Auch Telefónica verabschiedet sich von 2G
Drei Netzbetreiber, ein Zeitplan: Bis spätestens Ende 2028 schalten Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland ihr 2G-Netz ab. Für die meisten Nutzer kaum spürbar – für IT-Verantwortliche in Unternehmen mit vernetzten Geräten und Maschinen aber ein Projekt, das jetzt auf die Agenda gehört.
Telefónica Deutschland hat einen konkreten Termin für das Ende ihres 2G-Netzes gesetzt: In der zweiten Jahreshälfte 2028 schaltet der Netzbetreiber den fast 35 Jahre alten Mobilfunkstandard GSM ab. Damit zieht das Unternehmen mit der Deutschen Telekom und Vodafone gleich, die ihre 2G-Netze ebenfalls 2028 stilllegen. Für die meisten Endanwender ändert sich dabei wenig – für Systemadministratoren in kleinen und mittleren Unternehmen kann das Ganze aber zum handfesten IT-Projekt werden.
Neue Frequenzen für 4G und 5G
Der Grund für den gemeinsamen Abschied vom alten Standard liegt auf der Hand: 2G wurde für Telefonie und SMS entwickelt und stößt in einer Welt mit Streaming, mobiler Datenkommunikation und vernetzten Maschinen schlicht an seine Grenzen. Im O2 Netz beispielsweise stieg das transportierte Datenvolumen 2025 auf 6,4 Milliarden GByte – das ist rund zwanzig Mal mehr als noch vor zehn Jahren. Die freiwerdenden Frequenzbänder wollen alle drei Netzbetreiber für den Ausbau von 4G und 5G nutzen.
Die Telekom hat das Ende ihres 2G-Netzes auf den 30. Juni 2028 terminiert, Vodafone plant die Abschaltung für September 2028. Bei Vodafone gibt es allerdings eine Ausnahme: Kritische IoT-Anwendungen dürfen das 2G-Netz nach Absprache noch bis Dezember 2030 weiternutzen. Telefónica Deutschland nennt für seinen Abschalttermin bislang keinen exakten Monat, kommuniziert aber klar den Rahmen "zweite Jahreshälfte 2028".
M2M und IoT noch über 2G
Für KMU-Admins ist vor allem ein Bereich relevant: vernetzte Geräte und Maschinen, die noch über 2G kommunizieren. Das betrifft typischerweise ältere M2M- und IoT-Anwendungen wie Telemetrie-Systeme, Alarmanlagen, GPS-Tracker, Zugangskontrollen oder fest verbaute Steuerungssysteme. Wer solche Geräte im Einsatz hat, sollte jetzt mit einer strukturierten Bestandsaufnahme beginnen: Welche Endgeräte, Standorte oder Anlagen funken noch über 2G?
Als Nachfolgetechnologien kommen je nach Anwendungsfall 4G/LTE, 5G, Narrowband-IoT (NB-IoT) oder der neue, energieeffiziente Mobilfunkstandard 5G RedCap in Frage. Je länger IoT-Geräte typischerweise im Feld bleiben, desto früher sollte die Planung starten – ungeplante Ausfälle durch zu spätes Handeln lassen sich so vermeiden.
Auch andere Länder schalten 2G ab
Der Blick nach Europa zeigt: Deutschland ist mit dem 2028er-Zeitplan eher ein Nachzügler. Die Schweiz hat 2G bereits Anfang 2023 vollständig abgeschaltet, Schweden plant das Ende für Ende 2027, Frankreich für Ende 2026. Länder wie Österreich und Belgien planen die Abschaltung frühestens für 2030, während das Vereinigte Königreich sogar erst 2033 anpeilt. Die Niederlande haben einen Teil ihres 2G-Netzes bereits Ende 2025 abgeschaltet. Unternehmen mit Geräten oder Tochtergesellschaften im Ausland müssen also je nach Land ganz unterschiedliche Fristen im Blick behalten.
Für den laufenden Betrieb in deutschen KMU bedeutet das: Wer seine Geräteflotte bereits auf 4G oder 5G umgestellt hat, muss vorerst nichts unternehmen. Handlungsbedarf besteht konkret dort, wo noch 2G-only-Hardware im Einsatz ist. Telefónica Deutschland empfiehlt, die Umstellung möglichst früh anzugehen und verweist auf Beratungsleistungen über O2 Business. Angesichts von gut zwei Jahren Vorlauf bis zum frühesten Abschalttermin in Deutschland ist die Zeit für eine geordnete Migration vorhanden – vorausgesetzt, die Planung beginnt jetzt.