AWS-Störung: Zahlreiche Internetdienste betroffen (Update)

Lesezeit
2 Minuten
Bis jetzt gelesen

AWS-Störung: Zahlreiche Internetdienste betroffen (Update)

21.10.2025 - 09:50
Veröffentlicht in:

Ein weitreichender Ausfall bei Amazon Web Services (AWS) hat am Montag zahlreiche populäre Onlinedienste weltweit lahmgelegt. Betroffen sind unter anderem Plattformen wie Snapchat, Signal, Fortnite, Canva und Prime Video. Die Störung sorgte für massive Einschränkungen bei vielen cloudbasierten Anwendungen und Webseiten. Inzwischen sind das Problem behoben und die Ursache gefunden.

Seit den frühen Morgenstunden melden Nutzer weltweit Ausfälle bei großen Internetdiensten. Nach Angaben von Amazon selbst sind mehrere Cloudangebote in der Region "US-EAST-1" im US-Bundesstaat Virginia von einem technischen Problem betroffen. Der Konzern spricht auf seiner Service-Status-Seite von "erhöhten Fehlerraten" und Verzögerungen bei verschiedenen AWS-Diensten, darunter die Speicherlösung DynamoDB und der Rechendienst Elastic Compute Cloud. Diese Systeme bilden das technische Fundament zahlreicher Online-Plattformen und Apps, was die weitreichenden Auswirkungen erklärt.

Etliche Onlinedienste betroffen

Besonders deutlich zeigen sich die Störungen bei Diensten, die stark auf die Cloudinfrastruktur von AWS angewiesen sind. So berichteten Nutzer über Ausfälle bei Signal (Post von Meredith Whittaker), Roblox, Duolingo, Canva, Coinbase, Prime Video und dem Epic Games Launcher. Auch einige Apple-Dienste sowie Unternehmensanwendungen wie Atlassian und Docker sind laut Statusseiten betroffen. Signal-Präsidentin Meredith Whittaker bestätigte auf Bluesky, dass der Messenger-Ausfall mit der größeren AWS-Störung zusammenhängt.

Auch Perplexity-CEO Aravind Srinivas erklärte auf X, dass sein Dienst derzeit wegen der Cloudprobleme offline sei. Noch scheint unklar, wann Amazon die Störung vollständig beheben kann. Auf Störungsplattformen wie allestörungen.de und Down Detector häufen sich weiterhin Nutzerberichte aus Europa, den USA und Australien. Während einige Dienste inzwischen wieder erreichbar sind, verzeichnen andere weiterhin Einschränkungen.

Ursache womöglich DNS-Auflösung

Amazon verweist derzeit auf laufende Arbeiten zur Wiederherstellung der betroffenen Systeme und hat eine erste Einschätzung zur Ursache der Störung veröffentlicht. Demnach hängt das Problem mit der DNS-Auflösung des API-Endpunkts von Amazon DynamoDB in der Region US-EAST-1 zusammen. Diese Störung habe auch Auswirkungen auf weitere AWS-Dienste, die in der betroffenen Region betrieben werden.

Laut Amazon könnten zudem globale Funktionen, die auf US-EAST-1-Endpunkte angewiesen sind – etwa IAM-Updates oder DynamoDB Global Tables – ebenfalls beeinträchtigt sein. Während der laufenden Wiederherstellungsarbeiten kann es Nutzern zeitweise nicht möglich sein, Supportanfragen zu erstellen. Das Unternehmen empfiehlt betroffenen Kunden, fehlgeschlagene Anfragen erneut zu versuchen, während die Systeme schrittweise stabilisiert werden.

Update 21.10.: Störung behoben

Amazon Web Services hat die Ursache der weitreichenden Störung inzwischen näher erläutert und Entwarnung gegeben. Zwischen 11:49 Uhr am 19. Oktober und 2:24 Uhr am 20. Oktober (Pazifischer Zeit) kam es demnach zu erhöhten Fehlerraten und Verzögerungen in der AWS-Region US-EAST-1. Verantwortlich war ein DNS-Problem bei den regionalen DynamoDB-Endpunkten, das auch andere Dienste wie IAM und DynamoDB Global Tables in Mitleidenschaft zog. Nachdem die DNS-Probleme behoben waren, begann die Wiederherstellung der betroffenen Systeme, wobei weitere Beeinträchtigungen durch eine interne EC2-Komponente auftraten, die von DynamoDB abhängig ist.

In der Folge kam es zu Ausfällen bei Netzwerklastverteilern (Network Load Balancern), was sich auf Dienste wie Lambda, DynamoDB und CloudWatch auswirkte. Laut Amazon wurden die Netzwerkprobleme gegen 9:38 Uhr vollständig behoben, während einige Operationen wie EC2-Starts oder Lambda-Aufrufe zeitweise gedrosselt wurden, um die Stabilisierung zu beschleunigen. Gegen 15:01 Uhr meldete Amazon schließlich die vollständige Wiederherstellung aller AWS-Dienste. Einzelne Anwendungen wie AWS Config, Redshift und Connect arbeiten laut dem Unternehmen derzeit noch Rückstände ab. Eine detaillierte technische Analyse des Vorfalls will Amazon in einem Post-Event-Bericht nachreichen.