Fachartikel

Seite 2 - IAIT-Test: LOGINventory 5

Kommen wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf LOGINquiry zurück, weil die Optionen dieses Tools von einigem Interesse sind. Sie befassen sich nämlich nicht nur mit der Zahl simultaner Scans und der Log-Konfiguration. Das Werkzeug benötigt zum Arbeiten auch Angaben wie die zu untersuchenden SNMP-Communities und Login-Daten für die zu scannenden Systeme (damit es Zugriff auf die dafür benötigten Dienste enthält). Diese lassen sich alle über das Suchfenster eintragen, so dass der Administrator nicht lange nach den Settings suchen muss. Es ist auch möglich, für bestimmte Subnetze oder Rechner bestimmte Credentials anzugeben.

Dank seiner Flexibilität kann das Produkt seine Datenbank über mehrere Domänen und Standorte hinweg aufbauen, bei Bedarf sind die IT-Mitarbeiter sogar dazu in der Lage, mit Hilfe des Konfigurationstools Daten aus unterschiedlichen Datenbank-Typen zusammenzuführen. Auf diese Weise haben die Verantwortlichen die Option, auch dann einen zentralen Zugriff auf ihre IT-Assets zu erhalten, wenn das Unternehmensnetz aus vielen räumlich getrennten Segmenten mit mehreren Domänen besteht, wir halten diesen Ansatz für sehr sinnvoll.


Bild 3: LOGINquiry erlaubt unter anderem die Angabe von Zugangsdaten, um bei den Scans Zugriff auf wichtige Informationen zu erhalten

Zusätzlich zu den genannten Funktionen bietet LOGINquiry auch noch die Option, die Konfigurationsdatei "LOGINfo.ini" zu editieren. Das ergibt beispielsweise Sinn, wenn es erforderlich ist, die Timeouts für Abfragen heraufzusetzen. Während unseres Tests kam es in wenigen Fällen – etwa via WAN-Verbindungen - zu dem Fehler, dass bestimmte Geräte im Netz nicht schnell genug antworteten und deswegen in einen Timeout liefen und nicht bei der Inventur berücksichtigt wurden. Dieser Fehler verschwand, nachdem wir die Werte für "TOTALTIMEOUT" und "INACTIVITYTIMEOUT" in der Konfigurationsdatei verdreifacht hatten.

Funktionsumfang
Wenn der erste Scan-Vorgang abgeschlossen ist (bei unserem Testnetz mit 500 lokalen und über VPN-Verbindungen angebundenen Adressen dauerte das etwa acht Minuten), läuft das LOGINsert-Tool durch und trägt die gefundenen Systeme in die Datenbank ein. Danach haben die Anwender über die Management-Konsole Zugriff auf sämtliche Informationen. Auf unserem Testsystem unter Windows Server 2008 R2 weigerte sich das Management-Tool zunächst zu starten und gab die Meldung aus, dass der Browser im sicheren Modus den Zugriff auf die Adresse "li5bin:///9" untersage. Wir fügten diese Adresse daraufhin den "Vertrauenswürdigen Sites" des Internet-Explorers hinzu, bekamen danach aber trotzdem bei jedem Konsolen-Start eine Fehlermeldung. Diese lässt sich aber ohne weiteres wegklicken und ignorieren, da sie die Funktionalität des Programms in keiner Weise einschränkt. Nach Angaben des Herstellers wird dieses Problem zudem bald behoben sein.

Die Management-Konsole von LOGINventory erscheint als Plugin der Microsoft Management Konsole 3.0 mit einer dreiteiligen Arbeitsmaske. Auf der linken Seite findet sich ein Baum mit einem Konsolenstamm, über den sämtliche Einträge zu erreichen sind. Als erstes spielt hier der LOGINventory-Node eine Rolle, denn er verzweigt direkt zum "LOGINventory Dashboard". Dieses bietet einen schnellen Überblick über die Inventurdaten und die Informationen aus dem Event-Log.

Unter "Assets" führt das System die gefundenen Komponenten mit ihrem Namen, der IP-Adresse, dem Betriebssystem sowie der letzten Boot- beziehungsweise Scan-Zeit auf. Ein Doppelklick auf solch einen Eintrag führt dann in die Detailansicht, in der sich die Administratoren über die Prozessoranzahl, die CPU an sich, die Taktfrequenz, die Speichergröße, den Betriebssystemtyp mit Version und Sprache, den Windows-Produktschlüssel, die SID, die Domäne, den Benutzer und ähnliches informieren können. Die Anwender haben hier auch die Möglichkeit, den Einträgen über einen Rechtsklick manuelle Eigenschaften und Journal-Entries hinzuzufügen.

Abgesehen davon bietet die Software den IT-Verantwortlichen an gleicher Stelle die Option, Details über Hard- und Software der jeweiligen Clients einzusehen. Was die Hardware angeht, so sammelt das System Daten zu Laufwerken, Partitionen (mit freiem Speicherplatz), Arbeitsspeicher, Controllern, Soundkarten, Grafikkarten, Monitor, Drucker, USB-Geräten und Netzwerkinterfaces (mit IP-Adresse, Domäne, Netzmaske, Gateway sowie DNS- und WINS-Servern). Unter Software finden sich die installierten Anwendungen mit Version und Installationsdatum. Die Liste lässt sich jederzeit nach Stichworten, Versionen und ähnlichem durchsuchen. Beim Sortieren und Abfragen großer Datenmengen, beispielsweise der in unserem Netzwerk installierten Windows-Hotfixes, hatten wir im Test den Eindruck, dass diese Vorgänge deutlich schneller abliefen als bei der Arbeit mit der Vorgängerversion.

Zusätzlich zu den genannten Funktionen bietet die Lösung auch noch eine Paket-History, eine Übersicht über die Benutzung der Applikationen und eine Liste der eingespielten Hotfixes. Die Softwaredaten stellt LOGINventory übrigens über die Registry, das Dateisystem und die MSI-Registrierungsdatenbank zusammen. Einträge zu den auf den Client-Rechnern vorhandenen Diensten und Freigaben gehören ebenfalls zum Leistungsumfang der Inventarisierungs-Suite. Anhand dieser Angaben konnten wir uns im Test schnell über die Konfiguration einzelner Clients informieren.

An dieser Stelle noch ein Hinweis: LOGINventory identifiziert die Rechnersysteme anhand des so genannten PC-Unique-Identifiers (PCUID). Da die Benutzer dazu in der Lage sind, diesen selbst festzulegen, eignet sich das Tool auch dazu, mehrere Betriebssysteme zu inventarisieren, die parallel zueinander auf der gleichen Hardware installiert wurden. Alternativ lassen sich bei Bedarf auch Rechner mit verschiedenen Namen und unterschiedlichen Netzwerkkarten als identisch betrachten. In unserem Testlabor ergab der Einsatz dieses Features vor allem in Multi-Boot-Umgebungen Sinn.


Bild 4: Die Softwareaufstellung lässt sich anhand von Schlagworten und ähnlichem auf einfache Weise durchsuchen

Der nächste Punkt "Domänen" dürfte insbesondere für IT-Mitarbeiter in Multi-Domain-Netzwerken von Interesse sein. Er zeigt die vorhandenen Domänen mit den dazugehörigen Rechnern an. Ein Doppelklick auf die entsprechenden Einträge verweist wieder auf die eben vorgestellte Übersicht. Im Test ergaben sich auch bei der Arbeit in Umgebungen mit mehreren Domänen und Arbeitsgruppen keinerlei Schwierigkeiten. Der "Faulty"-Knoten enthält schließlich Einträge, für die keine LOGINventory-Lizenzen mehr vorhanden sind, so dass sie nicht für Abfragen und ähnliches zur Verfügung stehen. Auch fehlerhafte Scans landen an dieser Stelle.

Interessanter sind die Hard- und Software-Bereiche, denn hier können sich die Administratoren über die in ihrem Netz vorhandenen Komponenten informieren. So zeigt die Hardwareübersicht beispielsweise an, welche Prozessoren, Taktfrequenzen, Laufwerke, Netzwerkkarten, Controller, Monitore und ähnliches im Netz gefunden wurden. Darüber hinaus bietet sie Listen zu den Arbeitsspeichern, Netzwerkanschlüssen, Soundkarten, Grafikkarten, Druckern und USB-Geräten. Bei der Software und den Hotfixes zeigt die Lösung nicht nur an, welche Programme wo installiert wurden, sondern auch wo nicht. Das ermöglicht einfache Abfragen, die beispielsweise die Rechner zurückgeben, auf denen keine Antivirus-Lösung läuft, eine sehr nützliche Funktion.

Das Lizenzmanagement
Der nächste Knoten setzt sich mit dem Lizenzmanagement auseinander. Hier erstellen die Verantwortlichen so genannte Lizenzgruppen, in denen sie Softwarepakete gruppieren sowie Lizenzdokumente und Lizenzkäufe verwalten können. Haben die zuständigen Mitarbeiter eine Lizenzgruppe erstellt, zum Beispiel "Microsoft Office 2007", so können sie aus der Softwareübersicht entsprechende Pakete per Drag and Drop in diese Gruppe ziehen.

Sobald alle Office-2007-Installationen aus dem Netz in der dazugehörigen Gruppe sind, lassen sich den Lizenzgruppen über URL-Verknüpfungen Dokumente hinzufügen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Lizenzen mit Kauf- und – falls nötig – Ablaufdatum einzutragen. Im Betrieb zeigt das Lizenzmanagement-Modul dann eine Übersichtsliste an, die mit einem Ampelsystem Aufschluss darüber gibt, ob für bestimmte Lizenzgruppen alles in Ordnung ist, ob Lizenzen fehlen oder ob es teilweise Probleme gibt.

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24.02.2010/Dr. Götz Güttich, Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT)

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