Cluster mit vSphere Lifecycle Manager verwalten (2)

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Cluster mit vSphere Lifecycle Manager verwalten (2)

14.07.2025 - 07:00
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Der vSphere Lifecycle Manager erleichtert das Cluster-Management durch zentralisierte Firmware-Updates, vereinfachte OEM-Image-Anpassungen und automatische Kompatibilitätsprüfungen. Im Kern erzwingt die Software die Konsistenz zwischen ESXi-Hosts in einem Cluster mithilfe eines deklarativen Modells. Wir zeigen den Einsatz des Lifecycle Managers im praktischen Betrieb. Im zweiten Teil werfen wir einen Blick darauf, wie Sie Images einrichten, prüfen und vLCM an Ihre spezifischen Bedingungen anpassen.

Sobald sämtliche ESXi-Hosts im Cluster auf vSphere 7 aktualisiert sind, lässt sich die Lebenszyklusverwaltung von Baselines auf Image konvertieren. Aber Achtung: Der Prozess ist nicht reversibel. Das Einrichten eines Cluster-Images kann wahlweise beim Anlegen eines neuen Clusters erfolgen oder bei markierten Reiter "Updates" im Menü "Image" mit einem Klick auf die "Setup Image"-Schaltfläche. Das vSphere-8-vCenter weist an dieser Stelle unübersehbar darauf hin, dass Baselines als "veraltet" anzusehen sind. Dadurch aktivieren Sie den "In ein Image konvertieren"-Assistenten, bei dem Sie im ersten Schritt "Image definieren" wie beim Erstellen eines neuen Clusters mindestens die "ESXi-Version" auswählen müssen und optional ein "Anbieter-Add-on", "Firmware und Treiber-Add-ons" oder gegebenenfalls eine zusätzliche "Komponente".

Images einrichten und prüfen

In Bild 3 verzichten wir auf ein spezifisches Vendor-Add-on, weil wir virtualisierte ESXi-Hosts verwenden. Demzufolge genügt das Basisimage von VMware. Vor dem Speichern sollten Sie die gebotene Möglichkeit nutzen und auf "Validieren" klicken, erst dann auf "Speichern". Im zweiten Schritt überprüft der Assistent nun die "Image-Konformität" (Compliance). Beide Schritte lassen sich im späteren Betrieb jederzeit erneut durchführen, indem Sie das fertige Cluster-Image markieren, dann auf "Bearbeiten" klicken und im Anschluss daran erneut auf "Konformität prüfen".

Bild 3: Für das Konvertieren in ein Cluster-Image stellt vLCM einen Assistenten zur Verfügung.
Bild 3: Für das Konvertieren in ein Cluster-Image stellt vLCM einen Assistenten zur Verfügung.
 

Klicken Sie dann auf "Image-Einrichtung beenden", weist der Assistent Sie noch einmal darauf hin, dass nach der Einrichtung sämtliche an den Cluster beziehungsweise die betreffenden Hosts angehängten Baselines durch das Image ersetzt werden und der Vorgang nicht reversibel ist. Baselines können also in diesem Cluster anschließend nicht mehr zum Einsatz kommen.

Nach dem Konvertieren können Sie das Image jederzeit erneut bearbeiten, um beispielsweise "Anbieter-Add-ons", "Firmware und Treiber-Add-ons" oder "Komponenten" hinzuzufügen und befinden sich dann wieder im oben beschriebenen Dialog "Image bearbeiten". Im Abschnitt "Image-Konformität" sind Sie in der Lage, dann entweder einen Cluster zu standardisieren oder nach etwaigen Anpassungen am Image eine erneute Konformitätsprüfung durchzuführen.

Bild 4: Das Ergebnis der Standardisierungsprüfung zeigt, dass zwei Hosts neu starten. Der Lifecycle Manager orchestriert die Reihenfolge dabei automatisch.
Bild 4: Das Ergebnis der Standardisierungsprüfung zeigt, dass zwei Hosts neu starten. Der Lifecycle Manager orchestriert die Reihenfolge dabei automatisch.
 

Bevor Sie den Cluster standardisieren, erlaubt die gleichnamige Schaltfläche, eine Vorabprüfung auszuführen. Das Ergebnis davon sollte "Keine Probleme bei der Vorabprüfung gefunden" lauten. In diesem Fall können Sie die Standardisierung mit "Alle standardisieren" für alle Hosts im Cluster einleiten. Dies löst den Dialog "Standardisierungsauswirkungen überprüfen" aus. Ein Klick auf "Standardisierung starten" initiiert den Prozess dann.

vLCM konfigurieren

Ähnlich wie beim alten VUM finden Sie neben der "Compliance"-Ansicht im Reiter "Updates" auch die ehemalige "Administrator"-Ansicht des VUM zum Einrichten von Depots und Download-Schedules im vLCM. VMware hat dem Lifecycle Manager dazu in vSphere unter "Menü / Lifecycle Manager" einen Hauptmenüeintrag spendiert. Hier können Sie verifizieren, welche der ESXi-Images, Firmware, Hersteller- und Treiber-Add-ons oder Komponenten verfügbar sind. Die Landing Page für den vLCM beziehungsweise dessen Betriebsart "Cluster Image" ist der Reiter "Image-Depot". Hier finden Sie zunächst alle von VMware bereitgestellten "ESXi-Versionen", "Anbieter-Add-ons" und "Komponenten".

Rechts oben sehen Sie, wie lang die letzte Synchronisierung zurückliegt. Im Menü "Aktionen" können Sie Updates aber auch manuell synchronisieren oder mit "Updates importieren" bestehende Updates von einer URL oder offline importieren. Ferner sind Sie hier in der Lage, die HCL zu synchronisieren (siehe Abschnitt "Hardwarekompatibilität"). Selbstverständlich funktioniert der vSphere Lifecycle Manager nicht nur in Umgebungen mit direktem Internetzugriff oder via Proxyserver, sondern lässt sich auch in einem gesicherten Netz ohne Internet betreiben.

In solchen Szenarien dient der Update Manager Download Service (UMDS) zum Herunterladen von Updates in das vLCM-Depot. Ein Klick auf ein Item in der jeweiligen Kategorie liefert weitere Details, wie etwa die enthaltenen Komponenten. Wie oben erwähnt sind dies aber keine Einzel-VIBs mehr, sondern Gruppierungen von VIBs. In gleicher Weise inspizieren Sie die mitgelieferten Add-ons und Komponenten. Unter Letzteren finden sich zunächst einmal überwiegend die verschiedenen VMware-Tools-Releases oder etwa der neue USBNIC-Treiber aus den VMware Flings.

Sämtliche vLCM-Anpassungen finden Sie wie zu erwarten im Reiter "Einstellungen". Hier sehen Sie zum Beispiel die Standardisierungseinstellungen für Images, Baselines und VMs im Abschnitt "Hoststandardisierung". Unter "Verwaltung" nehmen Sie beispielsweise das Setup für die Patch-Downloads im Baseline-Betrieb vor. (jp/ln/Thomas Drilling)

Im dritten und letzten Teil erklären wir, wie Sie Cluster-Images anpassen, dabei Firmware und Treiber einspielen und die Hardwarekompatibilität prüfen. Im ersten Teil haben wir uns nach einer Klärung der Grundlagen angeschaut, wie Sie Cluster-Images standardisieren.