Wahl zwischen Software- und Hardware-basierten Initiator
In einem iSCSI-SAN erfolgt die Kommunikation zwischen einem Initiator (üblicherweise einem Server) und einem oder mehreren Targets (den Speichersystemen). Vor der Implementierung müssen sich die IT-Verantwortlichen entscheiden, ob ein Hardware- oder Software-basierter Initiator zum Einsatz kommen soll. Eine Software-basierte Lösung, wie der Microsoft-iSCSI-Initiator, erlaubt, normale Ethernet-Karten als iSCSI-Schnittstellen zu nutzen. Die Software sorgt für eine Umwandlung und Verpackung der SCSI-Befehle in Ethernet-Pakete und verschickt sie über die Netzwerkkarte. Eine spezielle Art von Lösungen sind Software-Initiatoren und eine Netzwerkkarte mit TCP/IP Offload Engine (TOE). Die TOE führt rechenintensive Operationen aus und entlastet so die CPU des Servers. Hardware-basierte Lösungen in Form eines iSCSI Host Bus Adapters (HBA) übergeben die Verarbeitung an die Hardware selbst.

Bild 1: Beim Einsatz einer TOE oder eines HBA muss der Rechner-eigene Prozessor nicht die komplette Kommunikation übernehmen
Jede dieser drei Varianten hat Stärken und Schwächen. Die Software-basierte Lösung als erste Variante ist die kostengünstigste; den Microsoft-iSCSI-Initiator beispielsweise gibt es als integralen Bestandteil von Windows Server 2003/2008. Eine solche Konfiguration kann durchaus einen vergleichbaren Datendurchsatz wie eine TOE- oder eine HBA-Lösung erzielen. Unter bestimmten Bedingungen jedoch wird die Prozessorbelastung zu hoch. Die zweite Variante – ein Software-Initiator plus TOE – erfordert spezielle Netzwerkkarten. Allerdings lassen sich damit die Schwächen einer reinen Software-basierte Lösung umgehen, da die TOE die Aufgaben der CPU übernimmt. Die dritte und rein Hardware-basierte Variante ist beispielsweise dann von Vorteil, wenn vom iSCSI-Gerät gebootet werden soll. Durch die Auslagerung der iSCSI-Aufgaben auf den HBA erfolgt eine Entlastung der Server und es werden keine sonstigen Hardware-Ressourcen benötigt.
Die verschiedenen Szenarien im Test
Um zu untersuchen, wie sich die unterschiedlichen Initiator-Typen im GBit-Umfeld verhalten, hat Hersteller Dell das unabhängige Testlabor Principled Technologies in North Carolina damit beauftragt, detaillierte Tests in einem GBit-iSCSI-SAN durchzuführen. In verschiedenen Einsatzszenarien mussten die drei Varianten zeigen, wie sie die jeweiligen Aufgaben bewältigen können. Zum Einsatz kam dabei Iometer, ein allgemein anerkanntes Benchmark-Tool, mit dem sich unter anderem Datendurchsatz und die Prozessorauslastung ermitteln lassen.
![]()
Seite 1 von 2 Nächste Seite>>





