Im Test: Parallels Remote Application Server 20

Lesezeit
1 Minute
Bis jetzt gelesen

Im Test: Parallels Remote Application Server 20

30.06.2025 - 07:00
Veröffentlicht in:

Mit dem Remote Application Server bietet Parallels ein flexibles Werkzeug zur Bereitstellung von Anwendungen und Desktops auf Basis von Windows an. Der Hersteller legt dabei besonderen Fokus auf die Integration hybrider Infrastrukturen, die sowohl lokale als auch cloudbasierte Workloads umfassen. IT-Administrator hat sich angesehen, was die Software in der Praxis leistet und war vor allem von der breiten Plattformunterstützung und dem konsistenten Management sehr angetan.

Desktopvirtualisierung verfolgt typischerweise zwei Ansätze, entweder einzeln oder in Kombination: Neben traditionelle Terminalserver, von Redmond auch als Remote Desktop Session Hosts (RDSH) bezeichnet, tritt eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Letztere stellt Anwendern zentral gehostete Instanzen des Client-Betriebssystems Windows 10 oder 11 dediziert zur Verfügung, während sich bei RDSH mehrere Anwender ein Serverbetriebssystem teilen. Ein Sonderfall ist die Multisession- Variante des Client-Betriebssystems, die Microsoft exklusiv mit der hauseigenen VDI-Plattform Azure Virtual Desktop (AVD) anbietet – dazu später mehr.

Microsoft legt den Schwerpunkt hierbei vor allem auf das eigene Ökosystem. Neben RDSH und Hyper-V für den lokalen Betrieb im eigenen Rechenzentrum treten in hybriden Szenarien AVD und die neueren Cloud-PCs mit Windows 365 an. Weiterhin hat Redmond auch native Clients für Windows und macOS im Programm, unterstützt darüber hinaus aber nur wenige Thin Clients auf Linux-Basis offiziell. Erst Drittanbieter sorgen für eine breitere Unterstützung verschiedener Hypervisoren, Clouddienste sowie Client- Systeme. Hier kommt nun Parallels mit dem Remote Application Server (RAS) ins Spiel.

Breite Unterstützung für Server und Clients

Parallels hatte RAS bereits im Jahr 2015 mit der Übernahme des maltesischen Softwarehauses 2X Software ins eigene Portfolio integriert. Auch wenn 2X inzwischen aus dem Namen des Produkts verschwunden ist, findet sich die Bezeichnung unter der Haube noch in einigen Dateinamen und Logdateien wieder. Parallels hat das Werkzeug seitdem konsequent weiterentwickelt und in jüngerer Vergangenheit einen Schwerpunkt auf die Integration hybrider Infrastrukturen gelegt. So können Admins die für ihre Anwendungsfälle am besten geeigneten Arten der Bereitstellung wählen und Desktops im eigenen Rechenzentrum sowie in privaten und öffentlichen Clouds mit nur einer Konsole verwalten.

Parallels RAS harmoniert mit gängigen Hypervisoren wie VMware ESXi und vCenter, Microsoft Hyper-V mitsamt Unterstützung für Failover-Cluster sowie auch den hyperkonvergenten Infrastrukturen Nutanix AHV und Scale Computing HyperCore. Ebenso bindet RAS physische und virtuelle Remote-PCs ein und verzahnt sich nahtlos mit AVD.

Fazit

Parallels RAS positioniert sich als praktische Ergänzung der Remote Desktop Services, geht dabei deutlich über die Bordmittel von Windows hinaus und vereinfacht signifikant das zentrale Management. Das gilt insbesondere in größeren Unternehmen mit hybriden Infrastrukturen. Besonders erwähnt seien zudem die Anbindung von AVD sowie die Funktionen für das automatische Skalieren von virtuellen Maschinen, die Administratoren gerade in komplexeren Umgebungen dabei helfen, Compute-Ressourcen effizient auszulasten. (ln)

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 07/2025 ab Seite 14 oder in unserem Heftarchiv.

Über den Autor: Dr. Christian Knermann begann seine IT-Laufbahn mit einer Ausbildung zum Fachinformatiker beim Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Im Anschluss blieb er während seines berufsbegleitenden Studiums der Wirtschaftsinformatik weiter für das Institut tätig und ist dort heute als Leiter der Gruppe IT-Services beschäftigt.