Fachartikel

Anwenderbericht: Mehr Produktionszeit durch Desktop-Virtualisierung

Parker SSD Drives ist einer der führenden Hersteller von Servo-Antrieben und -motoren und als industrieller Anbieter darum bestrebt, die produktive Zeit zu maximieren. Die für die Fertigungs-Steuerung eingesetzten PCs müssen rund um die Uhr betriebsbereit sein. Doch immer wieder kam es zu Störungen durch ungeplante Neustarts nach Updates oder bei Problemen mit den PCs. Lesen Sie in unserem Anwenderbericht, wie es durch Desktop-Virtualisierung gelang, dieser unbefriedigenden Situation wirkungsvoll zu begegnen.
Durch Desktop-Virtualisierung lassen sich die Ausfallzeiten kritischer PCs deutlich minimieren
Parker SSD Drives stellt seine AC/DC-Motoren an vier Produktionsstätten in England, Frankreich und den USA her. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über Milliarden US-Dollar bietet koordinierte Systemlösungen für Industrien wie die Papierveredelung, Bahnbearbeitung und Antriebstechnik an ist zudem ein führender Lieferant kompletter Motorenlösungen für die Skilift-Industrie.

Die Problemstellung
Als industrieller Hersteller geht es Parker SSD Drives darum, die Produktionszeit so hoch wie möglich zu gestalten. Doch immer wieder kam es zu ungeplanten Produktionsausfällen durch automatische Windows Updates der PCs. Falls nämlich für eines der Windows Updates ein Neustart erforderlich war, bootete Windows den Computer innerhalb von einem 8-Stunden-Zeitfenster automatisch neu. Der genaue Zeitpunkt ließ sich jedoch nicht genau bestimmen, so dass dies manchmal mitten in einer Schicht passierte. Weitere Ausfallzeiten entstanden durch Fehlerbehebungszeiten, aber auch grundlegend dauerte der Start oder Neustart eines PCs zu lange. Die Zeit für das Hochfahren eines für die Produktions-Steuerung eingesetzten PCs mit Windows XP wurde mit vier bis zehn Minuten gemessen, bis alle Programme geladen und eine volle Einsatzbereitschaft gegeben waren.

Der Lösungsansatz
Da eine Behebung der Problemlage vordringlich war, befassten sich die IT-Verantwortlichen des Unternehmens mit der Desktop-Virtualisierung. Mehrere Vorteile schienen hier für eine Verbesserung zu sprechen: Die Desktops sind nicht personalisiert, die einzusetzende Software ist vorbestimmt und es müssen keine persönlichen Einstellungen gespeichert werden. Treten Probleme auf, so reduziert sich die Fehlerbehebungsmaßnahme in der Regel auf eine Abmelde- und Anmeldevorgang. Nach Anmelden und Authentisieren ist sofort ein neuer, völlig unberührter Desktop einsatzbereit, wobei der gesamte Zeitaufwand weniger als eine Minute beträgt. Die Fehlersuche erübrigt sich. Verglichen mit einem PC-Neustart wäre damit die Ausfallzeit schon um den Faktor 4 reduziert.

Desktop-Virtualisierung bietet außerdem den Vorteil, dass Aktualisierungen nicht auf den virtuellen Desktops durchgeführt werden, sondern nur an den Vorlagen oder Templates. Nach der Aktualisierung sind dann auch noch verschiedene Funktionstests möglich, bevor die neue Vorlage dann nach Zeitplan auf die im Produktionsbetrieb eingesetzten PCs ausgerollt wird.

Das Auswahlverfahren
Die ersten Tests und Pilotprojekte zur Einführung einer Desktop-Virtualisierungslösung wurden in Little Hampton, einer Produktionsstätte in England mit 275 Mitarbeitern und 250 PCs, durchgeführt. 50 Rechner kommen dort für die Steuerung des Produktionsbetriebs zum Einsatz und werden von drei Mitarbeitern verwaltet. Da die anderen Produktionsstandorte ähnliche Voraussetzungen haben, sollten die Erfahrungen mit der Implementierung möglichst replizierbar sein.

Die IT von Parker hatte eine klare Zielsetzung: Sie musste die Ausfallzeiten der für die Steuerung des Herstellungsprozesses eingesetzten PCs minimieren und Kosten senken. Steve Armstrong, Senior Support Analyst bei Parker SSD Drives, sah in der Desktop-Virtualisierung den optimalen Ansatz für diese Problemstellung, da die IT so deutlich proaktiver agieren und Patch- oder Aktualisierungszeitfenster bestimmen konnte. Er suchte nach einer VDI-Lösung, die sowohl für die im Herstellungsbetrieb eingesetzten PCs als auch für die PCs der Angestellten geeignet war. Dabei sollte das System so einfach sein, dass es in verschiedenen Bereichen der gesamten Organisation mit unterschiedlich ausgebildeten IT-Mitarbeitern einfach repliziert werden konnte.

Nach einer dreimonatigen, intensiven Testphase fiel die Entscheidung für "Kaviza VDI-in-a-box". Armstrong evaluierte zuerst VMware View und schaute sich danach das Konkurrenzprodukt an, vor allem aufgrund eines ersten Preisvergleichs, lagen die Kosten der Software bei einem Sechstel von anderen Lösungen. Auch die anderen Voraussetzungen wurden erfüllt: "Mit Kaviza haben wir eine Lösung gefunden, die wir einfach auf andere Produktionsstandorte übertragen können – wir sind von der leichten Handhabung, den Zugriffsmöglichkeiten, der Geschwindigkeit und dem Preis-Leistungsverhältnis sehr beeindruckt.”

Erzielte Erfolge
Parker SSD Drives führte zuerst ein Pilotprojekt mit zehn virtuellen Desktops durch. Die Ergebnisse überzeugten. Es kam zu weniger ungeplanten Ausfallzeit und ungeplante Neustarts konnten sogar komplett vermieden werden. Die Fehlerbehebungszeit wurde um 90 Prozent reduziert, da die IT bei Problemen einfach einen neuen, unberührten Desktop bereitstellen kann. Die Zeit für das Hochfahren eines Desktops reduzierte sich um 80 Prozent.

Da die eingesetzte Lösung keine speziellen Vorkenntnisse voraussetzt und in Form einer virtuellen Appliance ausgeliefert wird, in der alle Virtualisierungskomponenten wie Load Balancer und Connection Broker integriert sind, lässt sich die gesamte Virtual Desktop Infrastructure mit einer einzigen Managementkonsole verwalten. Jeder Mitarbeiter der IT-Abteilung konnte Kaviza nach einem kurzen Einführungstraining installieren und verwalten, was bei einem durchgehenden Produktionsbetrieb ein wesentlicher Faktor ist, da sich die Bereitschaftdienste abwechseln.

Die Erweiterung auf alle PCs im Produktionsbetrieb erwies sich als denkbar einfach: Durch Hinzunahme weiterer Server bildet sich ein sich selbst konfigurierendes, horizontalen Grid, das automatisch Hochverfügbarkeit gewährleistet. Mit diesen Voraussetzungen schien eine spätere Übertragung der Lösung in andere Produktionsstätten erfolgversprechend. In einem nächsten Schritt will das Unternehmen im Juli 2010 virtuelle Desktops auch in der Verwaltung einführen. Der Zeitpunkt ist günstig, denn auf die Benutzer kommt auf jeden Fall eine Umstellung zu, da Parker SSD Drives auf Windows 7 umstellen wird.
26.05.2010/ln/Ilga Gröschel, Geschäftsführerin wiora Software Partners

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