Fachartikel

Im Test: VMware vSphere 4.0

VMware vSphere ist nach mehrmonatiger öffentlicher Betaphase Ende Mai mit viel Lärm und Marketingaktivitäten offiziell erschienen und in die virtuellen Regale des VMware-Shops und der Reseller eingezogen. Zuvor hatte der Hersteller Kinosäle in der ganzen Welt angemietet, um Kunden und Partner auf den Launch des Produktes und die neuen Funktionen aufmerksam zu machen. Dabei war das Wort “Cloud” in aller Munde und vSphere wurde als erstes Cloud-Betriebssystem betitelt. Der folgende Test soll Aufschluss darüber geben, ob VMware wirklich der große Wurf gelungen ist oder ob die Konkurrenz eine gute Chance hat, zügig technologisch aufzuschließen.
VMware bezeichnet vSphere als erstes Cloud-Betriebssystem
Bevor wir im Rahmen unseres Tests die zwischen VMware Infrastructure (VI) 3.x und vSphere 4.0 bestehenden Unterschiede unter die Lupe nehmen konnten, mussten wir uns zunächst mit den neuen Editionen und den jeweiligen Lizensierungsverfahren auseinandersetzen.Waren es mit VI 3.x noch drei Editionen (Foundation, Standard, Enterprise), kann der Kunde bei vSphere 4.0 zwischen insgesamt sechs Editionen wählen:

Essentials, Essentials Plus, Standard, Advanced, Enterprise und Enterprise Plus. Wie unter VI 3.x besteht ferner die Möglichkeit, den Hypervisor ESXi als alleinstehenden Server kostenfrei zu nutzen. Neben dem Funktionsumfang ist auch die Anzahl der nutzbaren Kerne pro CPU-Sockel von entscheidender Bedeutung, da nur die Versionen Advanced und Enterprise Plus bis zu zwölf Kerne pro Sockel unterstützen, während alle anderen Editionen nur sechs Kerne zulassen.

Fazit
Uns erschien der Test wie eine kleine Zeitreise, da sich sehr vieles geändert hat oder hinzugekommen ist. Daher konnte dieser Test auch nicht alle Funktionen ausführlich behandeln. Gleichzeitig müssen wir die Änderungen aber etwas relativieren, da einige der Funktionen nur mit den großen und kostspieligen Editionen zur Verfügung stehen. So ist es letztendlich von der gekauften Edition abhängig, wie viel Erfahrung und neues Wissen notwendig ist, um vSphere optimal zu bedienen. Kleinere Unternehmen werden mit den Essentials Editionen vorliebnehmen und damit nur sehr wenige Funktionen nutzen. Unternehmen, die auf die Advanced oder Enterprise Plus Editionen setzen, können sich allerdings bereits auf massive Schulungsmaßnahmen vorbereiten. Die Änderungen zwischen VI 3.5 und vSphere sind einfach enorm.

In jedem Fall ist es VMware durch die wesentlich verbesserte Verwaltungsoberfläche, allen voran durch das vCenter, gelungen, die Administration deutlich zu erleichtern. Mittels neuer Alarme, Update Manager-Erweiterungen und Data Recovery- Integrationen kommen Überwachung, Backup und Restore sowie Migrationsthemen aus einer Hand. Diese Aspekte betreffen wohl den Großteil der VMware-Kundschaft und bringen diesem viel Nutzen. Die neuen Hype-Funktionen wie Hot-Add-Hardware, Fault Tolerance, Storage VMotion, Distributed Switches oder Host Profiles sind erst in den teureren Versionen verfügbar und bieten sich so eher für den gehobenen Mittelstand und Großunternehmen an.

Den ausführlichen Test der Software finden Sie in Ausgabe 10/2009 ab Seite 19.
1.10.2009/ln/Dennis Zimmer

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