmengen generiert. Drucken Sie testhalber Ihre firmentypischen Dateien mit verschiedenen Treibern, und schauen Sie sich dabei jeweils die Größe der Spool-Dateien und die Menge der übertragenen Daten an.
Fast alle Laserdrucker unterstützen heutzutage die beiden Druckersprachen PostScript und PCL (Printer Command Language). Dagegen wird XPS (XML Paper Specification) bisher nur von einer verschwindend geringen Zahl von Druckern unterstützt. Die Namen der PostScript-Treiber enthalten üblicherweise das Kürzel PS. Bei neueren PCL-Treibern findet sich inzwischen häufig der Hinweis auf die Sprache PCL5 oder PCL6. In Bezug auf die Größe von Druckaufträgen sind PCL-Treiber oft die bessere Wahl, besonders PCL6. Allerdings bieten sich PostScript-Treiber dann an, wenn die eingesetzte Anwendung Bilddaten mit Vektoren beschreibt statt mit Pixel-Informationen. Dazu gehören CAD-Programme und Zeichenprogramme wie Adobe Illustrator oder Microsoft PowerPoint. Beim Einsatz von virtuellen Druckertreibern lässt sich eine hohe Komprimierungsrate erzielen.
Tipp Nummer 3: Bandbreite beachten
Das Desktop-Feeling beim Drucken kann nicht nur durch besonders große Datenmengen verloren gehen, sondern – in WLANs und WANs – auch durch Engpässe in der Bandbreite. Wireless LANs bieten zwar meist 54 MBit/s, aber die wirklich zur Verfügung stehende Rate ist in der Praxis deutlich niedriger, da sich hier die nominelle Bandbreite durch die Zahl der Netzteilnehmer teilt. Schmal sind zudem WANs, die heute häufig als DSL-Verbindung über das Internet mit Raten von 2 bis 16 MBit/s angebunden sind. Wenn nun beispielsweise von einer Windows-Workstation in Köln auf einen Netzwerkdrucker gedruckt wird, der auf einem Windows-Druckserver in Dresden freigegeben ist, der physische Drucker aber wiederum in Köln steht, dann werden die voluminösen Druckdaten im EMF-Format von Köln nach Dresden über das WAN übertragen, dort mit dem Druckertreiber gerendert und anschließend als fertiger Druckauftrag über das WAN zurück geschickt.
Fazit
Planen Sie Ihre Netztopologie sorgfältig in Hinblick auf das Drucken. Es lohnt sich, einen Fachmann zur Rate zu ziehen, da nicht jeder das nötige Wissen über Drucksysteme hat. Wenn Sie über WAN oder Wireless LAN drucken, testen Sie Software, die sich auf das Drucken in verteilten Umgebungen spezialisiert hat.
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