TPM? Egal! So installieren Sie Windows 11 mit Flyby11
Noch wenige Wochen, dann endet der Support von Windows 10. Doch nicht jeder Windows-10-Rechner erfüllt die von Microsoft geforderten Voraussetzungen für ein Upgrade auf Windows 11 – insbesondere, wenn es um TPM, Secure Boot oder die CPU-Kompatibilität geht. Mit dem Tool Flyby11 lässt sich Windows 11 auch auf offiziell nicht unterstützter Hardware installieren. In diesem Tutorial erfahren Sie Schritt für Schritt, wie das funktioniert.
Bevor Sie mit dem Upgrade beginnen, sollten Sie Ihre wichtigsten Daten sichern. Auch wenn Flyby11 in der Praxis meist zuverlässig funktioniert, greifen die Skripte tief ins System ein. Speichern Sie daher Ihre Dokumente, Fotos und Programmeinstellungen auf einem externen Medium oder in einem Cloudspeicher. So stellen Sie sicher, dass im Fall eines Fehlers nichts verloren geht.
Manche Virenscanner schlagen Alarm
Beachten Sie auch, dass Flyby11 von verschiedenen Antiviren-Programmen als "HackTool/PUA:Win32/Patcher" oder ähnlich eingestuft werden kann. Dies bedeutet nicht, dass das Tool schädlich ist, sondern dass es Systemfunktionen modifiziert, um Sicherheitsbeschränkungen zu umgehen - was technisch gesehen der Fall ist, da es die Windows-Installationsprüfungen bypassed.
Falls Ihr Antivirenprogramm eine Warnung anzeigt, fügen Sie Flyby11 temporär zur Ausnahmeliste hinzu oder deaktivieren Sie den Echtzeitschutz kurzzeitig. Laden Sie das Tool ausschließlich von vertrauenswürdigen Quellen herunter und überprüfen Sie die Datei-Integrität, um sicherzustellen, dass Sie eine unveränderte Version verwenden. Nach dem erfolgreichen Upgrade aktivieren Sie Ihre Sicherheitseinstellungen wieder.
Flyby11 herunterladen und starten
Flyby11 ist ein kompaktes, inoffizielles Hilfsprogramm, das wir bereits als Download der Woche vorgestellt haben. Laden Sie die aktuelle ZIP-Datei herunter, entpacken Sie diese und starten Sie die Datei Flyby11.exe mit einem Doppelklick. Eine Installation ist nicht erforderlich. Seit Version 2.3 enthält das Tool einen Kompatibilitätscheck, der anzeigt, ob Ihre CPU das POPCNT-Feature unterstützt – eine wichtige Voraussetzung für Windows 11 (24H2). Zwei grüne Haken bedeuten: Das Upgrade kann starten.
Damit Flyby11 den Upgrade-Prozess einleiten kann, benötigen Sie ein Windows 11 ISO-Image. Dieses können Sie entweder manuell über die offizielle Microsoft-Webseite herunterladen oder ab Version 3.0 direkt über Flyby11 beziehen, das dabei ein integriertes Skript (Fido) verwendet. Achten Sie bei der manuellen Methode auf die passende Edition und Sprache. Sobald die ISO-Datei vorliegt, ziehen Sie diese per Drag & Drop in das Flyby11-Fenster oder wählen Sie sie über den Dateiauswahldialog aus.
Upgrade starten – mit cleverem Trick
Flyby11 nutzt eine wenig bekannte Möglichkeit des Windows-Setups: die „Server Setup“-Variante, die aus der Installationsroutine von Windows Server stammt. Diese prüft nicht auf TPM, Secure Boot oder CPU-Generationen – installiert aber dennoch eine ganz normale Windows 11-Version. Nach Auswahl der Option "In-Place Upgrade via Server Setup" öffnet sich ein PowerShell-Fenster, und Flyby11 startet das Setup. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm und wählen Sie die Option "Eigene Dateien und Programme behalten", damit Ihre Anwendungen und Daten erhalten bleiben.
Nach dem Upgrade wird Ihr Rechner automatisch neu gestartet – und läuft fortan unter Windows 11. Prüfen Sie im Anschluss, ob alle Treiber korrekt funktionieren und ergänzen Sie gegebenenfalls fehlende Windows-11-spezifische Komponenten. Auch ein kurzer Check der Anwendungen und Benutzerdaten lohnt sich. Beachten Sie: Microsoft garantiert für solche Upgrades keine Updates – in der Praxis erhalten viele Geräte aber weiterhin Sicherheits- und Qualitätsupdates. Neue Feature-Versionen (wie 24H2) müssen unter Umständen manuell eingespielt werden.
Flyby11 in Aktion im Video-Tutorial
Flyby11 ist aktuell eine der einfachsten Möglichkeiten, um Systemanforderungen bei einem Windows-11-Upgrade zu umgehen. Statt sich mit Registrierungsänderungen oder Setup-Tricks herumzuschlagen, erledigt das Tool den gesamten Prozess weitgehend automatisch – und nutzt dabei ein offiziell dokumentiertes Setup-Verfahren. Trotzdem gilt: Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko, und auch wenn die meisten Systeme reibungslos laufen, sind Probleme bei nicht unterstützter Hardware nie ganz auszuschließen.
Wenn Sie sich das Tool in Aktion anschauen möchten, bevor Sie selbst damit Hand anlegen, finden Sie ein Tutorial-Video in unserer Mediathek.