Meldung

Platz 2 für deutsche Malware-Server

Die Mehrzahl aller infizierten Webseiten wird auf Servern in den USA gehostet und nicht, wie häufig angenommen, in Osteuropa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Antiviren-Herstellers AVG. Deutschland folgt bereits auf Platz 2, wenn auch mit Abstand.
Nach der Studie von AVG [1] befinden sich 44 Prozent aller Server, die schädlichen Code verbreiten, in den Vereinigten Staaten, gefolgt von Deutschland und China – allerdings nur mit jeweils fünf Prozent. Für die Studie hat der Antiviren-Hersteller über einen Zeitraum von sechs Monaten die Herkunft sämtlicher Bedrohungen analysiert, die die rund 110 Millionen Nutzer des AVG LinkScanner regelmäßig an seine Forschungslabors übermitteln. Insbesondere ist ein Anstieg jener kompromittierten Webseiten zu verzeichnen, die Online-Banking-Daten, Kreditkarteninformationen oder Passwörter von Endverbrauchern abgreifen wollen.

Während des halbjährigen Beobachtungszeitraums verbreiteten etwa 50 Prozent der manipulierten Domains nur 24 Stunden oder kürzer ihren Schadcode online. Hersteller von Sicherheitssoftware müssen folglich solche kurzlebigen Bedrohungen möglichst frühzeitig aufspüren und Verbraucher mittels reputationsbasierter Technologien schützen. Ein Großteil der Malware stammt von eigentlich vertrauenswürdigen Homepages, die von Hackern manipuliert und zu kriminellen Zwecken missbraucht werden.

Insgesamt konnte AVG nach eigenen Angaben an 4.600 Orten in den USA Server mit präparierten Domains identifizieren. Damit ist das alte Argument wiederlegt, dass die Verbreitung von Schadcode nur auf unvorschriftsmäßig gehostete Server in Ländern mit unzureichenden Gesetzen und laxem Rechtsvollzug zurückgeführt werden kann. Die Studie erlaube jedoch keine Rückschlüsse darauf, wer die Server betreibt oder das Verteilen der Schadware verantwortet. Denn unabhängig vom Standort des Webservers seien die Hintermänner krimineller Netzwerke in aller Welt verteilt und somit schwer zu fassen.
11.03.2010/dr

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