Blue Origin kündigt TeraWave-Satellitennetz an
Mit Blue Origin steigt ein weiterer Schwergewichtsplayer in den Markt für satellitengestützte Konnektivität ein. Das neu angekündigte Netzwerk TeraWave soll weltweit symmetrische Datenraten von bis zu 6 TBit/s bereitstellen und richtet sich gezielt an Enterprise-Kunden, Rechenzentren und staatliche Einrichtungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Verfügbarkeit.
Die geplante TeraWave-Architektur umfasst insgesamt 5408 Satelliten in niedrigen (LEO) und mittleren Erdorbits (MEO), die optisch miteinander vernetzt sind. Dieser Multi-Orbit-Ansatz soll besonders leistungsfähige Verbindungen zwischen globalen Knotenpunkten und verteilten Standorten ermöglichen – etwa in ländlichen oder schwer erschließbaren Regionen, in denen Glasfaseranbindungen teuer oder technisch kaum realisierbar sind.
Bis zu 6 TBit/s
Die Endgeräte und Gateways sind für den schnellen weltweiten Einsatz konzipiert und lassen sich direkt an bestehende Hochleistungsinfrastrukturen anbinden, um zusätzliche Redundanz und Ausfallsicherheit zu schaffen. Technisch kombiniert TeraWave klassische Hochfrequenzverbindungen im Q/V-Band mit optischen Links.
Pro Kunde sind laut Ankündigung Datenraten von bis zu 144 GBit/s möglich, während über die optisch angebundenen MEO-Satelliten aggregierte Kapazitäten von bis zu 6 TBit/s bereitgestellt werden sollen. Neben klassischem Internetzugang unterstützt das Netzwerk auch dedizierte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und erlaubt eine flexible Anpassung von Bandbreite und Präsenz je nach Bedarf.
Enterprise statt Massenmarkt
Während Starlink primär auf Massenmarkt- und KMU-Szenarien mit asymmetrischen Gigabit-Anschlüssen setzt, positioniert sich TeraWave klar im Enterprise-Segment. Der Fokus liegt auf symmetrischen Datenraten, extrem hoher Gesamtkapazität, optischer Satellitenvernetzung und direkter Integration in Rechenzentrums- und Backbone-Infrastrukturen.
Für Unternehmen mit global verteilten Standorten, hohen Upload-Anforderungen oder Bedarf an zusätzlicher physischer Pfaddiversität könnte TeraWave damit eher eine Ergänzung oder Alternative zu Glasfaser-Backbones darstellen als ein klassischer Internetzugang. Der Start des TeraWave-Ausbaus ist für das vierte Quartal 2027 geplant.