Fachartikel

Hochverfügbarkeit für virtuelle Server

Virtualisierung liegt voll im Trend. Allerdings übersehen viele Unternehmen, dass durch das Zusammenlegen von Rechnern ein höheres Risiko entsteht, weil der Ausfall eines einzigen Servers nun eine ganze Produktivumgebung lahmlegen kann. Virtualisierte Server müssen daher besonders abgesichert werden. Wir stellen in unserem Online-Fachartikel verschiedene Wege zur Hochverfügbarkeit vor und beschreiben, wie Sie das Ausfallrisiko mit einer entsprechenden Software und nur wenig Aufwand minimieren.
Auch bei virtuellen Produktivservern sollte die Verfügbarkeit mindestens 99,99 Prozent betragen
PC-Server sind bekanntlich Verschwender. Sie nutzen normalerweise lediglich 10 bis 20 Prozent ihrer Kapazität, der Rest ist Reserve. Der überwiegende Teil der Server-Arbeit besteht daher im Warten auf Arbeit – und im Erzeugen von Wärme und Verbrauchen von Strom. Durch die Konsolidierung der Server lässt sich deren Auslastung deutlich erhöhen, denn eventuelle Schwankungen bei der Beanspruchung können innerhalb einer physischen Maschine verteilt werden. Wer auf diese Weise weniger Server einsetzt, muss auch weniger für Strom und Kühlung aufwenden, und eine geringere Anzahl von Geräten braucht schließlich auch weniger Platz; ein wichtiger Aspekt, wenn der Server-Raum schon aus allen Nähten platzt.

Die offenkundigen wirtschaftlichen und technischen Vorteile der Virtualisierung haben diese zu einem der großen aktuellen IT-Trends werden lassen, auch in kleineren und mittleren Unternehmen. Überall wird jetzt virtualisiert, und fast alle Hersteller unterstützen diesen Trend – mancher vielleicht mit gemischten Gefühlen, weil die Anzahl der verkauften Geräte natürlich sinkt, wenn Unternehmen nicht mehr Server neben Server stellen, sondern wenige leistungsstarke Systeme mit logischen Servern voll packen.

Ein defekter Server
legt alle Anwendungen lahm

Die Sache hat allerdings auch für die Anwender einen kleinen Haken, der in der derzeitigen Virtualisierungs-Euphorie gern übersehen wird: Je mehr logische Server auf einer physischen Maschine laufen, desto gravierender sind Systemausfälle. Fällt in einer herkömmlichen Server-Landschaft ein Gerät aus, so trifft es die dort betriebene Anwendung – die Auftragsverwaltung, die Datenbank oder den Mail-Server. So bitter das im Fall des Falles dann sein mag, können doch wenigstens alle anderen Anwendungen weiterlaufen. In einer virtualisierten Umgebung ist dagegen immer eine ganze Reihe von Applikationen betroffen. Bei kleineren Unternehmen, die möglicherweise alle Anwendungen auf einen Server gepackt haben, bedeutet das unter Umständen einen Totalausfall der Applikationen. Und das ist in einer Zeit, in der Geschäftsprozesse vollständig auf die Verfügbarkeit ihrer IT angewiesen sind, für Unternehmen nicht hinnehmbar.

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen, die nur wenige virtualisierte Server betreiben, müssen diese deshalb besonders absichern. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass Systemausfälle nicht nur selten, sondern nie vorkommen. Dabei scheiden Lösungen aus, die im Störungsfall administrative Eingriffe erfordern, erst recht für Unternehmen, die keine große IT-Mannschaft beschäftigen können. Im Ernstfall wird der für den Neustart der Server zuständige Experte nämlich auf Fortbildung und sein Vertreter im Krankenhaus sein; und nun fängt der Kollege, der normalerweise für Word und Excel zuständig ist, erst einmal mit dem Studium der Handbücher an. Eine hohe Verfügbarkeit der IT lässt sich so natürlich nicht gewährleisten.


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9.12.2009/ln/Ulrich Lenz, Senior Consultant bei Stratus Technologies GmbH

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