Eingesetzt haben wir in unserem Workshop-Szenario unter anderem ein Tiger-Release, das auf Systemen mit PowerPC-Prozessor zu finden ist, etwa einem iBook G4. Das aktuellere Leopard- beziehungsweise Snow-Leopard-Release läuft auf allen Mac-Systemen mit Intel-Prozessor, zum Beispiel dem Mac Mini. Tiger umfasst rund 180.000 Dateien, Leopard kommt schon auf 650.000 Dateien. Auf einem OMA-Server liegen diese Dateien in cpio-Archiven, die mit gzip komprimiert sind. So ist für den Tiger eine Datei mit 1,5 GByte und für den Leopard 11 GByte über das Netz zu verschicken.
Die Dateien werden immer durch den Client entpackt. Beim Leopard landen 20 GByte auf der Festplatte. Das Mac OS-Programm hdiutil erlaubt zwar auf das Anlegen von Images, die erstellten Dateien lassen sich aber nur auf einem Mac bearbeiten. Die Programme cpio und gzip gibt es dagegen auf jedem Unix dieser Welt und auf Wunsch sogar unter Windows. Mit der richtigen Anwendung der Programme cpio und gzip hat der Administrator in OMA nichts zu schaffen. Die Befehle sind hinter OMA-Imagetypen versteckt. Der Image-Typ beschreibt für den in OMA üblichen Bespiel-Namen, was genau mit dem Client zu passieren hat (Partitionieren, Formatieren, Mounten et cetera).
Eines für alle
Das vorinstallierte Betriebssystem auf einem Mac hat einen entscheidenden Nachteil. Es existiert keine separate Partition für die Anwenderdateien. MacOS X verfügt aber auch über einen unschlagbaren Vorteil: Ein aktuelles Intel- beziehungsweise PowerPC-Release passt auf jeden Mac der gleichen Prozessor-Art. Das übliche Grübeln über fehlende Treiber entfällt hier völlig. Das auf unserem iBook G3 installierte Tiger-Release lässt sich auf das iBook G4 schieben und dort ohne Probleme booten. Das Gleiche gilt für die Leopard-Installation auf dem Mac Mini. Auch dieses OS können wir auf jedem Intel-Mac verwenden.
Also installieren wir als Erstes ein aktuelles Leopard und ziehen dieses als cpio-Archiv ab. Genauso verfahren wir mit dem Tiger. Alle zusätzliche Software und vor allem sämtliche lokalen Kennungen kommen nicht in diese Musterinstallation, sondern werden separat als Softwarepakete beziehungsweise über die Kennungsverwaltung von OMA arrangiert. So hat das von uns verteilte MacOS absichtlich nur die Kennung root auf Lager und startet immer mit einem Anmeldefenster hoch. Es ist aber auch möglich, genau die Installation abzuziehen, die auf einem frisch gekauften Mac vorhanden ist. Bei der Verteilung mit Hilfe von OMA lässt sich dann genau die Plattenaufteilung realisieren, die dem Anwender ein separates Plattenstück zugesteht. Da ein Mac automatisch all das einhängt, was nach einem formatierten Stück Festplatte aussieht, entfällt der Aufwand, eine passende Mount-Datei zu verteilen (zum Beispiel /etc/fstab bei Linux beziehungsweise /etc/vfstab bei Solaris).
Platteneinteilung festlegen
OMA verwendet Plattenmuster, um HD-Einteilungen für die Computer zu verwalten. Im Plattenmuster für die Mac-Umgebung sind nur die Labels und die Device-Namen der Plattenstücke hinterlegt. Das eingetragene Kommando zur Herstellen der Platteneinteilung ist für alle Macs fast gleich. Der stets identische Befehl zum Anlegen der Plattenaufteilung für den PowerPC-Tiger lautet:
diskutil partitionDisk disk0 2 UFS root 10G UFS home 1GDa der Intel-Leopard nichts mehr mit UFS am Hut hat, ist ein zweites Plattenmuster nötig. Der dort eingetragene immer gleichlautende Befehl für den Leopard lautet:
diskutil partitionDisk disk0 2 GPTFormat HFS+ root 50G HFS+ home 1GDas home-Dateisystem hat nur den symbolischen Wert 1 GByte, breitet sich aber immer über den gesamten Rest der Platte aus. Beim Eintragen eines Macs in OMA müssen Sie sich so nur für das eine oder das andere Plattenmuster entscheiden. Unterschiede zwischen PowerPC- und Intel-Macs gibt es auch beim Booten vom Netz. OMA verwendet Hardwaregruppen, um die Booteigenschaften von Computern zu verwalten. Wichtigste Booteigenschaft ist der Name der Bootdatei. Der Name der Bootdatei für den PowerPC-Tiger lautet in unserem Szenario macosx.tiger.ppc, während sich die Bootdatei für den Intel-Leopard macosx.leopard.i386 nennt.
Wie Sie genau zu den Bootdateien kommen und wie Sie einen unter Linux laufender OMA-Server dazu bringen, auch die Mac-Welt zu bedienen, steht in der OMA-Dokumentation und wurde im IT-Administrator schon einmal näher [1] beschrieben.
Mac OS-OMA-Management-Client-Console booten
Die Mac OS-OMA-Management-Client-Console können Sie vom Netz oder einer bootbaren externen Platte starten. Die OMA-Management-Client-Console erkennt anhand der Mac-Adresse des Clients automatisch, welcher Client gerade gebootet wurde. Das zum Booten verwendete Tiger- beziehungsweise Leopard-Release startet absichtlich ohne grafische Oberfläche, da wir am Client direkt ja ohnehin nicht arbeiten müssen. Alle Aktionen laufen per sicheren SSH-Zugriff vom OMA-Server aus.
Beim Booten kommt das root-Dateisystem aus einer per NFS-Protokoll (Network File System) bereitgestellten Boot-Image-Datei. Diese umständliche Technik hat sich Apple ausgedacht. Zum Erstellen der Boot-Image-Datei stellt OMA eine entsprechende Prozedur bereit. Diese Prozedur legt in der Boot-Image-Datei zudem die für den SSH-Zugriff erforderliche Datei authorized_keys an der richtigen Stelle ab. Da die Boot-Image-Datei beim Booten vom Netz nur lesbar ist, benutzt die Mac OS-OMA-Management-Client-Console eine weitere NFS-Freigabe, um jedem Client ein eigenes var-Dateisystem bereitzustellen. Sie benötigen eine Boot-Image-Datei für den Tiger und eine Boot-Image-Datei für den Leopard. Film V-1 zeigt den Vorgang des Bootens in die Mac OS-OMA-Management-Client-Console für einen Mac Mini unter Verwendung des Leopard-Release.
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