Ransomware stoppen: Google Drive setzt auf KI
Google erweitert seine Sicherheitsmaßnahmen in Google Drive um eine neue KI-Funktion, die Ransomware-Angriffe erkennen und eine Verschlüsselung von Dateien verhindern soll. Mit dem Update für die Desktop-App können Nutzer ihre Files mit wenigen Klicks wiederherstellen und so Datenverluste minimieren.
Ransomware zählt seit Jahren zu den gefährlichsten Bedrohungen für Unternehmen aller Branchen. Laut Mandiant machten entsprechende Vorfälle im vergangenen Jahr 21 Prozent aller beobachteten Angriffe aus, wobei die Kosten pro Vorfall im Schnitt über fünf Millionen US-Dollar lagen. Während Google-eigene Formate wie Docs oder Sheets von Ransomware nicht betroffen sind, bleibt das Risiko für andere Dateiformate wie PDF oder Microsoft Office bestehen.
Synchronisierung stoppt bei Angriff
Mit einer neuen Funktion für Google Drive will der Konzern nun einen zusätzlichen Schutz schaffen. Die Desktop-Anwendung für Windows und macOS erhält ein KI-gestütztes Erkennungssystem, das auffällige Verschlüsselungs- oder Manipulationsversuche automatisch erkennt. Wird ein Angriff festgestellt, stoppt Drive sofort die Synchronisierung, um eine Ausbreitung in der Cloud zu verhindern. Nutzer erhalten eine Benachrichtigung und können betroffene Dateien über eine einfache Weboberfläche in einen gesunden Zustand zurücksetzen.
Training mit Millionen Ransomware-Fällen
Die KI wurde mit Millionen realer Ransomware-Beispiele trainiert und aktualisiert sich laufend durch neue Bedrohungsinformationen, etwa über VirusTotal. Neben der Erkennung von Angriffen unterstützt die Integration auch IT-Administratoren: Im Admin-Panel erscheinen detaillierte Hinweise und Protokolle, sodass Vorfälle nachverfolgt und Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden können.
Das neue Feature startet zunächst in einer offenen Beta-Phase und wird für die meisten Google-Workspace-Kunden ohne Zusatzkosten verfügbar sein. Auch Privatnutzer können von der Wiederherstellungsfunktion profitieren. Experten sehen darin eine sinnvolle Ergänzung klassischer Schutzmechanismen, die nicht nur Google-Workspace-Dateien, sondern auch externe Formate und Betriebssysteme absichern soll.