Fachartikel

Hochverfügbare Virtualisierung beim Stader Tageblatt

Der Produktionsprozess bei Zeitungen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Auch beim Stader Tageblatt mit einer Auflage von 32.000 Exemplaren wurden Layout und Druck auf IT-Systeme umgestellt. Ebenso verläuft die Kommunikation nach außen bevorzugt digital, wobei dem Austausch von Anzeigen mit den Kunden sowie der redaktionellen Recherche besondere Bedeutung zukommt. In unserem Online-Anwenderbericht erläutern wir, mit welcher Lösung die IT-Verantwortlichen den Exchange Server virtualisiert und gleichzeitig hochverfügbar gemacht haben.
Fertige Zeitungsteile des auf der Förderanlage Stader Tageblatts im Stader Pressehaus
Die über 300 Regionalzeitungen in Deutschland gehören zu den wichtigsten Fundamenten des Pressewesens – nicht nur im ländlichen Raum, denn mit einer Gesamtauflage von über 14 Millionen liegen sie bei den Tageszeitungen deutlich vor den überregionalen Blättern, die eine Auflage von rund 1,6 Millionen erreichen, und den Kaufzeitungen mit knapp 4,5 Millionen.

Natürlich hat sich in den letzten Jahren auch bei diesen Zeitungen der gesamte Produktionsprozess verändert. Beim Stader Tageblatt, mit einer Auflage von über 32.000 Exemplaren, der führenden Zeitung im Gebiet Landkreis Stade, Buxtehude und Unterelbe, wurden Layout und Druck auf IT-Systeme umgestellt. Die elektronischen Redaktions- und Belichtungssysteme greifen ineinander und steuern den Prozess von der Textgestaltung bis zur Erstellung der Druckplatten. Ferner verläuft die Kommunikation nach außen bevorzugt digital.

Der Austausch von Anzeigen mit den Kunden sowie die redaktionellen Recherche sind dabei besonders wichtig: "Bis vor wenigen Jahren erhielten wir die Anzeigen hauptsächlich auf dem Postweg, per Telefon oder vor Ort in der Anzeigenannahme, außerdem waren die redaktionellen Arbeiten sehr zeitaufwendig", erklärt Walter Hoffmann, IT-Leiter beim Stader Tageblatt. "Durch die Möglichkeit der schnellen E-Mail-Kommunikation wurden einige Prozesse deutlich beschleunigt. Anzeigenkorrekturen oder -frei-gaben können schneller bearbeitet werden. Die Anzahl der Anzeigen, die per E-Mail kommen nimmt zu und beträgt mittlerweile rund die Hälfte des Anzeigenvolumens.

Unternehmenskritischer E-Mail-Betrieb
Der für den E-Mail-Betrieb zuständige Exchange Server ist damit für das Stader Tageblatt zu einer unternehmenskritischen Komponente geworden. Ein Ausfall dieses Systems hätte entweder Verzögerungen im Produktionsprozess zur Folge oder – sofern dieser schon so weit fortgeschritten sein sollte, dass Aufträge oder Korrekturen nicht mehr eingearbeitet werden könnten – sogar einen Ausfall von Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft. Für die Zeitung bestand daher die Notwendigkeit, die Verfügbarkeit des Exchange Servers so weit zu erhöhen, dass Ausfälle praktisch ausgeschlossen werden können. "Wir setzen eine Reihe von Applikationen ein, die für unseren Betrieb sehr wichtig sind, so etwa das Anzeigen- und Redaktionssystem oder die Belichtungssoftware für die Druckplatten.", erläutert Hoffmann. "Wir haben eine Prioritäten-Liste für alle Anwendungen angelegt; dabei hat sich ergeben, dass der Exchange Server die höchste Prioritätsstufe hat."

Im Laufe des Jahres 2008 wurden vom Stader Tageblatt verschiedene Technologien zur Sicherung einer hohen Verfügbarkeit der Anwendungen und dabei vor allem des Exchange Servers geprüft, wobei neben einer hohen Ausfallsicherheit auch die Kosten der Lösung und der Aufwand des laufenden Betriebs zu berücksichtigen waren. Die auf den ersten Blick vielleicht nahe liegende Möglichkeit, mit einem Upgrade auf eine neuere Exchange-Version die Betriebssicherheit zu erhöhen, schied aus, weil dies die Erneuerung der vorhandenen Telefonanlage und damit hohe Investitionen in die Hardware erforderlich gemacht hätte. "Unsere Telefonanlage kommuniziert mit dem E-Mail-Server derzeit mit Microsoft-Exchange2003.", bemerkt Hoffmann dazu. "Wir hätten also für viel Geld funktionierende Systeme austauschen müssen, nur um an anderer Stelle Vorteile zu erhalten. Das erschien uns als der falsche Weg."

Auch die Implementierung einer Cluster-Lösung konnte die Anforderungen der Zeitung nicht ausreichend erfüllen. Hier hätte mit hohem Aufwand ausschließlich der Exchange Server abgesichert werden können, andere Anwendungen wären außen vor geblieben. Eine Lösung auf Basis der Virtualisierungssoftware VMware, bei der im Störungsfall logische Server vom gestörten auf einen anderen physischen Server verschoben worden wären, hätte zwar alle in Frage kommenden Applikationen abgedeckt, aber ebenfalls einen sehr hohen Hardware-Aufwand vorausgesetzt. "Diese Virtualisierungs-Lösung hätte den Einsatz eines SAN-Storage-Systems nötig gemacht", führt Hoffmann dazu aus. "Abgesehen von der zusätzlichen Investition bildet ein SAN hinsichtlich der Verfügbarkeit einen Flaschenhals, weil es physisch nur einmal vorhanden und damit zu stark gefährdet ist." Zudem sollten die Server auf verschiedene Räume verteilt werden, so dass bei von außen einwirkenden Schäden eine kontinuierliche Verfügbarkeit sichergestellt werden kann.



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28.04.2010/ln/Dr. Rainer Doh

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