Fachartikel

Seite 2 - vSphere-Replikation zwischen Rechenzentren (2)

Haben Sie den Replikationsserver bestimmt, besteht der nächste Schritt darin, das Ziel zu definieren. Hier legen Sie die Ziel-VM fest sowie den Datenspeicher, in dem die replizierte VM abgelegt werden soll. Hier lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen. Danach können Sie erweiterte Einstellungen festlegen und beispielsweise den Datenverkehr komprimieren lassen.

Der letzte Schritt besteht darin, die Wiederherstellungsoptionen zu konfigurieren. Hier geben Sie den Intervall der Replikation an. Den Zeitraum, den Sie als Recovery Point Objective (RPO) definieren, ist der Zeitraum, innerhalb dessen auch Daten verloren gehen können. Verringern Sie die RPO-Zeit, werden häufiger Daten repliziert, was den Datenverlust beim Ausfall der Quell-VM minimiert. Der Replikationsdatenverkehr erhöht sich dadurch logischerweise. Vergrößern Sie wiederum das RPO, werden zwar weniger häufig Daten repliziert, dafür ist der Datenverlust umso größer, wenn die Quell-VM nicht mehr zur Verfügung steht.
An dieser Stelle finden sich auch einige neue Funktionen in vSphere 6. Sie können zum Beispiel im unteren Bereich die Point-In-Time-Instanzen aktivieren. Damit sichern Sie mehr als nur ein Replikat einer VM. Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn eine VM korrupt ist. Dann stehen Ihnen verschiedene Zeitpunkte zur Verfügung, zu denen Sie die VM wiederherstellen können. Das liegt daran, dass einige Replikationsdaten in Snapshots gespeichert werden, die sich auf dem replizierten Server anbinden lassen.

Schließen Sie den Assistenten ab, wird die VM entsprechend ihrer Einstellung replizieren. Die Replikation finden Sie auch in den vSphere-Replikationseinstellungen, wenn Sie den Menüpunkt "vSphere Replication" aufrufen. Wie bei allen Aufgaben, die Sie im Web-Client durchführen, wird auch hier der Status im unteren Bereich bei den kürzlich bearbeiteten Aufgaben angezeigt. Sobald Sie die Replikation für eine VM aktiviert haben, sehen Sie auch den Status der Replikation, wenn Sie die Registerkarte "Übersicht" der VM anzeigen lassen. Sie finden hier den aktuellen Status der Replikation, an welchen Ziel-Standort die VM repliziert ist sowie den konfigurierten RPO.


Bild 5: Über einen Assistenten, den Sie im Kontextmenü einer VM im Web-Client starten,
replizieren Sie eine VM in ein anderes Rechenzentrum.


Failover einrichten
Nachdem Sie eine VM in ein Ziel-Rechenzentrum replizieren lassen, besteht die Möglichkeit, ein Failover durchzuführen. Nutzen Sie die neue Point-in-Time-Funktion, haben Sie beim Durchführen eines Failover noch die Möglichkeit, einen Zeitraum auszuwählen. Wählen Sie dazu in der Verwaltung der vSphere-Replikation über das Kontextmenü der replizierten VM die Option zur Wiederherstellung aus. Ist die VM am Quell-Standort noch aktiv, können Sie zunächst alle Änderungen in der Quell-VM zur Ziel-VM replizieren, bevor der Failover-Vorgang durchgeführt wird. Ist die Quell-VM nicht mehr verfügbar, schalten Sie die Ziel-VM direkt aktiv, ohne weitere Änderungen zu replizieren. Die geänderten Daten der Quell-VM sind dann verloren – was bei einem Ausfall jedoch ohnehin kaum vermeidbar ist.

Danach wählen Sie aus, wo die Ziel-VM zur Verfügung gestellt werden soll und die VM wird aktiv. Nun sollten Sie deren Einstellungen überprüfen. Vor allem die Konfiguration der virtuellen Netzwerke sollten Sie durchgehen und unter Umständen Korrekturen vornehmen.

Fazit
Da in VMs auch unternehmenskritische Anwendungen laufen, ist eine Ausfallsicherheit Pflicht. Dank der Replikation erstellen Sie im laufenden Betrieb Abbilder der virtuellen Maschinen, auf die Sie im Notfall umschalten können. Das Replizieren findet dabei nicht live statt, sondern in regelmäßigen Abständen. Sie müssen also einen Kompromiss zwischen dem noch zu tolerierenden Datenverlust und der Größe des Datentransfers finden. Dank der neuen Point-inTime-Instanzen können Sie auch mehrere Abbilder einer VM gleichzeitig aufbewahren und zu einem anderen als dem Aktuellen zurückspringen. Damit umgehen Sie Fehler in der VM, die bereits mitrepliziert wurden.

Seite 1: Standorte und vCenter miteinander verbinden
Seite 2: Failover einrichten

Im ersten Teil gingen wir auf die Grundlagen der Replikation ein, beschrieben Netzwerkkonfiguration und Benutzerrechte und wie Sie die Appliance für vSphere Replication installieren.

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11.06.2018/dr/ln/Thomas Joos

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