Fachartikel

Im Test: HOB RD VPN 1.3

Für SSL-VPNs kommen häufig Gateways in Form von Hardware-Appliances zum Einsatz. Diese sind allerdings funktional meist recht statisch. Flexibler präsentiert sich die Software-Lösung 'RD VPN' von HOB. Mit ihr verspricht der Hersteller eine vielseitige Betriebssystem- sowie Plattformunterstützung und ein breites Einsatzspektrum. IT-Administrator hat die Software in verschiedenen Szenarien getestet - und kam dabei nicht ganz um den Hersteller-Support herum.
"HOB RD VPN 1.3" präsentiert sich als flexibel einsetzbarer SSL-VPN-Client auf Software-Basis
Die Remote Access-Lösung RD VPN 1.3 ist ein zentrales Produkt von HOB, dem die langjährige Entwicklung und Erfahrung, die in die einzelnen Module geflossen ist, sofort anzumerken ist. So lassen sich neben den üblichen Funktionen wie Zugriffe auf Dateien und die Bereitstellung von Applikationen über Terminalserver auch eher ausgefallene Anforderungen abbilden, wie etwa Fernzugriffe auf Großrechnerterminals oder das Durchreichen von Datenverkehr auf individuellen Ports. HOB RD VPN gehört dabei zur Sparte der SSL-VPN-Lösungen, bei denen im Gegensatz zu IPSec-VPN auf der Anwenderseite kein spezieller Client nötig ist. Die zentrale Komponente von RD VPN ist der so genannte "WebSecure- Proxy" (WSP), der als Gateway die Clientanfragen aus dem Internet annimmt und seinerseits die Verbindung zu den Zielsystemen im Firmennetz herstellt.

Prinzipiell gehört das System, auf dem der WSP installiert wird, in eine DMZ mit entsprechendem Firewall-Schutz zum Internet und zum Firmennetz. Sehr positiv fällt hier auf, dass der WSP nicht nur für Windows verfügbar ist, sondern auch für Linux, Sun Solaris, HP-UX, AIX und Open-Unix, und das wiederum in Verbindung mit jeweils passender Hardware, also mit x86- und EM64T-Unterstützung sowie für Itanium, Sparc und PA-Risc. Außerdem ist RD VPN in Kombination mit dem HOB Secure Communication Server (SCS) erhältlich. Der SCS ist ein von HOB verschlanktes und gehärtetes Unix, das speziell auf den Einsatz als Plattform für den WSP zugeschnitten ist. SCS hat einen geringen Ressourcenbedarf und weist vom Betriebssystem her keine zusätzlichen offenen Ports auf. Letztendlich kann sich der Administrator für die für seine schon bestehende Umgebung am besten geeignete Plattform entscheiden und auch wählen, ob er den WSP von RD VPN zusätzlich auf einem schon bestehenden Server mit installiert oder alleinstehend womöglich mit SCS betreibt.

Fazit
HOB RD VPN erwies sich im Test als überaus flexibel einsetzbarer SSL-VPN-Client, der auch für die Nutzung mit vielen gleichzeitigen Verbindungen geeignet ist. Hervorzuheben sind die Einsatzbandbreite für verschiedene Aufgaben sowie die umfassende Betriebssystemunterstützung. Hinsichtlich der Funktionalität dürften kaum Wünsche offen bleiben, was eine besondere Stärke im Vergleich zu üblichen SSL-VPN-Gateways als Hardware-Appliance darstellt. Aus der Funktionsvielfalt ergibt sich aber auch, dass sich die Grundfunktionen zwar noch recht einfach konfigurieren lassen, dass aber gerade in Verbindung mit erweiterten Optionen eine umfassende Einarbeitung erforderlich ist. Wir können hier nur empfehlen, die Inbetriebnahme mit einem HOB-Partner zusammen durchzuführen und sich dann sukzessive einzuarbeiten.

Den ausführlichen Test der Software finden Sie in Ausgabe 05/2010 ab Seite 16.
4.05.2010/ln/Jürgen Heyer

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