Integration industrieller Legacy-Systemdaten in Cloud-ERP-Infrastrukturen

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Integration industrieller Legacy-Systemdaten in Cloud-ERP-Infrastrukturen

10.07.2024 - 13:45
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Besonders Fertigungsunternehmen stehen vor der Herausforderung, Legacy-Systeme in moderne Cloudstrukturen zu integrieren. Der Artikel beleuchtet am Beispiel des fiktiven Unternehmens Meier GmbH, wie eine solche Integration im Fall eines cloudbasierten ERP-Werkzeugs – in diesem Fall SAP S/4HANA – erfolgreich gelingen kann. Dabei beleuchten wir Implementierungsschritte, Best Practices für die Datenmigration, Risikomanagement und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Die fiktive Meier GmbH betreibt weltweit Produktionsstätten, in denen teilweise unterschiedliche Legacy-Systeme zum Einsatz kommen. Diese historisch gewachsene IT-Landschaft führt zu Ineffizienzen, Datenisolierung und hohen Systembetriebskosten. Um diese Herausforderungen zu adressieren, entscheidet sich die Unternehmensleitung für die Einführung des zentral verwaltbaren Cloud-ERP-Systems S/4HANA.

Einführung von S/4HANA
Ziel der Einführung einer cloudbasierten ERP-Technologie ist die Etablierung einer zentralisiert einsatzfähigen, effizienten und skalierbaren Systemlandschaft. S/4HANA soll implementiert werden, um essenzielle ERP-Prozesse global abzubilden und eine einheitliche System- und Datenbasis für das gesamte Unternehmen zu schaffen. Auf diese Weise sollen alle relevanten Daten in Echtzeit verfügbar gemacht und sämtliche digitalen Geschäftsprozesse über alle Standorte hinweg standardisiert und automatisiert werden. Perspektivisch gilt es, die neu geschaffene Systemlandschaft zukunftssicher und im Hinblick auf neue oder sich verändernde Marktanforderungen flexibel zu gestalten.
 
Bislang unverzichtbare Legacy-Systeme, die sich aufgrund spezifischer Anforderungen nicht direkt durch S/4HANA ersetzen lassen, sollen ebenfalls in das neue System eingebunden werden. Dies ermöglicht die Umsetzung des ERP-Projektes durch die Option, diese zu einem späteren Zeitpunkt abzulösen. Ziel ist eine Soll-Situation, in der S/4HANA erfolgreich etabliert ist, die gewünschten Prozesse darüber abgebildet werden, nicht mehr benötigte Altsysteme außer Betrieb genommen wurden und essenzielle Legacy-Systeme nahtlos mit dem Cloud-ERP kommunizieren.
 
Ist-Analyse und Migration
Im ersten Schritt erfolgt eine gründliche Untersuchung und Evaluierung der bestehenden Systemlandschaft und der kritischen Geschäftsprozesse. Es gilt zu identifizieren, welche Systeme bereits ersetzt werden können oder weiterhin benötigt werden. Außerdem ist zu entscheiden, welche Systeme an das Cloud-ERP angebunden werden müssen. Anschließend werden die neuen Prozesse und die Datenlage skizziert. Dabei fällt zum Beispiel die Entscheidung, wie vorhandene Daten aus Bestandssystemen migriert werden sollen.
 
Die Datenmigration erfordert eine sorgfältige Planung, um Datenverluste zu vermeiden und die Datenintegrität zu gewährleisten. Die Entwicklung von Schnittstellen für die Anbindung der essenziellen Legacy-Systeme an S/4HANA kann eine weitere Herausforderung darstellen, da diese oftmals nicht über die benötigten, gemeinsamen Schnittstellen – etwa REST-API – verfügen. Auch die Vielfalt der Datenformate und -strukturen kann komplexe Transformationen und Anpassungen erfordern. Unzureichend dokumentierte Abhängigkeiten zwischen den Bestandssystemen erschweren den Integrationsprozess oft zusätzlich. Und natürlich erfordert die Umstellung auf ein neues System eine umfangreiche Schulung der hierbei relevanten Mitarbeiter und Prozessverantwortlichen.

Risikomanagement und Compliance bei der Integration
Nicht nur in sensiblen Wirtschaftsbereichen sind eine exakte Überwachung von Datenflüssen und digitalen Zugriffen im Hinblick auf eine Gewährleistung umfassender Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften wettbewerbs- und reputationsentscheidend. Das Risikomanagement und die Einhaltung gesetzlicher Regularien sind ebenfalls maßgebliche Aspekte bei der Integration von Legacy-Systemen in Cloud-ERP-Systeme.

Unternehmen, wie auch die fiktive Meier GmbH, sollten potenzielle Risiken identifizieren, bewerten und geeignete Maßnahmen ergreifen, um diese zu minimieren. Dazu gehört auch sicherzustellen, dass die Integrationsprozesse den geltenden Compliance-Anforderungen entsprechen – insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Datensicherheit und Governance. Ein robustes Compliance-Managementsystem gewährleistet die Einhaltung relevanter Vorschriften und trägt dazu bei, das Unternehmen vor rechtlichen und finanziellen Risiken zu schützen.
 
iPaaS als Treiber einer erfolgreichen S/4HANA-Einführung
Um diesen Herausforderungen strategisch und nachhaltig begegnen zu können, sind Werkzeuge sinnvoll, die innerhalb solcher Szenarien die bestmögliche Unterstützung bieten. Mit Integration-Platform-as-a-Service-Tools (iPaaS) können Unternehmen komplexe Integrationsaufgaben rationalisieren und gleichzeitig die Flexibilität und Skalierbarkeit ihrer IT-Infrastruktur verbessern. iPaaS dient dabei als digitale Kommandozentrale aller Integrationsaktivitäten und -prozesse.

Die aus Finnland stammende Integrations- und Automatisierungsplattform Frends iPaaS etwa stellt Konnektoren zu unzähligen Cloud- aber auch Legacy-Systemen bereit, wodurch der eigene Aufwand zur Erstellung solcher Verbindungsschichten entfällt. Die einfache Gestaltung von Integrations- und Automatisierungsworkflows unterstützt die Etablierung robuster, nachhaltiger Prozesse zwischen den Systemen – insbesondere in die neue Cloud-ERP-Software. Dadurch ist das volle Potential der S/4HANA-Technologie umfassend nutzbar.

Darüber hinaus ist durch die Automatisierung weiterer Prozesse, abgebildet in Frends, eine nachhaltige Mehrwertsteigerung der kompletten IT-Landschaft möglich. Auch die Migration selbst wird durch Validierungsprozesse und eine anschließende Datenmigration von Legacy-System zur Cloud-ERP-Plattform unterstützt. Um den zukünftigen Betrieb der neu aufgesetzten IT-Umgebung zu gewährleisten, liefert Frends ein umfangreiches Monitoring und Alerting der abgebildeten Prozesse. Somit steht der erfolgreichen Etablierung von State-of-the-Art-Systemen wie S/4HANA nichts mehr im Weg.

Fazit
Die Integration von Legacy-Systemen in eine cloudbasierte ERP-Plattform wie S/4HANA markiert einen entscheidenden Meilenstein für die Steigerung betrieblicher Effizienz und eine intelligente Ausrichtung von Unternehmen auf ein nachhaltiges Wachstum. Trotz vielfältiger Herausforderungen bietet diese Symbiose die einzigartige Gelegenheit, Geschäftsprozesse zu standardisieren, die Datenverwaltung zu optimieren und damit eine Unternehmenslandschaft zu schaffen, die auch in Zukunft Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit verspricht.

ln/Samuel Farag, Solution Consultant bei Frends Germany

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