Fachartikel

Reibungslose Migration auf Windows 7

Marktforscher gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten drei Jahre fast zwei Drittel aller gewerblich genutzten Desktop-PCs mit Windows 7 ausgestattet sein werden. Die Migration auf den jüngsten Betriebssystem-Spross lässt sich mit den entsprechenden Tools – etwa dem Microsoft Deployment Toolkit 2010 – im Normalfall recht problemlos bewerkstelligen. Unser Online-Artikel verrät Ihnen, welche Werkzeuge besonders hilfreich sind und was Sie schon bei der Planung unbedingt bedenken sollten.
Mit den geigneten Werkzeugen ist die Migration auf Windows 7 kein Hexenwerk
Der Umstieg auf Windows 7 ist keine Zauberei. Wenn Administratoren umsichtig planen und die richtigen Werkzeuge verwenden, dann gelingt ein weitgehend automatisierter, effizienter und damit auch kostengünstiger Umstieg, auch in großen Organisationen mit hunderten von Clients. Ganz am Anfang steht die Erfassung von Informationen über die IT-Umgebung. Windows 7 läuft – anders als Vista – auch auf älteren PCs ordentlich. Dennoch sind die von Microsoft angebotenen Werkzeuge nützlich: Das Microsoft Hardware Assessment Planning und das Microsoft Application Compatibility Toolkit können gleichzeitig zur Deployment-Lösung eines anderen Herstellers verwendet werden.

Planung ist alles
Wenn Windows 7 die vorhandenen Computer nicht überfordert, können Administratoren noch mehr aus ihrer Infrastruktur herausholen, indem sie die Gelegenheit zur Entschlackung nutzen. Hardware, Software, Netzwerk – was ist für das Unternehmen und seine Geschäftsprozesse noch relevant, was muss nicht mehr "mitgenommen" werden? Die Migration auf Windows 7 ist eine ideale Gelegenheit, die IT-Leichen aus dem Keller zu holen und zu entsorgen, Lizenzen zu überprüfen und zu optimieren. Mit Hilfe einer Informationsmanagement-Lösung können Administratoren das Migrationsrisiko senken, Informationen korrekt verwalten – und im Falle einer Komplikation lässt sich der Betrieb problemlos wieder aufnehmen. Dazu ist auch ein durchdachtes Daten-Backup unerlässlich.

Administratoren sollten Standardimages herstellen und nur die allernötigste Software integrieren, um Komplikationen zu vermeiden und den Migrationsvorgang reibungslos zu gestalten. Die restlichen Applikationen – aktuelle Sicherheitssoftware inklusive – können dann getrennt vom OS eingespielt werden. Maßgeschneidert für bestimmte Anwender und User-Gruppen: Um der Überlastung der Service-Desks vorzubeugen, sollten die Anwendungen samt den individuellen Benutzerprofilen der Anwender ins Image gefasst werden.

Die richtigen Werkzeuge
Das Microsoft Deployment Toolkit 2010 (MDT) wird von Microsoft als Prozess und Tool-Set für die Automatisierung der Desktop- und Serverimplementierung empfohlen. Es ist kostenlos und gerade deshalb für viele Kunden attraktiv. Es gibt jedoch viele technische Funktionen, die für den Einsatz in Unternehmen noch nicht bereit sind. So muss etwa der Administrator stets am Computer sitzen. Vollautomatische Migrationen sind erst mit einer kostenpflichtigen, zusätzlichen Lösung möglich. Teile der Software setzen Kenntnisse in Kommandozeilenanwendungen, Scripting und XML-Bearbeitung voraus. Bei großen Netzwerkumgebungen sind zusätzliche Hardware- und Konfigurationsanpassungen nötig – mit je einem Windows 2008-Server in jedem Netzwerksegment oder der Neukonfiguration der Router für Broadcast-Traffic. Das Toolkit betrachtet zudem für die Bandbreitensteuerung nur das lokale Netzwerk. Deshalb kann es zu dessen kommen, wenn etwa Daten über das langsame WAN übertragen werden. Unternehmen, die ihre eigenen Softwarepakete erstellen wollen, werden allein gelassen: MTD bietet keinerlei Packaging-Fähigkeiten. Außerdem unterstützt es ein einziges Imaging-Format – das hauseigene natürlich.

Dritthersteller wie Symantec bieten hingegen ganze "Werkzeugkoffer" an. Die Altiris Deployment Solution (ADS) etwa ist eine eigenständige Lösung, bestehend aus einer Konsole und einer Datenbank. Mit vollständig integrierter Funktionalität, vom Packaging, über die Unterstützung von PXE (Preboot eXecuting Environment) bis hin zum Backup. Vor allem aber lassen sich damit Migrationen unabhängig vom Betriebssystem, vom Imageformat und ohne fachspezifisches Wissen durchführen – in allen Netzwerksegmenten und mit granularer Bandbreitensteuerung sowie Multicasting für die Implementierung von Betriebssystem und Software. Letztere lässt sich mit der Client Management Suite nach der OS-Installation auch richtlinienbasiert verteilen – die Lösung greift auf die zuvor gesammelten Inventardaten zurück und bestückt Computer, die bestimmten Kriterien entsprechen.

Solche Drittlösungen eignen sich für Unternehmen mit vielen Standorten und einer unbeschränkten Zahl von Desktop-Clients. Von wo aus der Migrationsprozess gestartet wird, ist dabei unerheblich: An den Standorten befinden sich lokale Cache-Server (Depotserver), die die Datenübertragung vornehmen – ein dezentrales System mit zentraler Steuerung. Bei der Paketierung lässt sich auch jeder zusätzliche, funktionierende Windows 7-Treiber mit einbinden, notfalls auch Treiber für den XP-Modus. Die Treiber müssen einfach zuvor bei der Erfassung der bestehenden Systeme ermittelt werden. Alternativ lässt sich ein Treiber bereits während der Installation des OS hinterlegen – im Idealfall sollte dies für NIC-Treiber (Netzwerkkarten) gelten, damit überhaupt eine Netzwerkverbindung zustande kommt. Absolute Flexibilität genießen Administratoren auch bezüglich der verwendeten Sprachen. Windows 7 lässt sich mit einem Standard-Sprachpaket bereitstellen oder lässt dem Anwender der mehrsprachigen Ultimate- oder Enterprise-Edition die Wahl, welche Sprache er im Alltag nutzen will.


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14.04.2010/ln/Olaf Mischkovsky, Spezialist für Endpoint Security bei Symantec

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