Fachartikel

10-Punkte-Plan für das Management unstrukturierter Daten

Alle, die täglich mit Daten und Dokumenten arbeiten, müssen dazu in der Lage sein, auf die von ihnen benötigten Informationen zuzugreifen. In den vergangenen Jahren haben Unternehmen versucht, mit Directory-Gruppen und Access Control-Listen die Zugriffsrechte der Mitarbeiter festzulegen. Hier sind jedoch viele Organisationen an ihre Grenzen gestoßen. Unser 10-Punkte-Plan für das Verwalten unstrukturierter Daten erklärt unter anderem, warum regelmäßige Berechtigungsprüfungen und das zeitnahe Nachvollziehen von Änderungen beim Datenmanagement so wichtig sind.
10 Regeln machen das Management unstrukturierter Daten für den Administrator deutlich leichter und sicherer
Geht es um den Schutz unstrukturierter Daten – Tabellen, Dokumente, Bilder und andere Dokumente auf File Servern – geben die meisten Verantwortlichen zu, dass ihre gegenwärtigen Prozesse und Risikoprofile alles andere als ideal sind. Ein Grund dafür ist offensichtlich, dass häufig IT-Mitarbeiter über Berechtigungen, Nutzung, Zugriffsrechte und Zugriffmöglichkeiten auf die Datenspeicher und die einzelnen Dokumente entscheiden. Diese wissen nicht immer, welchen Inhalt ein Dokument hat oder welchen Wert eine Excel-Tabelle für das Unternehmen repräsentiert.

Natürlich sind die Mitarbeiter der IT-Abteilung nicht mit dem nötigen Hintergrundwissen aus den Fachabteilungen ausgestattet. Und genau deshalb können sie lediglich vermuten, wie ein bestimmtes Dokument – oder ein Dokumentenpool – am besten zu managen oder zu schützen ist. Vor diesem Hintergrund ist es höchste Zeit, dass das Management umdenkt und "Data Ownern" die Verantwortung für den Schutz der Daten übergibt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der IT-Abteilung müssen sie Zugriffsregeln für gemeinsam genutzte Datensysteme festlegen und kontrollieren. Sie sollten die Strukturen aktuell halten – während die Daten immer schneller wachsen und sich gleichzeitig die Rollen der einzelnen Nutzer ändern.

Sie als IT-Verantwortlicher werden weiterhin die Verantwortung darüber haben, wer auf unstrukturierte Daten zugreifen kann, wie er darauf zugreift und welche Daten aller Wahrscheinlichkeit nach besonders schützenswert sind. Mithilfe einer Checkliste können Sie gemeinsam mit dem Management Richtlinien ausarbeiten, mit denen Sie die täglich anfallenden Daten-Management-Routinen deutlich verbessern. Und mit der Sie somit den Schutz der unstrukturierten Dokumente maximieren.

1. Identifizieren Sie Datenbesitzer (Data Owner) und deren Daten
Häufig gibt es keine eindeutigen Listen über die Zugriffsrechte und die zu archivierenden – unstrukturierten – Daten. Für die Sicherheit dieser Daten ist aber die eindeutige Verifizierung von Zugriffsrechten und ebenso die eindeutige Identifikation der zu archivierenden Daten entscheidend. Mit der ständigen Aktualisierung dieser Listen ist ein deutlicher Anstieg der Genauigkeit der Zugriffsberechtigungen möglich und der Schutz der damit verbunden Daten. Führen Sie eine ständig aktualisierte Liste der Daten- und Prozessverantwortlichen sowie aller Ordner und SharePoint Sites für die diese Mitarbeiter zuständig sind.

2. Entfernen Sie globale Freigaben wie "Everyone"
Oft sind großzügige Zugriffsrechte für Ordner auf File Shares üblich, die den Zugriff auf die hier enthaltenen Daten regeln. Die Zugriffsberechtigungen lauten "Jeder" oder "Domain User". Damit laufen Sie in signifikante Sicherheitsprobleme. Denn alle Daten, die die Fachbereiche im Ordner abgelegen, übernehmen diese Berechtigungen. Die Fachbereiche sind sich aber möglicherweise überhaupt nicht über die Bedingungen für den Access bewusst, wenn sie Daten in die Ordner einstellen. Entfernen Sie deshalb den globalen Zugriff auf diese Ordner und legen Sie Regeln fest, die nur denjenigen Zugriff einräumt, die den jeweiligen Ordner für die tägliche Arbeit benötigen.

3. Führen Sie regelmäßige Datenberechtigungsprüfungen / Data Entitlement Reviews durch
Jede Datei und jedes Verzeichnis in einem Windows- oder Unix-Dateisystem verfügt über zugewiesene Access-Kontrollen. Diese legen fest, welche Nutzer auf die Daten zugreifen können und wie: "Lesen", "Schreiben", "Ausführen", "Auflisten". Überprüfen Sie regelmäßig diese Access-Kontrollen und dokumentieren Sie die festgelegten Rahmenbedingungen. Lassen Sie sich diese Einstellungen von den Daten- und Prozessverantwortlichen sowie von Sicherheitsbeauftragten verifizieren und bestätigen.

4. Widerrufen Sie ungenutzte und unzulässige Rechte
Alle Nutzer mit Zugriff auf Daten, die nicht in zu ihren direkten Arbeitsbereich gehören, sind ein Sicherheitsrisiko für die Organisationen. Tatsächlich benötigen die meisten Kollegen nur zu einem Bruchteil der Daten Zugriff, die sie auf einem Fileserver finden und lesen können. Überprüfen Sie diese Berechtigungen regelmäßig. Entfernen oder widerrufen Sie die Berechtigungen, die nicht genutzt werden.



                                                Seite 1 von 2                     Nächste Seite>>


23.11.2011/David Gibson, Director D/A/CH bei Varonis/ln

Nachrichten

Eigene Datenwolke [22.05.2012]

Die ownCloud-Community gibt die Freigabe von ownCloud 4 bekannt, einer kostenlosen Datei-Synchronisierungs- und File-Sharing-Software, um Adressen, Termine, Bookmarks und Office-Dateien zu verwalten und mit verschiedenen Endgeräten zu synchronisieren. Die neue Version unterstützt unter anderem Dateiversionierungen sowie externe Cloud-Speicher. [mehr]

Bandlaufwerk für Einsteiger [7.05.2012]

Overland Storage stellt mit dem 'NEO 100s' einen LTO-Autoloader für kleinere Unternehmen vor, der Speicherplatz für maximal 27 TByte bietet. Das Laufwerk des Geräts kommt mit LTO4 oder LTO5-Kassetten zurecht. [mehr]

Tipps & Tools

Vorschau Juni 2012 [21.05.2012]

Die Juni-Ausgabe des IT-Administrator befasst sich mit dem Schwerpunkt 'SAN-Management'. Darin erfahren Sie unter anderem, wie das Verarbeiten großer verteilter Datenmengen mit Hadoop funktioniert und auf welchem Weg Sie Ihr RAID durch Booten vom Netz konfigurieren. Zudem zeigen wir Ihnen, welche neuen Dateidienste Windows Server 2012 mitbringt. In den Produkttests nehmen wir StarWind Native SAN for Hyper-V und Quest Software Secure Copy 6.0 unter die Lupe. [mehr]

Optische Datenträger retten [4.05.2012]

Auch wenn wichtige Backups in der Regel nicht auf optische Speichermedien erfolgen, kann es sein, dass gerade die eine wichtige Datei auf einer CD, DVD oder Blu-ray aufgrund einer verkratzten Oberfläche oder allein durch die zeitliche Alterung nicht mehr korrekt lesbar ist. Im so einem Fall sollten Sie das kostenfreie Tool 'CD Recovery Toolbox' zu Rate ziehen. Das Programm kümmert sich um beschädigte Dateien verschiedener Disc-Arten und hilft zudem bei falsch erstellten Backups. [mehr]

Buchbesprechung

Seminarmarkt-News

Schweinisch sicher [25.04.2012]

Anzeigen