Cluster mit vSphere Lifecycle Manager verwalten (3)

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Cluster mit vSphere Lifecycle Manager verwalten (3)

21.07.2025 - 07:00
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Der vSphere Lifecycle Manager erleichtert das Cluster-Management durch zentralisierte Firmware-Updates, vereinfachte OEM-Image-Anpassungen und automatische Kompatibilitätsprüfungen. Im Kern erzwingt die Software die Konsistenz zwischen ESXi-Hosts in einem Cluster mithilfe eines deklarativen Modells. Wir zeigen den Einsatz des Lifecycle Managers im praktischen Betrieb. Im dritten und letzten Teil erklären wir, wie Sie Cluster-Images anpassen, dabei Firmware und Treiber einspielen und die Hardwarekompatibilität prüfen.


Das Hinzufügen von Add-ons oder Komponenten zum konfigurierten Cluster-Image geschieht wie beschrieben im Dialog "Image bearbeiten". Bild 5 zeigt, dass außer der von uns bei der oben beschriebenen initialen Konfiguration angegebenen ESXi-Version kein Anbieter-, Firmware- oder Treiber-Add-on sowie keine Komponenten ausgewählt sind.

Bild 5: Die Übersichtsseite des vLCM zeigt das Image-Depot und die darin verfügbare Software.
Bild 5: Die Übersichtsseite des vLCM zeigt das Image-Depot und die darin verfügbare Software.
 

Hier könnten wir nun mit einem Klick auf "Komponenten / Details anzeigen" exemplarisch eine Komponente hinzufügen. Dazu klicken Sie auf "Komponenten hinzufügen" und wählen die gewünschte Komponente aus. Auf die gleiche einfache Weise können Sie nun das Cluster-Image um ein Anbieter-Add-on erweitern.

Firmware und Treiber einspielen

Den mit Abstand größten Fortschritt im Cluster-Image-Betrieb stellt das Hinzufügen von Firmware-Updates dar. Bei früheren vSphere-Versionen waren derartige Updates auf vSAN-Cluster beschränkt und ließen sich mithilfe von systemverwalteten Baselines durchführen. Bei Nicht-vSAN-Clustern musste der Admin Firmware-Updates manuell durchführen. In vSphere 8 lässt sich die Firmware in beliebigen Clustern einfach aktualisieren, sofern Sie zum Cluster-Image-Betrieb wechseln.

Im Image-Betrieb fügen Sie die Firmware und Treiber-Add-ons dem Image hinzu. Hierbei handelt es sich um ein vom Hersteller bereitgestelltes Add-on, das die Komponenten enthält, die die Firmware-Update-Pakete kapseln. Oft enthält das Firmware- und Treiber-Add-on dann auch die erforderlichen Treiber. Im Vergleich zu Hersteller-Add-ons werden Firmware- und Treiber-Add-ons nicht über das offizielle VMware-Online-Depot beziehungsweise als Offline-Pakete verteilt. Stattdessen sind Firmware-Updates für einen bestimmten Hardware-Anbieter nur über dessen Anbieter-Depot verfügbar, auf das Sie über ein Softwaremodul namens "Hardware-Support-Manager" zugreifen. Hierbei handelt es sich wiederum um ein Plug-in, das sich selbst als vCenter-Server-Erweiterung registriert. Das heißt, jeder Hersteller, der in puncto Firmware mit VMware zusammenarbeitet, stellt einen eigenen, in vSphere integrierten Hardwaresupport-Manager zur Verfügung.

Automatisches Prüfen der Hardwarekompatibilität

Erwähnenswert ist auch die integrierte Hardwarekompatibilitätsprüfung, über die der vLCM automatisiert das Validieren der Hardwarekonformität von Hosts und Clustern mit der ausgewählten ESXi-Version erledigt. Die Prüfungen stellen so die Konformität der Host- oder Cluster-Hardware mit VMwares Hardware-Kompatibilitätshandbuch sowie der vSAN-Hardwarekompatibilitätsliste (vSAN-HCL) sicher. Diese Prüfung für einen Host validiert dabei das Servermodell und die I/O-Geräte des Hosts mit der aktuellen beziehungsweise künftigen ESXi-Version auf Basis des VMware-Kompatibilitätshandbuchs oder der vSAN-HCL. Im Unterschied dazu validiert die Hardwarekompatibilitätsprüfung für einen Cluster lediglich die I/O-Geräte anhand der Softwarespezifikation im Image, das mit dem Cluster assoziiert ist.

Ein vollständiges Überprüfen von Treibern und Firmware erfolgt aber nur, wenn für vLCM ein Hardwaresupport-Manager und ein Firmware-Add-on konfiguriert sind. Ohne Hardwaresupport-Manager kann der vLCM lediglich PCI-Geräte- und Treiber validieren. Die Funktion steht (nur im Cluster-Image-Modus) im Reiter "Updates" unter "Hosts / Hardwarekompatibilität" zur Verfügung. Auch hier erhalten Sie den Hinweis, dass die Hardwarekompatibilitätsprüfung in "Nicht-vSAN-Clustern" nicht möglich ist.

Sie finden die eigentliche Funktion zum Anstoßen der Hardwarekompatibilitätsprüfung, indem Sie bei markiertem Cluster im Reiter "Updates" im Bereich "Hosts/ Image" rechts neben der Schaltfläche "Bearbeiten" auf die drei Punkte klicken, um das Menü aufzurufen. Neben der Funktion "Hardwarekompatibilität überprüfen" finden Sie auch ein weiteres interessantes Feature, nämlich "Nach empfohlenem Image suchen". vCLM kann für jeden Cluster, der mithilfe von Images verwaltet wird, Softwareempfehlungen in Form von vorab validierten Images erzeugen und bereitstellen, die mit der Hardware der Hosts im Cluster kompatibel sind. Bei jedem empfohlenen Image handelt es sich um ein gültiges Image, das auf der neuesten Haupt- oder Unterversion von ESXi basiert.

Fazit

Ihnen stehen in VMware vSphere verschiedene Methoden und Werkzeuge zum Bereitstellen von ESXi-Hosts und zum Aufrechterhalten des Softwarelebenszyklus, wie Image Builder CLI, esxcli oder vSphere Auto Deploy, zur Verfügung. Dabei kommen zum Teil durchaus unterschiedliche Workflows und diverse ESXi-Imageformate zum Einsatz. Beim Verwenden von vSphere-Lifecycle-Manager-Images gibt es einen einheitlichen Workflow und sämtlichen Vorgängen im Zusammenhang mit dem Software-Lebenszyklus wie Installation, Upgrade, Update und Patching liegt das gleiche ESXi-Image-Format zugrunde, was das Verwalten des Lebenszyklus erheblich vereinfacht. (jp/ln/Thomas Drilling)

Im ersten Teil der Workshopserie haben wir uns nach einer Klärung der Grundlagen angeschaut, wie Sie Cluster-Images standardisieren. Im zweiten Teil ging es darum, wie Sie Images einrichten, prüfen und vLCM an Ihre spezifischen Bedingungen anpassen.