Mit Thin Clients zur Private Cloud
Mit der erneuten Kostenanalyse im Jahr 2011 wollte die Stadt Bergheim herauszufinden, welches Einsparpotenzial sich im Vergleich zu einer hausinternen Lösung ergibt, wenn die zentrale Anwendungsbereitstellung in eine Private Cloud eines IT-Dienstleisters ausgelagert wird, und dabei die heute übliche Servervirtualisierung und aktuelle Personalkosten berücksichtig werden. Zuvor hatte die Kommune ihre IT-Umgebung von 2009 bis 2010 umfassend hausintern virtualisiert. Diese Maßnahme, die in Verbindung mit dem Einsatz von Thin Clients erfolgte, bildete eine wichtige Vorstufe auf dem Weg zur "gelebten Cloud": Seit Oktober 2010 bezieht die Stadt Bergheim ihre Anwendungsumgebung in Form des Liefermodells Software-as-a-Service (SaaS) von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale KDVZ Rhein-Erft-Rur. "Indem wir IT-Dienstleistungen aus der Private Cloud nutzen, erzielen wir weitere Einsparungen und verbessern zugleich die IT-Sicherheit", erklärt Theo Kratz, Abteilungsleiter IT bei der Stadt Bergheim.
Erste Schritte zur Private Cloud
Erste Schritte in Richtung Private Cloud hatte die Stadt Bergheim bereits im Jahr 2004 mit der Inbetriebnahme eines Terminalservers unternommen. Um das Jahr 2006 waren bereits drei Citrix-Server im Betrieb. 80 von 350 Arbeitsplätzen wurden darüber mit fünf wesentlichen Fachverfahren versorgt, auf welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst noch mittels eines Arbeitsplatz-PCs zugriffen. Um die Desktopbetriebskosten über die damit verbundene, spürbare Supportabnahme weiter zu senken, führte die Kommune dort, wo es technisch bereits möglich war, erste Thin Clients der Firma IGEL Technology ein, die im Vergleich zum PC wartungsärmer und sicherer sowie einfacher zu verwalten und zu aktualisieren sind.

Bild 1: Schon frühzeitig setzte die Stadt Bergeheim auf Desktop- und Applikations-Virtualisierung.
Inzwischen lassen sich deutlich über 90 Prozent aller Arbeitsplätze so bereitstellen.
Vor der Auslagerung der Anwendungsumgebung an die KDVZ Rhein-Erft-Rur zählte die Citrix Serverfarm der Stadt Bergheim insgesamt 18 physikalische Server mit Citrix Presentation Server 4.5 (heute: Citrix XenApp), basierend auf Microsoft Windows Server. Die Bereiche Einwohner- und Ausländerwesen waren damals noch von der Thin Client-Umgebung ausgenommen, weil sie zwingend einen PC erforderten. Auch CAD-Arbeitsplätze waren noch kritisch.
Nach Einschätzung von Kratz lassen sich aber inzwischen deutlich über 90 Prozent aller Arbeitsplätze mithilfe von Applikationsvirtualisierung bereitstellen. "Die Softwarehersteller haben auf den Zentralisierungstrend reagiert und ihre Anwendungen terminalserverfähig gemacht", so der IT-Leiter. "Die übrigen Arbeitsplätze lassen sich über kurz oder lang mittels eines virtuellen Desktops in die Umgebung integrieren."
Neuberechnung mit virtuellen Servern
Die jüngste Wirtschaftlichkeitsanalyse der Stadt Bergheim von 2011 beschreibt ein fiktives Szenario unter der Annahme, dass die Kommune ihre virtualisierte IT-Umgebung noch immer selbst betriebe. Dieses Szenario "Bergheim real 2011" ist aufgrund des SaaS-Modells zwar nicht existent, nichtsdestotrotz aber mit realen Rahmenbedingungen, beispielsweise mit aktuellen Personalkosten, berechnet. Demzufolge liegen die jährlichen Desktop-Kosten für einen Thin Client-Arbeitsplatz mit Citrix XenApp bei 292 Euro. In der Vergleichsumgebung, die sich auf Arbeitsplatz-PCs mit dezentraler Applikationsbereitstellung und Softwareverteilung gründet, werden dagegen 444 Euro fällig.
Zum Vergleich berechnete die Stadt Bergheim die Kostenanalyse noch einmal mit den Werten der neueren Fraunhofer UMSICHT-Studie "Thin Clients 2011 – Ökologische und ökonomische Aspekte virtueller Desktops". Auf dieser Grundlage betragen die jährlichen Desktopkosten für einen Medium User mit PC-Arbeitsplatz 478 Euro, für einen Medium User mit Citrix XenApp und Thin Client 363 Euro – allerdings ohne Servervirtualisierung.
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