Im Test: Trend Micro Vision One
Mit Vision One will Trend Micro die IT-Sicherheit in Unternehmen unter ein Dach bekommen: Endpoint Protection, Cloud Security, XDR – alles in einer Plattform, zentral verwaltet. Die Software baut auf dem Vorgänger Cloud One Workload Security auf und bringt neue Features, mehr Integration und eine modernisierte Oberfläche mit. Wir haben uns angesehen, wie das Zusammenspiel klappt, und was sich seit dem letzten Test insbesondere in Sachen Cloudschutz getan hat.
Vor etwas mehr als vier Jahren haben wir einen Blick auf die Software "Cloud One Workload Security" von Trend Micro geworfen. Diese war angetreten, die Sicherheit der Workloads über verschiedene Cloudumgebungen hinweg unter einer einheitlichen Oberfläche zu gewährleisten, und konnte uns damals auch überzeugen. In der Zwischenzeit setzen die Verantwortlichen von Trend Micro mit der Software "Vision One" auf eine umfassende Security-Plattform.
Es handelt sich dabei um eine klassische SaaS-Anwendung, die Software lässt sich aber auch on-premises einsetzen – wenn auch mit höherem Kosten- und Administrationsaufwand. Die Cloudsicherheit ist ein Teil von Vision One, der auch weiterhin als separates Produkt zur Verfügung steht. Wir haben uns einen Überblick über die Plattform verschafft und vergleichen, was sich bei der Cloudkomponente seit unserem letzten Test 2021 verändert hat.
Das große Gesamtpaket: Vision One
Trend Micro ordnet Vision One als cloudnative Security-Operations-Plattform ein, die Cloud-, Hybrid- und On-Premises- Umgebungen bedienen soll. Das Unternehmen bietet eine kostenlose 30-Tage- Testversion an, die nach Angabe einer E-Mail-Adresse direkt bereitsteht. Positiv dabei ist, dass Trend Micro dazu keine vorherige Eingabe von Kreditkartendaten verlangt, wie es bei immer mehr Unternehmen und deren kostenlosen Testangeboten aktuell der Fall ist.
Nach der Abfrage einiger Daten und einer E-Mail-Adresse kann sich ein Nutzer auf Vision One anmelden und dort fast alle Möglichkeiten und Features ausprobieren. Dafür bekommt er eine "leere" Umgebung zur Verfügung gestellt, die nicht mit Arbeitsdaten gefüllt ist. Wir haben uns ein solches Konto angelegt, hatten aber zudem die Möglichkeit, auf eine Demo-Umgebung des Herstellers zuzugreifen, die mit Testdaten und Verbindungen zu mehreren Clouddiensten ausgestattet war.
Leider haben die Entwickler auch in den vergangenen vier Jahren die Software nicht weiter lokalisiert: Nach wie vor stehen bei den Sprachen für die Oberfläche und die Dashboards nur Englisch und Japanisch zur Verfügung – das gilt auch für den Großteil der Dokumentation. Das angezeigte Datum und die Uhrzeit lässt sich zwar in den Einstellungen für die Konsole auf die Zeitzone "Europe/Berlin" setzen, trotzdem nutzt die Konsole weiterhin die englisch/amerikanische Darstellung des Datums. Natürlich sind das Kleinigkeiten und es stellt für IT-Fachleute – und nur die werden diese professionelle Umgebung in der Regel einsetzen und betreuen – sicher kein Problem dar, diese in englischer Sprache zu benutzen. Aber der erste Blick auf die Vielfalt der Möglichkeiten und Einstellungen, die den Nutzer bei der Anmeldung überwältigen können, ruft bei uns immer wieder den Wunsch nach entsprechend lokalisierten Hilfestellungen hervor.
Fazit
Trend Micro stellt mit Vision One eine Sicherheitsplattform bereit, die ein möglichst breites Spektrum der IT-Sicherheit abdecken soll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Endpoint Protection und Extended Detection and Response (XDR). Die Vielfalt der Auswahl und die große Anzahl der unterschiedlichen Bereiche und Möglichkeiten machen diese Software zu einem Tool, das besonders für große Unternehmen mit eigener IT-Abteilung und weniger für kleinere Unternehmen des Mittelstands geeignet ist. Diese Profis dürften sich entsprechend schnell in der Oberfläche zurechtfinden und die benötigten Dashboards konfigurieren können. Trend Micro bietet Kunden auch die Unterstützung durch Experten bei der Installation und Inbetriebnahme der Software an.
Der Integrationsgrad der verschiedenen Plattformkomponenten ist beeindruckend, und auch der vormals separate Teil der Cloudsicherheit fügt sich hier nahtlos ein. Diese Komponente deckt, soweit wir das in diesem Test feststellen konnten, alle Möglichkeiten ab, die zuvor von "Cloud One – Workload Security" geboten wurden, ergänzt durch diverse Integrationen in das große Paket "Vision One". Damit stellt sich natürlich auch die Frage, wie weit es für ein Unternehmen noch sinnvoll ist, auf die nach wie vor einzeln erhältliche Software für die Cloudsicherheit zu setzen oder lieber doch gleich die gesamte Sicherheit auf das Komplettpaket umzustellen. Das ist jedoch ganz sicher auch eine Kostenfrage. (dr)
Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 10/2025 ab Seite 25 oder in unserem Heftarchiv.
Über den Autor: Thomas Bär arbeitet als operativer Leiter Service Center IT bei den Bezirkskliniken Schwaben. Seit mehr als 20 Jahren ist er darüber hinaus Fachautor zu IT- und Computerthemen.